Vom Nagelschmied zum Werkzeugbau
Über Generationen haben Handwerker im Haseltal Nägel, Korkenzieher und Feilen hergestellt, das Metallhandwerksmuseum zeigt diese Werkstätten bis heute. Aus dieser Tradition sind Betriebe für Werkzeugbau, Präzisionsteile, Kunststofftechnik und Wärmebehandlung entstanden. Die Stadt nennt mehr als 200 Industriearbeitsplätze je 1.000 Einwohner, mehr als 1.500 Beschäftigte in den Gewerbegebieten und über 50 angesiedelte Unternehmen.
Für den Werkschutz bedeutet das: viele mittelständische Werke mit wertvollen Werkzeugen, Formen, Rohmaterial und fertiger Ware, die oft im Schichtbetrieb arbeiten und deren Hallen am Wochenende leer stehen.
Die Gewerbegebiete und ihre Betriebe
Die Stadt weist vier Gewerbegebiete aus, dazu kommt ein großer Hersteller in Viernau:
- Am Schertzer: Werkzeugbau und Kunststofftechnik, ein Automobilzulieferer, ein Ventilhersteller, Sensortechnik und eine Härterei
- Am Schertzer Nord: ein rund 11 Hektar großes Industriegebiet mit Präzisionsteilefertigung
- Am Stiller Berg: eine Werkzeugfabrik, Metall- und Systemtechnik, Metallverarbeitung sowie Bau- und Logistikbetriebe
- Im Erlich mit den Bereichen Schutzwiesen und Am Mühlgraben: ein Verpackungshersteller, Metallhandel, Werkzeug- und Metallwarenbetriebe
- Viernau: Rennsteig Werkzeuge, ein Unternehmen der Knipex-Gruppe mit Sitz und Produktion im Ort
Aufgaben an Tor und Pforte
Am Werkstor entscheidet sich, wer und was auf das Gelände kommt. Unsere Kräfte registrieren Besucher, Lieferanten und Speditionen, geben Besucherausweise aus und begleiten Fremdfirmen zu ihrem Einsatzort, wenn das Werk es verlangt. Ausgehende Ware gleichen sie mit Lieferschein und Ladeliste ab, bei Stichproben nach Ihrer Werksordnung.
Gerade bei Härtereien und Werkzeugbauern lohnt ein Blick auf Schrott- und Spänecontainer, Rückläufer und Werkzeugausgabe. Was dort kontrolliert wird und wie weit die Befugnisse reichen, legen wir vorab schriftlich in der Dienstanweisung fest.
Streife nach Schichtende und in Werksferien
Viele Betriebe im Haseltal fahren nicht rund um die Uhr. Nach der letzten Schicht und an Wochenenden gehen unsere Kräfte Hallen, Lager, Freiflächen und Zaun ab, prüfen Rolltore und Notausgänge, achten auf laufende Maschinen, undichte Leitungen und Licht, wo keines brennen sollte. In Werksferien, wenn Wartung und Umbau anstehen, übernehmen sie zusätzlich die Aufsicht über Handwerker auf dem Gelände.
Wenn mehrere Betriebe im selben Gewerbegebiet eine gemeinsame Streife wünschen, lässt sich die Runde teilen. Die Zahl der Kontrollen je Betrieb wird dabei offen ausgewiesen.
Organisation außerhalb der Kernregion
Unsere eigene Planung aus dem Personalstamm deckt den Norden ab, in Thüringen arbeiten wir vorhabenbezogen und ohne eigenes Büro. Vor einem Auftrag prüfen wir Anfahrt und Personal für Ihr Schichtmodell und sagen Ihnen ehrlich, was machbar ist. Dann folgen Begehung, Dienstanweisung, Einweisung der Kräfte und ein fester Ansprechpartner auf unserer Seite. Die Kräfte bringen die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO mit, wo die Aufgabe sie verlangt.
Mehr zur Leistung lesen Sie unter Werkschutz, zum Land unter Werkschutz in Thüringen. Betriebe im Nachbarort finden Informationen unter Zella-Mehlis.
Lieferverkehr zwischen Autobahn und Werkstor
Die Werke im Haseltal erreichen Speditionen über die A 71 mit den Anschlussstellen Suhl/Zella-Mehlis, Meiningen-Nord und Oberhof und anschließend über Landesstraßen wie die L 1118 am Stiller Berg. Fahrer, die früh am Morgen vor dem Tor stehen, und Abholungen am Freitagnachmittag bestimmen den Takt an der Pforte.
Unsere Kräfte führen dafür ein Zeitfensterbuch nach Ihren Vorgaben, weisen Lkw auf die richtige Rampe ein, lassen wartende Fahrzeuge nicht auf der öffentlichen Straße stehen und melden dem Versand rechtzeitig, wenn eine angekündigte Abholung ausbleibt oder ein unbekanntes Fahrzeug Ware abholen will.
Kosten für einen Werkschutz
Als Orientierung nennen wir 23 bis 50 € netto je Stunde. Beim Werkschutz zählt vor allem die Laufzeit: Eine dauerhaft besetzte Pforte mit gleichbleibenden Schichten lässt sich anders kalkulieren als eine Streife nur in den Werksferien. Dazu kommen Nacht- und Feiertagsanteile, die Zahl der Kräfte je Schicht und die Frage, ob die Pforte nur registriert oder auch Warenausgang und Fremdfirmen betreut.


