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Baustellenordnungdie Hausordnung für das Baufeld

Sie wissen danach, welche Regeln in eine Baustellenordnung gehören, wie sie für alle Beteiligten verbindlich wird und welche Rolle der Sicherheitsdienst spielt.

Glossar · 2 Min. LesezeitVon Manuel Rutsch · Stand 6. Oktober 2026

Wozu eine Baustellenordnung dient

Die Baustellenordnung ist das schriftliche Regelwerk des Bauherrn oder Generalunternehmers für alle, die das Baufeld betreten: eigene Leute, Nachunternehmer, Lieferanten, Planer und Besucher. Sie beantwortet die Fragen, die sonst jeden Morgen am Tor neu diskutiert werden: Wer darf hinein? Was muss er dabei haben? Wo darf er parken, rauchen, Material abstellen?

Rechtlich stützt sie sich auf das Hausrecht des Bauherrn und auf die Bauverträge. Werden die Nachunternehmer vertraglich auf die Baustellenordnung verpflichtet, kann ein Verstoß Folgen haben — bis zum Verweis einzelner Personen vom Gelände. Fehlt sie, fehlt dem Torpersonal jede Grundlage, um jemanden abzuweisen.

Was typischerweise geregelt wird

  • Anmeldung und Ausweis: Zutritt nur mit Baustellenausweis oder Besucheranmeldung, Nachweis der Sicherheitsunterweisung.
  • Persönliche Schutzausrüstung: Helm, Sicherheitsschuhe, Warnweste, je nach Bereich Gehör- oder Augenschutz.
  • Verkehr und Wege: Fahrwege, Schrittgeschwindigkeit, Parkverbot im Baufeld, Fußgängerwege.
  • Anlieferung: Zeitfenster, Anmeldepflicht, Abladeorte.
  • Verbote: Alkohol, Rauchen außerhalb ausgewiesener Bereiche, Feuerarbeiten ohne Erlaubnisschein.
  • Ordnung und Entsorgung: Wer räumt wann auf, wohin mit welchem Abfall.
  • Fotos und Dritte: Fotografierverbote, Umgang mit Presse und Anwohnern.
  • Notfall: Sammelplatz, Notrufnummern, Ersthelfer, Zufahrt für Rettungsdienst.

Auf Baustellen, für die nach der Baustellenverordnung ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan zu erstellen ist, sollten Baustellenordnung und dieser Plan zueinander passen. Die Abstimmung übernimmt in der Regel der SiGeKo.

Bekannt machen und durchsetzen

Eine Baustellenordnung wirkt nur, wenn sie jeder kennt. Bewährt hat sich ein Dreiklang: Aushang an jedem Tor, Bestandteil der Erstunterweisung mit Unterschrift und Anlage zu jedem Nachunternehmervertrag. Bei vielen ausländischen Arbeitskräften helfen Piktogramme und Übersetzungen der wichtigsten Punkte.

Der Sicherheitsdienst setzt die Ordnung im Auftrag des Bauherrn durch: Er kontrolliert Ausweise und Schutzausrüstung am Tor, weist Fahrzeuge ein, dokumentiert Verstöße und meldet sie der Bauleitung. Die Entscheidung über Sanktionen bleibt beim Bauherrn. Damit das reibungslos läuft, gehört in die Dienstanweisung, was die Kraft am Tor selbst entscheiden darf und wann sie die Bauleitung anrufen muss.

Häufige Fragen

Fragen zum Begriff kurz beantwortet

Ist eine Baustellenordnung gesetzlich vorgeschrieben?+

Als eigenes Dokument schreibt sie kein Gesetz vor. Viele Pflichten, die sie bündelt, ergeben sich aber aus Arbeitsschutzrecht, Baustellenverordnung und Unfallverhütungsvorschriften. Auf größeren Baustellen ist sie gängige Praxis.

Darf der Sicherheitsdienst einen Handwerker ohne Helm abweisen?+

Wenn die Baustellenordnung Schutzausrüstung vorschreibt und der Bauherr das Hausrecht übertragen hat, ja. Sinnvoll ist, in der Dienstanweisung festzulegen, ob vorher die Bauleitung informiert wird.

Wer erstellt die Baustellenordnung?+

Der Bauherr oder der von ihm beauftragte Generalunternehmer, oft gemeinsam mit Bauleitung und SiGeKo. Der Sicherheitsdienst kann aus der Praxis ergänzen, welche Regeln am Tor kontrollierbar sind.

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