Begriff
Entsorgungskoordination bezeichnet die Steuerung aller Abfälle, die auf einer Baustelle anfallen: von der Bereitstellung der Container über die Einweisung der Gewerke bis zu Abholung und Nachweisführung. Sie ist auf größeren Bauvorhaben ein eigener Baustein der Baulogistik und wird oft von derselben Stelle gesteuert, die auch Anlieferungen und Lagerflächen plant.
Ziel ist eine Baustelle, auf der Abfall dort landet, wo er hingehört — sortenrein, rechtzeitig abgeholt und lückenlos belegt.
Rechtlicher Rahmen
Grundlage sind das Kreislaufwirtschaftsgesetz und die Gewerbeabfallverordnung. Letztere verlangt für Bau- und Abbruchabfälle grundsätzlich die getrennte Sammlung bestimmter Fraktionen, darunter Holz, Metalle, Kunststoffe, Glas, Dämmmaterial, Beton, Ziegel sowie Baustoffe auf Gipsbasis. Wo eine Trennung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist, muss das begründet und dokumentiert werden.
Für gefährliche Abfälle — etwa asbesthaltige Baustoffe, belastetes Holz oder bestimmte Dämmstoffe — gelten zusätzlich die Regeln der Nachweisverordnung mit elektronischen Begleitscheinen. Im Zweifel klären Bauherr und Bauleitung die Einstufung vorab mit dem Entsorgungsfachbetrieb.
Aufgaben im Baustellenalltag
- Planung: Containerstandorte festlegen, die im Baustellenplan Platz finden und Rettungswege nicht versperren.
- Einweisung: Gewerke und Nachunternehmer über Fraktionen, Sammelstellen und Regeln informieren, idealerweise schon beim Baustellenstart.
- Kontrolle: Container regelmäßig auf Fehlwürfe prüfen und Verursacher ansprechen, bevor die ganze Mulde als Gemisch abgerechnet wird.
- Abruf: Container rechtzeitig tauschen lassen, damit nichts überquillt oder daneben abgestellt wird.
- Dokumentation: Wiegescheine, Lieferscheine und Entsorgungsnachweise sammeln und dem Bauherrn bereitstellen.
- Ordnung: Sammelstellen begehbar und sauber halten, wildes Abladen von Fremdmüll auf der Baustelle verhindern.
Warum sich das lohnt
Falsch getrennter Abfall verteuert die Entsorgung spürbar und führt zu Nachweisen, die nicht zur Realität passen. Hinzu kommen Verzögerungen, wenn volle Container Zufahrten blockieren. Auf innerstädtischen Baustellen in Hamburg oder Berlin mit wenig Platz ist eine klare Containerlogistik oft die Voraussetzung dafür, dass Anlieferungen überhaupt fahren können.
Ein typischer Fehler: Die Regeln stehen in der Baustellenordnung, aber niemand kontrolliert sie. Erst eine Person, die täglich hinschaut und Rückmeldung gibt, verändert das Verhalten. Staffsec übernimmt Entsorgungskoordination als Teil der Baulogistik und arbeitet dabei eng mit Bauleitung und Entsorgern zusammen.

