Warum ein Plan im Kopf nicht reicht
In vielen Betrieben gibt es ein unausgesprochenes Wissen darüber, was im Notfall zu tun ist. Der Chef weiß, wen er anruft. Der Hausmeister weiß, wo der Hauptschalter ist. Das funktioniert, bis genau diese Personen nicht da sind: nachts, am Wochenende, im Urlaub. Ein Notfallplan macht Wissen unabhängig von einzelnen Köpfen.
Rechtlich ist das kein Selbstzweck. Nach § 10 Arbeitsschutzgesetz muss der Arbeitgeber Maßnahmen für Erste Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung treffen und dafür Beschäftigte benennen. Ein Notfallplan bündelt diese Pflichten zu einem Dokument, das im Ernstfall weiterhilft.
Welche Notfälle der Plan abdecken sollte
Jeder Betrieb hat sein eigenes Risikoprofil. Ein Lager mit Gefahrstoffen braucht andere Abläufe als ein Bürogebäude. Gehen Sie die denkbaren Szenarien durch und priorisieren Sie nach Wahrscheinlichkeit und Folgen.
- Brand und Rauch mit Alarmierung, Räumung und Sammelplatz.
- Arbeits- und Wegeunfall mit Erster Hilfe und Rettungsdienst.
- Einbruch oder Sabotage, auch außerhalb der Arbeitszeit.
- Bedrohung durch aggressive Personen oder verdächtige Gegenstände.
- Technische Ausfälle wie Strom, Wasser, Heizung oder IT.
- Unwetter mit Sturm, Starkregen oder Hochwasser.
Für jedes Szenario beantwortet der Plan dieselben Fragen: Wer erkennt den Notfall? Wen alarmiert er? Was passiert in den ersten Minuten? Wer entscheidet über weitere Schritte?
Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter bemerkt am Freitagnachmittag Rauch aus einem Technikraum. Steht im Plan, dass er zuerst den Handmelder drückt, dann die Feuerwehr ruft und anschließend die notfallverantwortliche Person informiert, muss er nicht überlegen. Fehlt diese Reihenfolge, wird oft zuerst der Vorgesetzte gesucht, und wertvolle Minuten vergehen.
Rollen klar verteilen
Das Herzstück eines Notfallplans sind Zuständigkeiten mit Namen und Vertretung. Eine Rolle ohne Stellvertreter ist eine Lücke.
| Rolle | Aufgabe im Notfall |
|---|---|
| Notfallverantwortliche Person | Lage bewerten, Entscheidungen treffen, Kontakt zu Einsatzkräften |
| Ersthelfer | Erste Hilfe leisten, Rettungsdienst einweisen |
| Brandschutz- und Evakuierungshelfer | Räumung unterstützen, Bereiche kontrollieren, Vollzähligkeit prüfen |
| Haustechnik | Anlagen abschalten, Zugänge für Feuerwehr öffnen |
| Empfang oder Pforte | Einsatzkräfte empfangen, Besucher erfassen, Zufahrten freihalten |
| Kommunikation | Beschäftigte, Kunden und gegebenenfalls Presse informieren |
Außerhalb der Arbeitszeit sieht die Lage anders aus. Dann ist oft niemand im Haus. Hier muss der Plan regeln, wer bei einem Alarm benachrichtigt wird, wer den Schlüssel hat und wer vor Ort erscheint. Viele Unternehmen lösen das mit einer Alarmaufschaltung und einem Interventionsdienst, der Schlüssel verwahrt und die Feuerwehr empfängt.
So bleibt der Plan brauchbar
Ein Notfallplan, der im Ordner verstaubt, hilft niemandem. Damit er im Ernstfall funktioniert, muss er kurz, aktuell und bekannt sein. Die wichtigsten Telefonnummern und Abläufe gehören auf eine Seite, gut sichtbar ausgehängt an Empfang, Pforte und in den Abteilungen.
Prüfen Sie den Plan mindestens einmal im Jahr und immer dann, wenn sich etwas ändert: neue Ansprechpartner, Umbau, neue Anlagen, neue Mieter im Gebäude. Und üben Sie. Eine Räumungsübung zeigt schnell, ob Fluchtwege frei sind, ob die Alarmierung in allen Bereichen hörbar ist und ob die Helfer ihre Aufgaben kennen. Tipps dazu im Ratgeber Evakuierung planen.
Typische Schwachstellen
Bei der Durchsicht von Notfallplänen fallen immer wieder dieselben Punkte auf: veraltete Telefonnummern, Helfer, die längst nicht mehr im Unternehmen sind, keine Regelung für Nacht und Wochenende, Besucher und Fremdfirmen, die bei der Räumung nicht erfasst werden. Gerade die Frage, wer im Gebäude ist, lässt sich mit einem geordneten Empfangs- und Pfortendienst gut beantworten. Staffsec unterstützt Unternehmen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin mit Pforte, Revierdienst und Intervention als Teil des betrieblichen Notfallmanagements.


