Eine Stadt, die das Feuer kennt
1407 brannte die halbe Stadt ab, 1495 fast die ganze. Im 17. Jahrhundert wurde Demmin mehrfach belagert und dreimal niedergebrannt; 1676 lag die Stadt zu drei Vierteln in Trümmern. Ende April 1945 ging ein großer Teil der Innenstadt in Flammen auf, in der Frauenstraße blieben nur zwei Häuser stehen. 1998 brannte auf der Burginsel Haus Demmin das Herrenhaus von 1840 aus, seither stehen nur noch die Außenmauern.
Diese Geschichte erklärt, warum die erhaltenen Bauten so viel bedeuten – und warum bei jeder Arbeit mit offener Flamme an ihnen besondere Vorsicht gilt.
Auch am Hafen zeigt sich, wie verletzlich alte Bausubstanz ist. Die Fischerinsel vor der Altstadt war Mitte der 1990er Jahre verwahrlost; Brände, Einbrüche und Diebstähle waren damals häufig, nur eine Hütte überstand diese Zeit und war nicht mehr zu retten. Heute steht dort das Hanseviertel mit dem Nachbau einer mittelalterlichen slawischen Siedlung, einer Holzpalisade und Festen wie dem Fischerfest. Wo Hütten, Palisaden, offene Feuerstellen und Publikum zusammenkommen, kann die Genehmigung eines Festes ebenfalls eine Brandwache verlangen.
St. Bartholomaei: ein Turm von 92,5 Metern
Die dreischiffige Hallenkirche brannte 1676 nach Beschuss bis auf die Grundmauern, der Turm stürzte ins Langhaus. Ihr heutiges Bild verdankt sie dem Umbau unter dem Baumeister Stüler im 19. Jahrhundert. Der Backsteinturm ist 92,5 Meter hoch, mit Kreuz knapp 96 Meter; seine Sanierung wurde 1994 abgeschlossen. In der Kirche steht die größte erhaltene Orgel von Barnim Grüneberg mit 52 Registern, restauriert bis 2003, dazu ein Altarbild von 1825 und Fenster aus der Stüler-Zeit.
Arbeiten an Blitzschutz, Turmhelm, Dachentwässerung, Elektrik oder Heizung können Funken in Gebälk, Staub und Hohlräume tragen. Gerade bei einer Orgel dieser Größe und bei hohen Türmen ist eine Wache gefragt, die die Wege im Dach kennt und dort nachkontrolliert, wo man von unten nichts sieht.
Weitere Anlässe für eine Brandsicherheitswache
Über die Kirche hinaus gibt es in Demmin viele Stellen, an denen Heißarbeiten eine Wache erfordern können:
- Luisentor aus dem 15. Jahrhundert und Pulverturm, Reste der Stadtbefestigung
- Speicher am Bollwerk, darunter der Lübecker Speicher in Fachwerkbauweise, bei Umbau oder Sanierung
- Ruine des Herrenhauses auf der Burginsel Haus Demmin bei Sicherungsarbeiten
- Werkhallen im Industriegebiet Meyenkrebs bei Schweißarbeiten an Stahl und Maschinen
- Kreiskrankenhaus während des geplanten Umbaus des alten Bettentrakts
- Gebäude, deren Brandmeldeanlage wegen Umbau oder Störung abgeschaltet ist
Ob eine Wache vorgeschrieben ist, ergibt sich aus dem Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten, den Vorgaben Ihres Versicherers oder der Auflage einer Behörde.
Ablauf einer Brandwache
Bevor der erste Funke fliegt, geht die Wache mit dem ausführenden Handwerker den Arbeitsbereich ab. Brennbares wird entfernt oder abgedeckt, Fugen und Öffnungen verschlossen, Löschmittel bereitgestellt und Fluchtwege geprüft. Während der Arbeit beobachtet sie den Funkenflug, auch auf der Rückseite von Wänden und im Raum darunter.
Nach Ende der Arbeiten bleibt sie vor Ort und kontrolliert in festen Abständen, so lange, wie es der Erlaubnisschein vorgibt. Bemerkt sie einen Brand, alarmiert sie die Feuerwehr, beginnt mit der Bekämpfung, sofern das ohne Gefahr geht, und weist die Einsatzkräfte ein. Bei ausgefallener Brandmeldeanlage gehen unsere Kräfte die Räume in einem mit Ihnen vereinbarten Takt ab.
Personal aus der Kernregion Nord
Demmin gehört zu unserer Kernregion Nord, ein Büro in der Stadt haben wir nicht. Die Wachen planen wir aus dem Personalstamm. Sie haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO und werden vor dem Einsatz in die Löschmittel vor Ort eingewiesen. Bei Arbeiten in Kirche oder Klinik achten sie darauf, dass Besucher, Patienten und Personal nicht gefährdet werden. Unsere Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Mehr zur Leistung lesen Sie unter Brandwachen und für das Land unter Brandwache in Mecklenburg-Vorpommern. Für Einsätze an der Küste gibt es die Seite zu Greifswald.
Was eine Brandwache in Demmin kostet
Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei der Brandwache treibt vor allem die Nachkontrolle die Stunden: Wer am Nachmittag am Turm schweißt, braucht die Wache bis in den Abend, und Arbeiten am Freitag ziehen Stunden ins Wochenende. Fällt eine Brandmeldeanlage über mehrere Tage aus, entstehen Nachtstunden mit Zuschlag. Für geplante Sanierungen erhalten Sie vorher ein Angebot, kurzfristige Einsätze klären wir telefonisch unter +49 4321 78 33 590.


