Baugeschichte mit Feuerspuren
Mehrere Stuttgarter Wahrzeichen sind nach Bränden neu entstanden. Am Neuen Schloss am Schlossplatz, begonnen 1746, zerstörte schon 1762 ein Feuer den Gartenflügel; 1944 brannte das Gebäude bis auf die Außenmauern aus und wurde zwischen 1958 und 1964 äußerlich rekonstruiert. Das Alte Schloss am Schillerplatz verlor beim Brand um die Jahreswende 1931 die Dürnitz und zwei Türme, der Wiederaufbau unter Paul Schmitthenner zog sich bis 1971.
Solche Häuser sind heute Ministerien und Museen. Hinter rekonstruierten Fassaden liegen Dachstühle, Installationsschächte und Zwischendecken, in denen bei Arbeiten mit offener Flamme oder Funkenflug besondere Vorsicht geboten ist. Eine Brandwache beobachtet die Arbeitsstelle und das Umfeld, solange gearbeitet wird, und bleibt danach für die vorgeschriebene Nachkontrolle.
Gebäude und Anlagen, an denen Heißarbeiten anfallen
Die genannten Bauten und Anlagen sind öffentlich verzeichnet. Wir nennen sie als typische Situationen, nicht als eigene Einsätze:
- Opernhaus im Schlossgarten, 1909 bis 1912 nach Plänen von Max Littmann erbaut, seit 1924 Baudenkmal
- Neue Liederhalle von 1956, in großen Teilen seit 1987 unter Denkmalschutz
- Neues Schloss und Altes Schloss mit Landesmuseum Württemberg
- Markthalle von 1911 bis 1914 im Jugendstil
- Kraftwerk Münster, seit 1908 in Betrieb und heute vor allem Müllheizkraftwerk, sowie das Heizkraftwerk Gaisburg
- Werke und Hallen in Feuerbach, Untertürkheim und am Neckarhafen
Bühnen und Säle: Arbeiten zwischen den Vorstellungen
Das Staatstheater spielt in Oper, Ballett und Schauspiel fast tausend Vorstellungen je Spielzeit. Arbeiten an Bühnentechnik, Lüftung oder Dach müssen deshalb oft in kurze Fenster zwischen Proben und Aufführungen passen, nicht selten nachts. Ähnlich ist es in der Liederhalle, in der Kongresse, Konzerte und Bälle aufeinander folgen. Eine Brandwache hält hier die Arbeitsstelle unter Beobachtung, achtet auf Vorhänge, Dekorationen und Holzböden in der Nähe und meldet, wenn Brandmelder abgeschaltet oder Bereiche wieder freigegeben werden.
Für das Opernhaus ist eine umfassende Sanierung angekündigt, mit einer Interimsspielstätte an den Wagenhallen. Bis dahin fallen im Bestand weiter Instandhaltungen an, bei denen Brandschutz und Spielbetrieb zusammenpassen müssen.
Ein eigenes Kapitel sind die Wagenhallen am Inneren Nordbahnhof. Die in den 1890er Jahren als Lok- und Waggonhallen errichteten Bauten wurden nach einem Gemeinderatsbeschluss von 2015 saniert, weil Brandschutz und Statik nicht mehr gewährleistet waren; seit 2019 arbeiten dort wieder Künstler und Werkstätten. In Ateliers mit Holz, Lacken und Metall entstehen bei Umbauten oder Installationen schnell Situationen, in denen ein zweites Augenpaar neben dem Schweißgerät sinnvoll ist. Ähnliches gilt für die Markthalle im Jugendstil, in der tagsüber Lebensmittel verkauft werden und Reparaturen deshalb meist außerhalb der Öffnungszeiten liegen.
Revisionen in Industrie und Energie
In Werkhallen, Lackier- und Prüfbereichen der Zulieferindustrie werden bei Umbauten Rohrleitungen getrennt, Stahlbühnen geschweißt und Dachdurchbrüche geschnitten. Bei Revisionen im Müllheizkraftwerk Münster oder im Heizkraftwerk Gaisburg kommen Arbeiten an Kesseln, Bunkern und Fördertechnik hinzu, in deren Umfeld brennbare Stoffe lagern.
Die Brandwache steht während der Arbeiten am Einsatzort, hält das bereitgestellte Löschmittel griffbereit, sichert Bereiche unterhalb der Arbeitsstelle und kontrolliert nach Ende die Umgebung auf Glutnester. Welche Löschmittel bereitstehen, legt der Auftraggeber fest; unsere Kräfte werden vor Ort eingewiesen. Wärmebildkameras setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen.
Erlaubnisschein, Ablauf und Qualifikation
Maßgeblich ist der Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten, den Ihr Betrieb oder die Bauleitung ausstellt. Er legt fest, wie lange die Brandwache bleibt und wann nachkontrolliert wird. Wir richten Schichten danach aus und halten Beginn, Ende und Kontrollen schriftlich fest.
In Baden-Württemberg arbeiten wir vorhabenbezogen; Hauptsitz ist Neumünster, weitere Standorte sind Berlin und Bremen. Unsere Kräfte haben die Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, wir sind nach ISO 9001 zertifiziert und arbeiten nach DIN 77200. Mehr zur Leistung lesen Sie unter Brandwachen, landesweit unter Brandwache in Baden-Württemberg.
Was eine Brandwache in Stuttgart kostet
Richtwert sind 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei Brandwachen entscheidet vor allem der Zeitpunkt: Werden Heißarbeiten im Theater nach der Vorstellung erledigt, liegt die Nachkontrolle tief in der Nacht. Kurze Einsätze von wenigen Stunden plant man anders als eine Revision, die über mehrere Wochen im Schichtbetrieb läuft.
Sie erhalten eine Aufstellung nach Einsatzzeiten einschließlich der Nachkontrolle. Weitere Leistungen in der Stadt finden Sie unter Sicherheitsdienst Stuttgart.


