Zwei Anlässe, eine Aufgabe: Brände früh erkennen
Unter Brandwache verstehen wir zwei Einsatzarten. Zum einen die Überwachung nach feuergefährlichen Arbeiten: Wer schweißt, trennschleift, lötet oder mit offener Flamme arbeitet, kann Glutnester hinterlassen, die erst Stunden später zu einem Brand werden. Betriebe und Versicherer verlangen deshalb häufig eine Brandwache während der Arbeiten und eine Nachkontrolle danach. Zum anderen geht es um Veranstaltungen und Gebäude, bei denen der Betrieb besondere Aufmerksamkeit für Brandschutz erfordert, etwa wenn Brandmeldeanlagen abgeschaltet sind oder Fluchtwege vorübergehend eingeschränkt.
Wichtig ist die Abgrenzung: Eine behördlich angeordnete Brandsicherheitswache in Versammlungsstätten stellt in vielen Fällen die Feuerwehr selbst oder eine von ihr anerkannte Stelle. Wir übernehmen Brandwachen dort, wo Betreiber, Bauleitung oder Versicherer sie fordern und die Aufgabe nicht der Feuerwehr vorbehalten ist. Diese Frage klären wir gemeinsam mit Ihnen, bevor der Einsatz beginnt.
Wo in Rheinland-Pfalz Brandwachen typischerweise gebraucht werden
Die Beispiele unten stehen für Orte, an denen Brandwachen ein Thema sein können. Wir nennen sie, um das Einsatzfeld zu beschreiben, nicht als Kunden oder bereits durchgeführte Einsätze. Große Industriestandorte wie das BASF-Werk in Ludwigshafen verfügen über eine eigene Werkfeuerwehr; dort ist Unterstützung eher bei Partnerfirmen oder auf Randflächen gefragt.
- Staatstheater am Gutenbergplatz in Mainz mit Großem Haus, Kleinem Haus und Studiobühnen
- Pfalztheater am Willy-Brandt-Platz in Kaiserslautern mit rund 680 Plätzen im Großen Haus
- Theater Koblenz am Deinhardplatz, ein Bau aus dem 18. Jahrhundert mit etwa 500 Plätzen
- Theater Trier mit Ausweichspielstätten während der Generalsanierung, unter anderem in der Europahalle
- Rheingoldhalle in Mainz und Rhein-Mosel-Halle in Koblenz bei Messen und Aufbauten mit Dekoration und Bühnentechnik
- Neubau der Pfaffendorfer Brücke in Koblenz, an dem Stahlbauteile verschweißt werden
- Werksbaustelle von Eli Lilly in Alzey mit Montage technischer Anlagen
- Umbauflächen der Universitätsmedizin Mainz, wo neben laufendem Klinikbetrieb gebaut wird
Altbau, Klinik, Industrie: worauf es je nach Umfeld ankommt
In historischen Gebäuden wie den Theatern in Koblenz oder Mainz bestehen Decken und Dachstühle oft aus Holz, Hohlräume sind schwer einsehbar, und Rauch breitet sich anders aus als in modernen Hallen. Wer hier nach Arbeiten kontrolliert, muss wissen, wo Wärme hinziehen kann, und die Kontrolle auch auf angrenzende Räume und Geschosse ausdehnen.
In Kliniken und Laboren laufen Heißarbeiten neben empfindlichen Bereichen ab, in denen eine Räumung schwierig wäre. In Industrie- und Brückenbaustellen wiederum sind es Funkenflug, brennbare Verpackungen und Dämmstoffe, die Aufmerksamkeit verlangen. Unsere Kräfte erhalten deshalb vor jedem Einsatz eine Einweisung in das konkrete Umfeld: Lage der Feuerlöscher, Meldewege zur Feuerwehr, Zuständige vor Ort und besondere Gefahren.
Auch Hallen bei Messen und Aufbauten haben eigene Tücken: Dekorationen, Stoffbahnen, Kabelkanäle und provisorische Bühnen bringen zusätzliche Brandlast in Räume, die im Alltag kaum Brennbares enthalten. Während der Aufbauphase sind oft Notausgänge verstellt oder Türen festgekeilt. Eine Brandwache achtet in dieser Zeit darauf, dass Rettungswege frei bleiben, Feuerlöscher zugänglich sind und Arbeiten mit Hitze nur mit Freigabe stattfinden.
So organisieren wir eine Brandwache in Rheinland-Pfalz
Brandwachen werden oft kurzfristig benötigt, etwa wenn eine Brandmeldeanlage ausfällt oder Heißarbeiten vorgezogen werden. Da wir im Land kein eigenes Büro haben, sagen wir ehrlich, welchen Vorlauf wir benötigen. Planbare Einsätze – Revisionen, Bauabschnitte, Umbauten – lassen sich mit einigen Tagen Vorlauf gut besetzen.
Für jeden Einsatz legen wir fest, wer den Erlaubnisschein für die Heißarbeiten ausstellt, wie lange die Nachkontrolle dauert und wie das Ergebnis dokumentiert wird. Unser fester Ansprechpartner hält dafür Kontakt zu Ihrer Bauleitung, Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Ihrem Brandschutzbeauftragten.
- Überwachung während feuergefährlicher Arbeiten im Gefahrenbereich
- Nachkontrolle über die vereinbarte Zeit, auch in angrenzenden Räumen
- Kontrolle und Freihalten von Flucht- und Rettungswegen
- Ersatzmaßnahme bei abgeschalteter oder gestörter Brandmeldeanlage
- Sofortige Alarmierung der Feuerwehr und Einweisung der Einsatzkräfte
Ausbildung der Kräfte und geltende Regeln
Unsere Brandwachen sind mindestens als Brandschutzhelfer ausgebildet und im Umgang mit Feuerlöschern geübt. Sie kennen die Abläufe bei feuergefährlichen Arbeiten, wie sie Betriebe und Versicherer mit dem Erlaubnisschein vorgeben, und führen die Nachkontrolle nach den dort genannten Zeiten durch. Als Sicherheitsdienstleister arbeiten wir nach § 34a der Gewerbeordnung, unser Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Für Versammlungsstätten gilt in Rheinland-Pfalz die Landesverordnung über den Bau und Betrieb von Versammlungsstätten. Welche Pflichten daraus für eine bestimmte Veranstaltung folgen, legen Betreiber, Bauaufsicht und Feuerwehr fest. Wir richten uns nach diesen Vorgaben und übernehmen nur, was uns zusteht.
Kostenrahmen einer Brandwache
Für Brandwachen gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Der Preis hängt von der Dauer der Arbeiten und der Nachkontrolle, den Uhrzeiten, der Kurzfristigkeit und bei Rheinland-Pfalz auch von der Anfahrt ab. Ein Einsatz über eine ganze Revisionswoche lässt sich günstiger planen als eine Einzelstunde am Abend.
Bitte nennen Sie uns bei der Anfrage, ob Auflagen von Behörde oder Versicherer vorliegen. Dann können wir Umfang und Qualifikation passend anbieten.
Wenn mehrere Gewerke nacheinander mit Hitze arbeiten, lohnt es sich, die Brandwache für den gesamten Zeitraum zu bündeln, statt sie für jede einzelne Arbeit getrennt zu bestellen. Das verringert Übergaben und sorgt dafür, dass dieselben Personen den Überblick über die betroffenen Bereiche behalten.


