Vom Textilzentrum zum Standort für Chemie und Papier
Greiz verdankt seinen Aufstieg im 19. Jahrhundert der Textilindustrie. Ende des Jahrhunderts liefen in rund 70 Webereien mehr als 12.000 Webstühle, Greiz war ein Zentrum der Kammgarnstoffe in Deutschland. Von dieser Größe ist wenig geblieben. Was heute die Industrie der Stadt trägt, liegt vor allem im Süden, im Ortsteil Dölau, und in der Papierherstellung, die in Greiz auf eine Tradition von mehr als 400 Jahren zurückblickt.
An der Liebigstraße betreibt Nouryon das frühere Chemiewerk Greiz-Dölau. Hauptprodukt sind Polysulfide, die zu drei Vierteln in die Herstellung von Isolierglas gehen und sonst als Dichtungsmasse im Fahrzeug-, Schiffs- und Flugzeugbau dienen. Auf demselben Gelände stellt Songwon Kunststoffadditive her. An der Mylauer Straße produziert Koehler Greiz mit mehr als 100 Beschäftigten farbige Papiere und Kartons ausschließlich aus Altpapierfasern.
Werke und Flächen mit Bedarf an Werkschutz
Belegt sind in Greiz diese Standorte, an denen Torkontrolle, Fremdfirmensteuerung oder Streife anfallen können:
- Chemiestandort Liebigstraße in Dölau mit Polysulfid-Anlagen und Kunststoffadditiven, Betrieb im rollenden Schichtsystem an allen Tagen des Jahres
- Papier- und Kartonfertigung von Koehler an der Mylauer Straße mit Altpapierlager und Versand
- Gewerbefläche Goldene Aue an der Liebigstraße mit 13.000 Quadratmetern für neue Ansiedlungen
- Gewerbegebiet auf dem früheren Plasttechnik-Gelände an der Plauenschen Straße mit Flächen von gut 1.000 bis knapp 11.000 Quadratmetern
- Kleinere Metall- und Maschinenbaubetriebe in den Ortsteilen, deren Gelände nach Feierabend unbesetzt ist
Werkschutz an einem Störfallbetrieb
Der Chemiestandort in Dölau ist ein Betriebsbereich der oberen Klasse nach der Störfallverordnung. Für ihn gibt es ein Sicherheitskonzept, einen Sicherheitsbericht und einen betrieblichen Alarm- und Gefahrenabwehrplan. Ein Werkschutz, der dort arbeitet, ist Teil dieser Organisation: Er kennt die Sammelplätze, weiß, wo Feuerwehr und Rettungsdienst einfahren, und kann im Ernstfall Zufahrten freihalten und Besucher und Fremdfirmen zählen.
Die Rohstoffe eines solchen Werks kommen zu einem großen Teil flüssig per Bahn, Fertigware verlässt das Gelände in Gebinden auf Lkw. Am Tor bedeutet das: Tankwagen und Bahnanlieferungen anmelden, Fahrer einweisen, Ladepapiere abgleichen und darauf achten, dass Wartende nicht in Bereichen stehen, die für Einsatzfahrzeuge frei bleiben müssen. Unsere Kräfte betreten Anlagenbereiche nur nach Ihrer Einweisung und mit der Schutzausrüstung, die Ihre Gefährdungsbeurteilung vorsieht.
Papierwerk: Brandlast, Versand und Wochenenden
In einer Papierfabrik liegt der Wert nicht nur in der Maschine. Ballen aus Altpapier, Rollen und gestapelte Kartons sind erhebliche Brandlasten, die auf dem Hof und in Hallen lagern. Werkschutz bedeutet hier vor allem Streifengänge mit Blick auf Rauchverbot, freie Feuerwehrzufahrten und Tore, die geschlossen sein sollen, dazu die Kontrolle von Lkw im Versand.
Der Zuschnitt hängt vom Werk ab. Typische Aufgaben, die wir mit Werkleitung und Sicherheitsfachkraft abstimmen, sind:
- Besetzung der Pforte zu Schichtwechseln und an Wochenenden
- Anmeldung von Lieferanten, Monteuren, Entsorgern und Besuchern mit Ausweis und Einweisung
- Abgleich von Ladung und Lieferschein beim Warenausgang
- Kontrolle von Erlaubnisscheinen für Heißarbeiten und Arbeiten in abgesperrten Bereichen
- Streifengänge über Ballenlager, Freiflächen und entlang der Umzäunung
Bei Stillständen für Revisionen kommen oft viele Fremdfirmen gleichzeitig. Dann verstärken wir die Pforte für einige Tage und führen eine Liste, wer mit wie vielen Leuten auf dem Gelände ist.
Planung aus der Ferne, Einweisung vor Ort
Thüringen liegt außerhalb unserer Kernregion im Norden. Werkschutz in Greiz übernehmen wir daher vorhabenbezogen: Vor der Zusage klären wir Postenzahl, Schichtfolge und Vertretung und prüfen, ob wir den Dienst über Monate stabil besetzen können. Ein Büro in Thüringen unterhalten wir nicht. Die Anfahrt erfolgt über die A 72 mit dem Anschluss bei Reichenbach oder über die A 9, von dort weiter auf der B 92 oder der B 94.
Für einen Posten an einem Chemiewerk setzen wir Personal mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO ein, das vor dem ersten Dienst in Werksordnung, Alarmplan und Gefahrenbereiche eingewiesen wird. Unsere Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert, erreichbar sind wir Tag und Nacht unter +49 4321 78 33 590. Weitere Informationen finden Sie unter Werkschutz, Werkschutz in Thüringen und Sicherheitsdienst Greiz; Betriebe im benachbarten Oberzentrum finden Angaben unter Sicherheitsdienst Gera.
Kosten für Werkschutz in Greiz
Für Werkschutz rechnen Sie mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Ein Tor, das als Dauerauftrag in festen Schichten besetzt wird, liegt eher im unteren Bereich, weil sich Einarbeitung und Planung auf eine lange Laufzeit verteilen. Höher fällt der Satz aus, wenn Anforderungen eines Störfallbetriebs zusätzliche Qualifikation verlangen, wenn Nacht-, Sonn- und Feiertagsschichten überwiegen oder wenn wir für eine Revision kurzfristig verstärken.


