Eine Altstadt aus Holz und Stein
Die Tübinger Altstadt steht seit 2019 als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. Zwischen Neckar und Schlossberg drängen sich Fachwerkhäuser, deren Dachstühle teils seit Jahrhunderten stehen, darunter das Rathaus am Marktplatz mit Bauteilen aus dem 15. Jahrhundert und die um 1470 begonnene Stiftskirche. Darüber erhebt sich Schloss Hohentübingen, 1078 erstmals erwähnt. Die Stadt hat in ihrer Geschichte große Brände erlebt, 1771 einen Stadtbrand und 1789 ein weiteres Feuer.
Für Handwerker heißt das: Wer in solchen Häusern lötet, schweißt, trennschleift oder mit offener Flamme abdichtet, arbeitet neben trockenem Holz, verdeckten Hohlräumen und Schüttungen in Decken. Funken können in Fugen fallen und dort stundenlang unbemerkt glimmen. Eine Brandwache bleibt deshalb während und nach den Arbeiten am Ort und prüft, ob sich irgendwo Wärme entwickelt.
Wo Brandwachen in Tübingen gebraucht werden
Die folgenden Orte sind öffentlich beschrieben und zeigen, wo Brandwachen typischerweise anfallen. Es handelt sich nicht um eigene Einsätze:
- Dach- und Fassadenarbeiten an Fachwerkhäusern in der Altstadt, etwa an Holzmarkt, Haaggasse oder Kirchgasse
- historische Großbauten wie Stiftskirche, Rathaus, Schloss Hohentübingen, das Evangelische Stift oder das Wilhelmsstift
- Kloster Bebenhausen im gleichnamigen Stadtteil
- Versammlungsstätten wie das Landestheater in der früheren Stuhlfabrik, das Sudhaus oder die Paul Horn-Arena mit 3.132 Plätzen
- Werkhallen in der Metall- und Werkzeugfertigung bei Umbau, Hallensanierung oder Maschinenwechsel
- Neubauten in Holzhybridbauweise wie die geplante Neue Medizinische Klinik auf dem Schnarrenberg
Heißarbeiten: was die Wache tut
Vor Beginn der Arbeiten stellt in der Regel der Auftraggeber oder der ausführende Betrieb einen Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten aus. Darin steht, wo gearbeitet wird, welche Schutzmaßnahmen getroffen werden und wie lange nach Ende der Arbeiten kontrolliert werden muss. Die Brandwache richtet sich nach diesem Schein und nach Vorgaben Ihres Versicherers.
Während der Arbeiten beobachtet die Kraft den Funkenflug, hält Löschmittel bereit und achtet darauf, dass brennbare Stoffe abgedeckt oder entfernt bleiben. Danach geht sie den Arbeitsbereich und die angrenzenden Räume, Zwischendecken und darunterliegenden Geschosse ab und prüft von Hand, ob Bauteile warm werden. Vor dem Einsatz wird sie in die Löschmittel vor Ort eingewiesen. Bemerkt sie Rauch oder Glut, alarmiert sie sofort die Feuerwehr und unternimmt nur das, was ohne eigene Gefährdung möglich ist.
- Beobachtung während Schweiß-, Löt- und Trennarbeiten
- Nachkontrolle über die im Erlaubnisschein festgelegte Dauer
- Prüfung angrenzender Räume, Hohlräume und Geschosse
- Freihalten von Flucht- und Rettungswegen
- Protokoll mit Uhrzeiten und Feststellungen für Bauleitung und Versicherer
Brandsicherheitswache in Sälen und Hallen
Neben der Wache nach Heißarbeiten gibt es die Brandsicherheitswache bei Veranstaltungen. In Versammlungsstätten wie Theatern und Hallen kann sie von Behörde oder Feuerwehr verlangt werden, etwa bei Bühnenaufbauten mit besonderen Effekten oder wenn Notausgänge und Brandschutzeinrichtungen während einer Veranstaltung ständig im Blick sein müssen. Welche Qualifikation die Wache haben muss, legt die zuständige Stelle fest; manche Aufgaben bleiben der Feuerwehr vorbehalten.
Wir stellen Kräfte, die Notausgänge und Fluchtwege freihalten, Brandschutztüren kontrollieren und bei Auffälligkeiten sofort die Veranstaltungsleitung und die Feuerwehr verständigen. Wo Sie uns eine Aufgabe übertragen möchten, die die Feuerwehr selbst wahrnimmt, klären wir das vorab mit Ihnen.
Einsatz in Tübingen: wie wir planen
Unser Hauptsitz liegt in Neumünster, Zweigstellen haben wir in Berlin und Bremen, in Baden-Württemberg hingegen nicht. Brandwachen in Tübingen übernehmen wir deshalb, wenn Zeitraum und Umfang feststehen und wir die Besetzung sicher planen können. Für lange Dacharbeiten oder einen Hallenumbau über mehrere Wochen lässt sich das gut vorbereiten. Kurzfristige Einzeltermine prüfen wir im Einzelfall und sagen nur zu, wenn es auch klappt.
Die Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet, werden vor Ort eingewiesen und führen ein Protokoll, das Sie mit der Rechnung erhalten. Wir arbeiten nach DIN 77200 und sind nach ISO 9001 zertifiziert. Allgemeines lesen Sie auf der Seite Brandwachen, landesweite Hinweise unter Brandwache in Baden-Württemberg.
Kosten einer Brandwache in Tübingen
Wir nennen als Richtwert 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei Brandwachen bestimmt oft die Nachkontrolle den Umfang: Endet die Heißarbeit am späten Nachmittag, reicht die Wache häufig in den Abend oder die Nacht hinein, und dann fallen Nachtanteile an. Hinzu kommen Wochenendarbeiten, die bei Kirchen, Theatern oder Werkhallen oft außerhalb des laufenden Betriebs liegen.
Im Angebot weisen wir Grundstunden und Zuschläge getrennt aus. Andere Leistungen in der Stadt finden Sie unter Sicherheitsdienst Tübingen.


