Eine Altstadt, die aus Bränden gelernt hat
Wittlichs Stadtbild ist von Wiederaufbau geprägt. Nach dem Stadtbrand von 1647 wurde das Rathaus zwischen Juli 1650 und Februar 1652 auf mittelalterlichen Fundamenten neu errichtet; spätere Brände 1689 und 1707 beschädigten es erneut, der Renaissancegiebel wich dem heutigen geschwungenen Giebel mit der Figur des heiligen Rochus. Solche Baugeschichten finden sich in vielen Häusern rund um den Marktplatz. Der Stadtkern ist über Jahrhunderte immer wieder umgebaut, aufgestockt und erweitert worden. Wer heute in einem dieser Gebäude ein Dach erneuert oder eine Heizung tauscht, arbeitet oft auf Material, das älter ist als jede Bauakte.
Für Sanierungen bedeutet das: alte Dachstühle, Holzbalkendecken, Hohlräume hinter Verkleidungen und Schichten aus verschiedenen Jahrhunderten. Ein Funke, der in eine solche Fuge fällt, kann dort lange unbemerkt glimmen. Eine Brandwache sorgt dafür, dass jemand ausschließlich auf dieses Risiko achtet, während die Handwerker ihre Arbeit machen.
Gebäude mit erhöhter Aufmerksamkeit bei Heißarbeiten
Diese Denkmäler und Bauten stehen beispielhaft für die Bandbreite in Wittlich:
- das Alte Rathaus in der Neustraße 2, 1922 bis 1924 entlang der Neustraße erweitert, heute Städtische Galerie
- die katholische Pfarrkirche St. Markus, eine barocke Pfeilerbasilika von 1707/08 bis 1724
- das Burgtor in der Burgstraße 57 von 1317 als Rest der Stadtbefestigung
- Haus Daus in der Karrstraße aus dem frühen 16. Jahrhundert und Haus Bohlen in der Burgstraße 1 mit Mansarddach aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts
- das Casino in der Friedrichstraße 4 von 1898/99 mit Bühnenanbau und Turm
- die Synagoge in der Himmeroder Straße 44 von 1910, heute Kultur- und Tagungsstätte
- die frühere Maschinenfabrik Wintrich in der Gerberstraße von 1828, Hammerwerk und Lohmühle mit Mühlrad
Heißarbeiten in Werken und Hallen
Neben der Altstadt hat Wittlich eine starke Industrie: Reifenproduktion, Lebensmittelherstellung, Armaturenwerk und die Fertigung von Asphaltmischanlagen in Wengerohr. In solchen Betrieben stehen bei Umbauten, Wartungen und Reparaturen regelmäßig Schweiß- und Trennarbeiten an, oft in Hallen mit Lagergut, Verpackung oder brennbaren Betriebsstoffen in der Umgebung.
Ähnlich ist es in Versammlungsstätten wie dem Eventum am Brautweg oder einem Saal mit Bühne. Werden dort Stahlträger angepasst, Lüftungskanäle getrennt oder Dachflächen mit Flamme abgedichtet, gehört eine Brandwache zum Arbeitsschutz. Wir richten uns dabei nach dem Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten, den der Auftraggeber oder sein Beauftragter ausstellt.
Ablauf einer Brandwache
Vor Beginn sieht sich unsere Kraft den Arbeitsbereich an: Was ist entfernt oder abgedeckt, wo liegen Öffnungen in benachbarte Räume, wo stehen Löschmittel, wie lautet der Fluchtweg? Während der Arbeiten beobachtet sie Funkenflug und Wärmeleitung, auch auf der Rückseite von Wänden und in darunterliegenden Geschossen. Löschgeräte stellt der Auftraggeber bereit, eingewiesen wird die Kraft vor Ort.
Nach Ende der Heißarbeiten bleibt die Brandwache für die im Erlaubnisschein festgelegte Zeit und kontrolliert danach erneut. Für die Suche nach verdeckter Glut nutzen wir eine Wärmebildkamera, wenn Sie eine bereitstellen. Alle Kontrollen und Beobachtungen werden mit Uhrzeit notiert und Ihnen übergeben.
Wird Glut oder Rauch bemerkt, alarmiert die Kraft sofort die Feuerwehr, bekämpft einen Entstehungsbrand mit den vorhandenen Mitteln, soweit das gefahrlos möglich ist, und informiert den Verantwortlichen. Danach weist sie die Einsatzkräfte ein, damit diese ohne Umweg zur betroffenen Stelle gelangen.
Vorhabenbezogen aus dem Norden
Unser Hauptsitz ist in Neumünster, weitere Standorte sind Berlin und Bremen. In Rheinland-Pfalz arbeiten wir ohne eigenes Büro und planen jede Brandwache in Wittlich einzeln. Bei längeren Sanierungen mit wiederkehrenden Heißarbeiten lohnt sich eine feste Besetzung über mehrere Wochen, bei einzelnen Terminen brauchen wir einen gewissen Vorlauf für die Anreise.
Unsere Kräfte haben eine Unterrichtung nach § 34a GewO und werden für jede Baustelle eingewiesen. Zertifiziert sind wir nach ISO 9001 und DIN 77200. Unter +49 4321 78 33 590 sind wir rund um die Uhr ansprechbar.
Mehr zur Stadt unter Sicherheitsdienst Wittlich, zum Land unter Brandwache in Rheinland-Pfalz.
Was eine Brandwache in Wittlich kostet
Der Richtwert beträgt 23 bis 50 € netto je Stunde. Für Brandwachen ist entscheidend, wann gearbeitet wird: Heißarbeiten in Produktionsbetrieben finden oft in Stillständen am Wochenende oder in der Nacht statt, und die Nachkontrolle verlängert jeden Einsatz über das Arbeitsende hinaus. Beides schlägt sich im Preis nieder.
Günstiger wird es, wenn die Termine früh feststehen und sich auf zusammenhängende Tage bündeln lassen. Dann entfallen wiederholte Anreisen, und dieselbe eingewiesene Kraft kann die ganze Maßnahme begleiten.


