Bauen in einer dicht besetzten Stadt
Rund 47 Prozent des Münchner Stadtgebiets sind bebaut, betoniert oder asphaltiert, ein Anteil, der in Deutschland kaum anderswo erreicht wird. Wer hier baut, hat wenig Platz für Container, Materiallager und Baustraßen, und oft grenzt die Baustelle unmittelbar an Gehweg, Wohnhaus oder Ladenzeile. Material liegt deshalb dicht am Zaun, Zufahrten müssen mit dem Straßenverkehr abgestimmt werden, und über Nacht laufen Passanten an Gerüsten und Kranbahnen vorbei.
Die Projekte, die wir hier nennen, beschreiben das Baugeschehen der Stadt. Sie sind keine Referenzen, wir bewachen sie nicht. Für Baufirmen, Nachunternehmer und Bauherren, die in diesem Umfeld arbeiten, entstehen aber die Aufgaben, um die es auf dieser Seite geht.
Zweite Stammstrecke: Baustellen über und unter der Stadt
Der symbolische Baubeginn der zweiten S-Bahn-Stammstrecke war am 5. April 2017 am Marienhof. Die Strecke zweigt in Laim ab, taucht nahe der Donnersbergerbrücke ab und führt in einem Tunnel von 7.597 Metern Länge über Hauptbahnhof, Marienhof und Ostbahnhof zum Leuchtenbergring. Der neue Halt am Ostbahnhof liegt rund 16 Meter tief unter der Friedenstraße. Vorgesehen sind Tunnelbohrmaschinen, die vom Leuchtenbergring nach Westen und von der Donnersbergerbrücke nach Osten vorgetrieben werden. Am Bahnhof Laim ist das neue Gleis 1 seit August 2023 in Betrieb, der Bahnsteig samt Gleis 2 soll Mitte 2026 fertig sein.
Entlang dieser Linie entstehen also über Jahre hinweg Baustelleneinrichtungen an mehreren Stellen gleichzeitig. Für Nachunternehmer mit eigenen Lagerflächen, Werkstattcontainern und Geräteparks gilt: Kupferkabel, Akkuwerkzeug, Messgeräte und Diesel sind gefragte Beute, und an innerstädtischen Plätzen fallen Unbefugte erst auf, wenn jemand gezielt hinsieht.
Hauptbahnhof und U-Bahn: mehrere Projekte an einem Ort
Am Hauptbahnhof kommen 2025 täglich über 450.000 Reisende und Besucher an. Gleichzeitig wurde das alte Empfangsgebäude abgebrochen, die Station der Stammstrecke entsteht tief unter dem Vorplatz, und seit April 2024 ist zwischen Stadt, Bahn und Freistaat vereinbart, dass ein Vorhaltebauwerk für eine künftige U-Bahn-Linie U9 mitgebaut wird. Auf solchen Flächen arbeiten verschiedene Firmen mit eigenen Zufahrten, eigenen Lagern und eigenen Bauleitern.
Im Westen baut die Stadt seit Januar 2022 die U5 vom Laimer Platz nach Pasing weiter. Der Bahnhof Baumschule Laim soll nach Planung 2030 in Betrieb gehen, Pasing 2034. In Freiham wird seit 2024 ein Vorhaltebauwerk für die spätere U-Bahn errichtet, der Rohbau ist bis Oktober 2027 angesetzt.
Freiham, Paketposthalle, Gasteig: Hochbau und Sanierung
Freiham am westlichen Stadtrand ist seit 2006 im Bau. Im Norden entstehen in mehreren Realisierungsabschnitten Wohnungen, Schulen und Plätze, der Bildungscampus ist seit dem Schuljahr 2019/2020 in Betrieb. Wohnungsbau in Abschnitten heißt: Neben bezogenen Häusern stehen Rohbauten mit offenen Kellern, Fenstern im Lager und Heizungstechnik vor dem Einbau.
Für das Areal der Paketposthalle in Neuhausen ist der Bebauungsplan rechtskräftig, seit der Verwaltungsgerichtshof im Januar 2026 die Berufung gegen das erstinstanzliche Urteil zurückgewiesen hat. Am Gasteig in Haidhausen liegt die Projektverantwortung seit März 2024 bei einer städtischen Gesellschaft, nach der Räumung beginnt dort zunächst die Schadstoffsanierung. Bei Sanierungen dieser Art sind Rückbaumaterial, Gerüste und Schuttcontainer über Wochen offen zugänglich.
Aufgaben auf einer Münchner Baustelle
Welche Leistungen sinnvoll sind, hängt von Lage und Bauphase ab. Häufig vereinbart werden:
- Zufahrtskontrolle nach Liste der Bauleitung, Erfassung von Fremdfirmen und Kennzeichen
- Kontrolle von Containern, Materiallagern, Gerüstzugängen und Kranbereichen nach Feierabend
- Nachtbesetzung oder Kontrollgänge am Wochenende und an Feiertagen
- Prüfung von Bauzaun, Toren und Beleuchtung an Gehwegen und Straßen
- Bericht für die Bauleitung am Morgen mit Uhrzeit, Ort und Foto jeder Feststellung
Wo Passanten dicht am Zaun vorbeigehen, achten unsere Kräfte zusätzlich auf umgefallene Absperrungen und offene Durchgänge und melden sie, damit niemand von außen in den Baubereich gerät.
Vorhabenbezogen aus dem Norden
Unsere Niederlassungen befinden sich in Neumünster, Berlin und Bremen. Ein Bewachungsauftrag in München kommt daher erst nach einer Prüfung zustande: Wie lange läuft die Baustelle, wie viele Stunden pro Woche sind zu besetzen, wie sichern wir Vertretung und Unterbringung der Kräfte über die Bauzeit? Lässt sich das nicht verlässlich lösen, sagen wir ab, statt Ihre Baustelle mit wechselndem Personal zu besetzen.
Kommt der Auftrag zustande, erhalten Sie eine feste Ansprechperson und eine Einweisung mit Ihrer Bauleitung vor Ort. Unsere Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, wir arbeiten nach DIN 77200 und sind nach ISO 9001 zertifiziert. Mehr zur Leistung steht unter Baustellenbewachung, die Landesseite unter Baustellenbewachung in Bayern.
Was die Bewachung kostet
Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei Baustellen bestimmt vor allem der Zuschnitt den Betrag: Eine Bewachung nur in Nächten und an Wochenenden während der Rohbauphase fällt anders aus als eine durchgehende Besetzung mit Zufahrtskontrolle tagsüber. Dazu kommen Feiertage, die Dauer der Bauzeit und die Frage, ob einzelne Kontrollgänge statt einer ständigen Anwesenheit genügen.
Zuschläge stehen getrennt im Angebot, abgerechnet wird nach geleisteten Stunden. Alle weiteren Leistungen für die Stadt finden Sie unter Sicherheitsdienst München.


