Ein Brand von 1450 als Lehrstück
Wie gefährlich Arbeiten mit Hitze in alten Gebäuden sind, zeigt die Baugeschichte des Speyerer Doms. In der Nacht vom 5. auf den 6. Mai 1450 brannte die Kathedrale vollständig aus; Ursache war Unachtsamkeit, während an der Orgel gearbeitet wurde. Schon 1159 hatte ein Brand die Erneuerung der Querhausgewölbe nötig gemacht. Der Dom wurde um 1025 begonnen, 1061 geweiht und gehört seit 1981 zum UNESCO-Welterbe.
Die Lehre daraus gilt bis heute: Wo Holz, Staub, Dämmung oder alte Dachstühle in der Nähe sind, glimmt ein Funke unter Umständen lange unbemerkt, bevor ein Brand ausbricht. Eine Brandwache beobachtet deshalb nicht nur während der Arbeiten, sondern kontrolliert den Bereich auch danach noch über einen festgelegten Zeitraum.
Bauten und Betriebe, in denen Heißarbeiten anfallen
Die Beispiele zeigen, an welchen Gebäuden und in welchen Branchen in Speyer Brandwachen gebraucht werden können. Sie nennen keine Auftraggeber:
- Gedächtniskirche der Protestation: 1893 bis 1904 erbaut, Turm 100 Meter hoch, in Abschnitten über Jahre restauriert
- Altpörtel: Stadttor mit Unterbau aus dem 13. Jahrhundert und oberstem Geschoss von 1512 bis 1514, 55 Meter hoch
- Industriehof: Fabrikgebäude der früheren Zelluloidfabrik von 1897, seit 2021 Denkmal, vor Sanierung und Umbau
- Liller Halle des Technik Museums: 1913 errichtet, um 1917 nach Speyer versetzt, heute Baudenkmal mit Großexponaten
- Werke mit brennbaren Stoffen wie die Spezialraffinerie von Haltermann Carless oder Tanklager am Neuen Rheinhafen
Was die Brandwache konkret tut
Vor Beginn der Arbeiten gehen wir mit dem ausführenden Betrieb den Arbeitsbereich ab: Welche brennbaren Materialien liegen in der Nähe, wo sind Durchbrüche, Fugen oder Hohlräume, in die Funken fallen können, wo stehen Feuerlöscher, wo ist der nächste Wandhydrant oder Telefonanschluss? Die Angaben gleichen wir mit dem Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten ab, den Ihr Unternehmen oder der Bauherr ausstellt.
Während geschweißt, geschnitten, gelötet oder mit offener Flamme abgedichtet wird, bleibt die Brandwache in Sichtweite, beobachtet Funkenflug und angrenzende Räume, auch unter und hinter Wänden und Decken. Nach Ende der Arbeiten folgt die Nachkontrolle in der vereinbarten Dauer, in Dachstühlen und Holzbauten eher länger. Jeder Einsatz wird mit Uhrzeiten, Beobachtungen und Übergabe schriftlich festgehalten.
Ein zweiter Einsatzfall ist der Ausfall einer Brandmeldeanlage, etwa bei Umbau oder Störung. Bis die Anlage wieder arbeitet, gehen unsere Kräfte in festen Abständen durch das Gebäude und alarmieren im Ernstfall die Feuerwehr. Eine Brandsicherheitswache bei Veranstaltungen gehört nicht zu unseren Leistungen.
Heißarbeiten in Industrie und Hafen
Nicht nur Denkmäler brauchen Aufmerksamkeit. Am Neuen Rheinhafen werden überwiegend Mineralölprodukte umgeschlagen, als Schutzhafen nimmt er ausschließlich entzündbare Stoffe der Gefahrklasse 3a auf. In der Spezialraffinerie von Haltermann Carless, die 2022 eine Hydrieranlage in Betrieb genommen hat, entstehen Prüfkraftstoffe und Lösemittel. Wird in solchen Anlagen bei einer Revision an Rohrleitungen, Tanks oder Stahlbauten geschweißt, gelten die Freigaben und Gasmessungen des Betreibers. Unsere Brandwache ergänzt sie: Sie hält den Arbeitsbereich im Blick, achtet auf Abstände zu Lagern und unterbricht die Arbeiten, sobald etwas nicht stimmt.
Einsatzplanung von außerhalb
Unsere Kernregion reicht von Schleswig-Holstein bis Berlin und Brandenburg. In Speyer übernehmen wir Brandwachen vorhabenbezogen. Weil Heißarbeiten oft kurzfristig angesetzt oder verschoben werden, klären wir vorab mit Ihnen, wie verbindlich der Zeitplan ist und welche Puffer möglich sind. Für mehrwöchige Sanierungen an Kirchen oder Denkmälern planen wir feste Kräfte, die das Gebäude kennen.
Alle eingesetzten Personen haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO und werden vor Ort in Ihre Brandschutzordnung, Fluchtwege und Löschmittel eingewiesen. Wir arbeiten nach DIN 77200 und sind nach ISO 9001 zertifiziert. Rund um die Uhr erreichen Sie uns unter +49 4321 78 33 590.
Hintergründe zur Brandwache finden Sie unter Brandwachen, alle Leistungen für die Stadt unter Sicherheitsdienst Speyer.
Kosten einer Brandwache
Wir kalkulieren eine Brandwache mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde, abgerechnet nach tatsächlich geleisteter Zeit einschließlich Nachkontrolle. Arbeiten am Tag unter der Woche liegen im unteren Bereich, Einsätze in der Nacht, etwa weil eine Produktion nur dann ruht, sowie Wochenenden und Feiertage im oberen. Bei ausgefallener Brandmeldeanlage hängt der Aufwand davon ab, wie groß das Gebäude ist und in welchem Abstand die Rundgänge nötig sind.
Weitere Beispiele aus dem Land zeigt Brandwache in Rheinland-Pfalz.


