Warum Brandschutz in Geesthacht ein Thema ist
Die Stadt ist eng mit explosiven Stoffen verbunden: In Krümmel entwickelte Alfred Nobel ab 1865 das Dynamit, in Düneberg stand ab 1877 eine Pulverfabrik. Heute geht es um andere Brandlasten. Beim Rückbau des Kernkraftwerks Krümmel müssen nach Betreiberangaben rund 500.000 Tonnen Beton und Stahl zerlegt werden, über einen Zeitraum von mindestens 15 Jahren. In Werkstätten, Hallen und Technikgebäuden der Gewerbegebiete wird täglich geschweißt und getrennt.
Wie schnell ein Feuer ein ganzes Gebäude lahmlegen kann, hat der Brand in der Bertha-von-Suttner-Schule im November 2025 gezeigt. Das Feuer entstand in einem einzelnen Fachraum, durch Ruß und Rauch waren anschließend aber 30 Klassen- und 20 Nebenräume nicht mehr nutzbar.
Einsätze, bei denen eine Brandwache gefragt ist
Brandsicherheitsposten werden in Geesthacht vor allem in diesen Situationen gebraucht. Die Aufzählung beschreibt Einsatzarten, keine bestehenden Aufträge:
- Trenn- und Schneidarbeiten an Stahl und Beton beim Rückbau großer Anlagen in Krümmel
- Schweißarbeiten in Hallen und Werkstätten im Industriegebiet Krümmel, an der Mercatorstraße und an der Wärderstraße
- Dach-, Leitungs- und Fernwärmearbeiten mit offener Flamme, etwa beim Netzausbau Am Keil
- Sanierungen in älteren Gebäuden der Altstadt, wo Hohlräume in Decken und Wänden Glutnester verbergen können
- Veranstaltungen mit Bühnentechnik, zum Beispiel im kleinen Theater Schillerstraße oder bei Open-Air-Abenden am Hafen
Ablauf eines Einsatzes
Vor Beginn der Arbeiten sieht sich unser Brandsicherheitsposten den Bereich an: Welche brennbaren Stoffe liegen in der Nähe, wo sind Durchbrüche zu angrenzenden Räumen, wo stehen Feuerlöscher und wie ist der Weg zum nächsten Druckknopfmelder? Die Vorgaben aus Ihrem Erlaubnisschein für Heißarbeiten gleichen wir dabei ab.
Während der Arbeiten beobachtet die Brandwache den Funkenflug, hält Löschmittel griffbereit und kontrolliert benachbarte Räume und tiefer liegende Ebenen. Entsteht ein Entstehungsbrand, löscht sie ihn mit den vorhandenen Mitteln und alarmiert die Feuerwehr. Nach Abschluss folgt die vereinbarte Nachkontrolle, bei der auch Bereiche hinter Verkleidungen und unter Abdeckungen geprüft werden, bevor die Brandwache den Bereich freigibt.
Gerade in älteren Gebäuden arbeiten wir eng mit den Handwerkern zusammen. Bevor eine Flamme gezündet wird, klären wir gemeinsam, ob Dämmstoffe, Holzbalken oder Staubablagerungen in der Nähe liegen, und decken gefährdete Stellen ab oder lassen sie befeuchten. Der Posten steht so, dass er Arbeitsplatz und Funkenflugbereich gleichzeitig überblickt, und unterbricht die Arbeiten, wenn sich die Lage ändert. Auf diese Weise bleibt die Verantwortung klar geregelt: Der Handwerker konzentriert sich auf seine Aufgabe, die Brandwache auf alles, was dabei in Brand geraten könnte, und Ihr Betrieb erhält am Ende ein vollständiges Protokoll.
Brandwache auch über Nacht
Bei größeren Arbeiten, nach einem Brandschaden oder wenn eine Brandmeldeanlage zeitweise abgeschaltet ist, kann eine Brandwache auch über die Nacht nötig sein. Unsere Kräfte gehen dann in festen Abständen durch das Gebäude, prüfen kritische Bereiche und melden jede Rauch- oder Wärmeentwicklung sofort. Jeder Rundgang wird dokumentiert.
Geplant wird aus unserem Hauptsitz Neumünster, Geesthacht gehört zur Kernregion Nord. Betriebe mit Standorten in Reinbek oder im Hamburger Osten können dieselben eingewiesenen Kräfte anfordern.
Personal und Nachweise
Unsere Brandsicherheitsposten sind im Umgang mit Feuerlöschern geschult und nach § 34a GewO unterrichtet. Für Arbeiten in Bereichen mit besonderen Zutrittsregeln stimmen wir uns mit Ihrer Sicherheitsleitung ab, welche Einweisungen und Nachweise erforderlich sind. Die Organisation ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Jeder Einsatz wird mit Beginn, Ende, Feststellungen und Nachkontrolle protokolliert. Mehr zum Leistungsbild lesen Sie unter Brandwachen, landesweit unter Brandwache in Schleswig-Holstein.
Kosten mit Blick auf Nachtstunden
Eine Brandwache rechnen wir nach tatsächlichen Einsatzstunden ab, der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Den größten Einfluss haben die Länge der Heißarbeiten, die Dauer der Nachkontrolle und der Anteil an Nacht- und Wochenendstunden, denn viele Arbeiten werden außerhalb des laufenden Betriebs erledigt. Bei mehrwöchigen Projekten planen wir feste Posten, bei einzelnen Schweißarbeiten reichen oft wenige Stunden einschließlich Nachkontrolle.


