Bauen in einer Stadt ohne Flächenreserve
Friedrichshafen gilt als industrielles Zentrum der Region, hat aber kaum noch freie Flächen. Ein geplantes Gewerbegebiet bei Hirschlatt im Norden lehnte das zuständige Ministerium ab, weil es nicht an die Siedlung angebunden war. Gebaut wird deshalb vor allem nach innen: auf Grundstücken, auf denen vorher etwas anderes stand, auf Brachen in Wohnlagen und in bestehenden Gebäuden.
Für die Baustellenbewachung hat das Folgen. Baustellen liegen direkt neben bewohnten Häusern, Lagerflächen sind klein, Material steht oft am Rand öffentlicher Wege. Wer nachts Kabel, Werkzeug oder Kraftstoff mitnehmen will, hat es leichter als auf einem eingezäunten Feld am Stadtrand.
Aktuelle Vorhaben in der Stadt
Die Beispiele zeigen, wie gebaut wird. Es handelt sich nicht um Baustellen, die wir bewachen:
- Tronschweilerweg: vier Häuser mit 70 Wohnungen, einer Kita und einer Tiefgarage mit 70 Stellplätzen, Spatenstich im Mai 2026, Fertigstellung bis Ende 2028 geplant
- Paulinenstraße 15 bis 21: Abriss und Neubau von 49 Wohnungen durch die Städtische Wohnbaugesellschaft, nah an den Gleisen und mit Tiefgarage
- Immenstaader Straße in Kluftern: drei Mehrfamilienhäuser mit 18 Wohnungen, Baubeginn 2026 vorgesehen
- Gangolfstraße in Kluftern und Eintrachtstraße: weitere Wohnhäuser der Städtischen Wohnbaugesellschaft
- Graf-Zeppelin-Haus: energetische Sanierung mit neuem Dach, Photovoltaik und Leitungsbau bis zum Winter 2026/2027
Phasen, in denen eine Baustelle besonders gefährdet ist
Nach dem Abriss und während der Erdarbeiten stehen Bagger, Radlader und Kraftstofftanks auf dem Gelände. Sobald der Rohbau steht, wandern Stahl, Schalung und Kupfer auf die Baustelle. Am teuersten wird es im Innenausbau: Dann lagern Fenster, Heizungs- und Elektromaterial, Sanitärobjekte und Werkzeug in Räumen, die noch keine verschließbaren Türen haben.
In Wohngebieten kommt ein weiteres Thema hinzu. Offene Baugruben, Gerüste und nicht gesicherte Kräne ziehen nachts Jugendliche an, was für alle Beteiligten gefährlich werden kann. Unsere Kräfte kontrollieren deshalb auch, ob Leitern abgezogen, Gerüste gesichert und Gruben abgesperrt sind.
Eine eigene Lage entsteht bei Bauarbeiten an Gebäuden, die geöffnet bleiben, wie derzeit am Graf-Zeppelin-Haus. Dort teilen sich Handwerker, Gäste und Personal dieselben Wege. Absperrungen müssen täglich neu gesetzt werden, Materiallager dürfen nicht im Fluchtweg landen, und nach Feierabend soll niemand vom Saal in den Baubereich gelangen. Wir achten darauf, dass diese Trennung auch abends und am Wochenende hält.
Wie wir eine Baustelle bewachen
Je nach Phase und Wert schlagen wir eine feste Besetzung oder Kontrollen zu wechselnden Zeiten vor. Bei festen Posten sitzt eine Kraft in Sichtweite der Zufahrt, kontrolliert Lieferungen am Morgen, schließt am Abend ab und geht nachts über das Gelände. Bei Kontrollfahrten prüfen wir Zäune, Tore, Container und Baustrom mehrmals pro Nacht.
Am Tag können wir die Zufahrt regeln, Lieferscheine prüfen und Fremdfirmen nur nach Ihrer Liste aufs Gelände lassen. Auffälligkeiten stehen am nächsten Morgen im Bericht an die Bauleitung, bei Einbruch oder Beschädigung rufen wir sofort an.
Organisation außerhalb unserer Kernregion
Den Personalstamm planen wir im Norden Deutschlands. In Baden-Württemberg betreuen wir deshalb nur Baustellen, bei denen wir vorher sicher sind, dass die Besetzung über die gesamte Bauzeit trägt. Dazu gehören Unterkunft, Ablösung und Vertretung im Krankheitsfall. Können wir das nicht zusagen, sagen wir ab, statt mit wechselnden Notlösungen zu arbeiten.
Eingesetzt werden Kräfte mit mindestens der Unterrichtung nach § 34a GewO, eingewiesen vor dem ersten Dienst auf der Baustelle. Wir sind nach ISO 9001 zertifiziert, arbeiten nach DIN 77200 und sind jederzeit unter +49 4321 78 33 590 zu erreichen. Weitere Leistungen in der Stadt finden Sie unter Sicherheitsdienst Friedrichshafen.
Was die Bewachung einer Baustelle kostet
Für die Baustellenbewachung gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Den größten Einfluss hat die Frage, ob dauerhaft jemand vor Ort sein muss oder ob einige Kontrollen pro Nacht genügen. Wochenenden, Feiertage und Bauferien über Weihnachten sind teurer als normale Werktage.
Sinnvoll ist oft eine Kombination: Kontrollen im Rohbau, feste Besetzung während des Innenausbaus. Den Überblick für das ganze Land bietet Baustellenbewachung in Baden-Württemberg.


