Eine Stadt, die das Feuer kennt
Altentreptow ist in seiner Geschichte mehrfach abgebrannt. Im 15. Jahrhundert ging die halbe Stadt samt Rathaus verloren, 1527, 1569 und 1698 folgten weitere Stadtbrände, und auch nach dem Dreißigjährigen Krieg brannte es noch zweimal. In jüngerer Zeit traf es zwei Wahrzeichen am Wasser: 1995 brannte die Große Mühle ab, 1996 die Tollensemühle.
Was die Brände überstanden hat oder danach neu entstand, steht heute unter Denkmalschutz: die backsteingotische St.-Petri-Kirche, das Brandenburger Tor und das Demminer Tor aus der Zeit um 1450, die Spitalkapelle St. Jürgen, das Rathaus von 1869, der Mühlenspeicher von 1844/45, das Fachwerkhaus in der Oberbaustraße 26 und die Alte Schule in der Reitbahn von 1804. Jede Reparatur an diesen Gebäuden ist eine Arbeit an Holz, Dachstuhl und Bausubstanz, die nicht ersetzbar ist.
Heißarbeiten an St. Petri und anderen Altbauten
Der Turm von St. Petri ist rund 60 Meter hoch. Im Inneren stehen ein Schnitzaltar aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und eine Orgel von Buchholz aus dem Jahr 1812. Für 2025 hatte die Kirchengemeinde die Restaurierung der ausgetretenen Wendeltreppe im Turmeingang angekündigt, die mit 29 Stufen zur Orgelempore und 42 weiteren bis zum Dachstuhl führt.
Bei Arbeiten an Dach, Dachrinne, Blitzschutz oder Turmverkleidung wird oft gelötet, geschweißt oder mit dem Brenner gearbeitet, und das in Räumen voller trockenem Holz und Staub. Eine Brandsicherheitswache ist dann Teil der Auflagen. Sie steht während der Arbeit neben dem Handwerker, hält Löschmittel griffbereit, beobachtet Funkenflug in Ritzen und Zwischenböden und bleibt danach so lange, wie es der Erlaubnisschein vorgibt.
Industrie, Neubau und Hallen
Nicht nur Denkmale brauchen eine Brandwache. In der Molkerei am Heidbergtrift werden Anlagen gewartet, Rohrleitungen umgebaut und Behälter geöffnet; Schweißarbeiten bei einer Revision fallen oft in Zeiten, in denen nur wenige Beschäftigte im Werk sind. In Neubauten wie der Kreisstraßenmeisterei an der Fritz-Peters-Straße werden zum Schluss Leitungen verlegt und Dächer abgedichtet, teils mit offener Flamme.
Dazu kommen Versammlungen: In der Sporthalle Am Klosterberg, in der neuen Halle an der Gesamtschule oder bei Konzerten in St. Petri kann eine Brandsicherheitswache verlangt werden, wenn die Bühne aufgebaut ist, Pyrotechnik vorgesehen ist oder die Zahl der Gäste es erfordert. Ob das so ist, entscheidet die Genehmigung, nicht wir.
Auch beim Umbau von Altbauten in der Altstadt, etwa wenn ein Ladenlokal am Markt neue Leitungen bekommt oder ein Dachgeschoss ausgebaut wird, entstehen Funken an Stellen, die später verkleidet sind. Ein Glimmbrand in einer Zwischendecke zeigt sich manchmal erst Stunden nach Feierabend. Deshalb legen wir besonderen Wert auf die Nachkontrolle: Wir gehen nach Ende der Arbeiten noch einmal alle Räume ab und achten auf Geruch, Wärme an Wänden und Böden und Rauch aus Fugen, bevor das Gebäude abgeschlossen wird.
Unsere Aufgaben im Ablauf
Was die Wache konkret tut, richtet sich nach Ihrem Erlaubnisschein. Meist umfasst es:
- Begehung des Arbeitsbereichs vor Beginn, Abdecken oder Entfernen brennbarer Stoffe nach Absprache
- ständige Beobachtung während Schweiß-, Trenn- und Lötarbeiten
- Bereithalten des Löschmittels und Ersteingriff bei einem Entstehungsbrand
- Nachkontrolle von Hohlräumen, Dachböden und angrenzenden Räumen nach Ende der Arbeiten
- Alarmierung der Feuerwehr und Freihalten des Zugangs, wenn nötig
- kurzer Bericht mit Uhrzeiten für Bauherrn und Versicherer
Unsere Kräfte werden vor Ort in Löschmittel, Fluchtwege und Besonderheiten des Gebäudes eingewiesen.
Wird die Arbeit über mehrere Tage fortgesetzt, übergibt die Wache am Abend ihre Beobachtungen an die Kraft der nächsten Schicht, damit kritische Stellen nicht in Vergessenheit geraten.
Planung und Preis
Altentreptow liegt in unserer Kernregion Nord; wir planen aus Neumünster und den Niederlassungen in Berlin und Bremen. Weitere Informationen finden Sie unter Brandwachen und auf der Landesseite Brandwache in Mecklenburg-Vorpommern; für Vorhaben in der Nachbarstadt gibt es die Seite zu Neubrandenburg.
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei der Brandwache zählt jede Stunde der Arbeit und der Nachkontrolle; wird nachts oder am Wochenende gearbeitet, um den Betrieb oder den Gottesdienst nicht zu stören, liegt der Preis höher. Für mehrtägige Arbeiten an einem Dach planen wir eine feste Kraft, damit niemand das Gebäude jeden Morgen neu kennenlernen muss.


