Der unterschätzte Moment des Tages
Die meisten Einbrüche in Gewerbeobjekten brauchen keine große Gewalt. Ein gekipptes Fenster im Erdgeschoss, eine Hintertür, die nicht ins Schloss gefallen ist, ein Rolltor, das auf halber Höhe stehen geblieben ist. Der Feierabend ist der Moment, in dem solche Lücken entstehen, weil jeder davon ausgeht, dass der Letzte schon abschließen wird.
Ein Schließdienst schließt diese Lücke. Eine Sicherheitskraft kommt zu einer vereinbarten Zeit, geht das Gebäude nach einer festen Liste durch, verschließt, schaltet die Alarmanlage scharf und dokumentiert den Zustand. Morgens kann derselbe Dienst wieder aufschließen. Im Glossar finden Sie dazu auch den Begriff Aufschließdienst.
Für wen sich ein Schließdienst lohnt
Ein Schließdienst passt überall dort, wo viele Menschen ein Gebäude nutzen, aber niemand sich für den Verschluss wirklich verantwortlich fühlt. Typische Beispiele aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin:
- Verwaltungsgebäude mit mehreren Mietparteien und gemeinsamen Eingängen
- Schulen, Sporthallen und Gemeindehäuser mit Abendnutzung durch Vereine
- Ärztehäuser und Praxen mit unterschiedlichen Sprechzeiten
- Gewerbehöfe und Werkstätten mit Außenflächen und Toren
- Einzelhandel mit Lager, Anlieferung und Personaleingang
Oft wird der Schließdienst mit einem Revierdienst verbunden. Die Kraft fährt nachts ohnehin mehrere Objekte an und übernimmt den Verschluss als festen Punkt ihrer Runde. Löst später die Alarmanlage aus, ist derselbe Dienst für die Alarmverfolgung zuständig und kennt das Gebäude bereits.
Was bei der Schließrunde geprüft wird
Die Schließrunde folgt einer Checkliste, die bei der Objektbegehung gemeinsam mit Ihnen erstellt wird. Sie ist für jedes Gebäude anders, enthält aber fast immer diese Punkte:
| Bereich | Was geprüft wird |
|---|---|
| Türen | Außentüren verschlossen, Notausgänge zu, aber nicht blockiert |
| Fenster | Geschlossen statt gekippt, besonders im Erdgeschoss und Keller |
| Licht | Unnötige Beleuchtung aus, Außen- und Sicherheitsbeleuchtung an |
| Technik | Auffällige Geräte, Wasser, Gerüche, Störmeldungen |
| Personen | Niemand mehr im Gebäude oder nur angemeldete Nutzer |
| Außenbereich | Tore, Rolltore, Container und Zufahrten verschlossen |
| Alarmanlage | Bereiche scharf geschaltet, Rückmeldung abgewartet |
Ein Punkt verdient besondere Aufmerksamkeit: Notausgänge müssen geschlossen sein, dürfen aber nie verschlossen oder zugestellt werden, solange sich noch Menschen im Gebäude befinden. Die Kraft prüft also beides, Verschluss und freie Fluchtwege.
Wenn etwas nicht stimmt
Bei fast jeder Schließrunde findet sich irgendwann etwas Unerwartetes. Ein Mitarbeiter arbeitet noch, ein Fenster lässt sich nicht schließen, eine Tür ist beschädigt. Für jeden dieser Fälle sollte vorab feststehen, was zu tun ist. Sonst entscheidet die Sicherheitskraft im Zweifel allein, und das ist für beide Seiten unbefriedigend.
Bewährt hat sich ein einfacher Ablauf: Mitarbeiter, die noch im Haus sind, werden namentlich notiert und auf den späteren Verschluss hingewiesen. Ein Fenster, das sich nicht schließen lässt, wird fotografiert, gemeldet und je nach Absprache mit einem zusätzlichen Kontrollgang später in der Nacht nachgeprüft. Bei Einbruchsspuren betritt die Kraft das Gebäude nicht allein, sondern zieht sich zurück und informiert Polizei und Ansprechpartner nach Alarmplan.
- Wer wird nachts angerufen? Mindestens zwei erreichbare Ansprechpartner.
- Was darf die Kraft selbst entscheiden? Etwa Licht ausschalten, Heizung nicht anfassen.
- Wie wird gemeldet? Sofort bei Gefahr, sonst im Bericht am nächsten Morgen.
Schlüssel, Codes und Nachweise
Ein Schließdienst braucht Zugang zu Ihrem Gebäude. Das ist eine Vertrauensfrage. Schlüssel und Karten gehören in eine geregelte Schlüsselverwaltung beim Dienstleister, mit Ausgabe und Rückgabe gegen Unterschrift oder digitaler Erfassung. Codes für die Alarmanlage sollten persönlich vergeben werden, damit jede Schaltung einer Person zugeordnet werden kann.
Ebenso wichtig ist der Nachweis. Am nächsten Morgen sollten Sie sehen können, wann die Runde stattfand, welche Punkte geprüft wurden und was aufgefallen ist. Bei Staffsec geschieht das über digitale Kontrollberichte mit Zeitstempel und Fotos. So wird aus dem Gefühl, dass schon jemand abgeschlossen hat, eine belegbare Tatsache.
Staffsec übernimmt Schließ- und Aufschließdienste in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin, auf Wunsch als Teil von Objektschutz oder Revierdienst. Sprechen Sie uns für eine Begehung gern über die Kontaktseite an.


