Ein Industrieort mit langer Vorgeschichte
1865 gründete Alfred Nobel in Krümmel die Fabrik, in der das Dynamit entstand, 1877 kam die Pulverfabrik in Düneberg hinzu. Im Jahr 1917 arbeiteten in beiden Sprengstoffwerken rund 20.000 Menschen. Von dieser Zeit ist wenig geblieben, der Charakter als Technikstandort aber schon: Heute prägen Energie, Chemie, Forschung und Maschinenbau die mittelständische Wirtschaft der Stadt.
Für Werkschutz ist dabei weniger die Zahl der Betriebe entscheidend als ihre Art. Wo geforscht wird, sind Labore, Prüfstände und Daten schützenswert. Wo Energie erzeugt wird, gelten strenge Vorgaben, wer welche Bereiche betreten darf. Und wo ein Großkraftwerk zurückgebaut wird, sind über viele Jahre wechselnde Fremdfirmen auf dem Gelände.
Standorte mit Bedarf an Werkschutz
Diese Liste beschreibt, wo in Geesthacht Werkschutzaufgaben typischerweise anfallen. Sie benennt keine Kunden:
- Helmholtz-Zentrum Hereon – Hauptsitz mit zentralem Technikum und Verwaltung, rund 1.000 Beschäftigte aus etwa 60 Nationen, früher mit zwei Forschungsreaktoren
- Kernkraftwerk Krümmel – seit Juni 2024 mit Abrissgenehmigung, Rückbau nach Betreiberplänen über mindestens 15 Jahre, dazu Zwischenlager auf dem Gelände
- Pumpspeicherwerk Geesthacht – seit 1958 in Betrieb, 120 MW Leistung, Oberbecken auf dem Geesthang mit rund zwei Kilometern Ringdamm
- Industriegebiet Krümmel und Gewerbeflächen an der Mercatorstraße und der Wärderstraße
- Betriebe wie das Labor LADR, der Leuchtturm Albenverlag und der Versandhändler Depesche
- Elbehafen für Binnenschiffe bis 1.350 BRT mit Umschlag- und Lagerflächen
Pforte, Fremdfirmen, Geländestreife
An der Pforte beginnt der Werkschutz. Unsere Kräfte prüfen Werksausweise, melden Besucher an, geben Tagesausweise aus und gleichen Lieferungen mit Ihren Avisen ab. Für Fremdfirmen gilt: Zutritt erst nach nachgewiesener Sicherheitsunterweisung, jedes Kommen und Gehen wird erfasst. Wo Ihre Regeln Taschen- oder Fahrzeugkontrollen vorsehen, führen wir sie nach Betriebsanweisung durch.
Bei einem Rückbauprojekt verändert sich die Lage laufend. Monatelang kommen täglich dieselben Monteure, dann beginnt ein neuer Abschnitt mit anderen Gewerken und Spezialfirmen. Wir halten Zugangslisten aktuell, sperren abgelaufene Ausweise und melden Unstimmigkeiten sofort an Ihre Sicherheitsleitung. Gleiches gilt für Forschungseinrichtungen mit Gastwissenschaftlern, Konferenzen und wechselnden Projektteams.
Außerhalb der Kernarbeitszeit übernimmt die Streife: Zaunverläufe am Waldrand und zum Elbufer, Tore, Lagerplätze, Technikgebäude und Parkflächen. Hinweise aus Brandmelde- oder Gebäudeleittechnik nehmen wir entgegen und gehen ihnen nach festem Ablauf nach.
Besonderheiten am Elbhang
Die großen Anlagen in Krümmel liegen zwischen Elbufer, Bahnstrecke, B 5 und dem bewaldeten Geesthang. Lange Zäune, öffentliche Wanderwege direkt am Gelände und wenige Sichtachsen machen die Bestreifung aufwendiger als in einem flachen Gewerbegebiet. Wir legen Prüfpunkte so, dass auch abgelegene Abschnitte zuverlässig erreicht werden, und dokumentieren jeden Rundgang mit Uhrzeit.
Geplant wird aus Neumünster, Geesthacht gehört zu unserer Kernregion Nord. Betriebe mit weiteren Werken in Schwarzenbek oder im Hamburger Osten können den Werkschutz über einen Ansprechpartner steuern lassen.
Qualifikation und Zuverlässigkeit
Für Pforte und Streife setzen wir Personal mit Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO ein. In Bereichen, für die Ihre Aufsichtsbehörde zusätzliche Zuverlässigkeitsprüfungen verlangt, klären wir vor dem ersten Dienst, welche Unterlagen nötig sind, und setzen nur Kräfte ein, die diese Anforderungen erfüllen. Unsere Organisation ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Für Ihre Pforte stellen wir ein festes Stammteam zusammen, das vor dem ersten Dienst in Ihre Abläufe eingewiesen wird. Vertretungen lernen das Werk ebenfalls vorab kennen, damit bei Urlaub oder Krankheit kein fremdes Gesicht ohne Ortskenntnis an der Schranke steht.
Mehr zum Leistungsbild finden Sie unter Werkschutz, die Lage im Land beschreibt Werkschutz in Schleswig-Holstein.
Kosten bei langfristiger Besetzung
Werkschutz an einem Industriestandort läuft meist über Jahre. Wir kalkulieren mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Wo innerhalb dieser Spanne Ihr Auftrag liegt, hängt von der Zahl der gleichzeitig besetzten Posten, dem Anteil an Nacht-, Wochenend- und Feiertagsstunden, besonderen Anforderungen an das Personal und Zusatzaufgaben wie Schlüsselverwaltung oder Bedienung einer Leitstelle ab. Bei einem Rückbauprojekt planen wir zusätzlich Verstärkung für Phasen mit vielen Fremdfirmen ein.


