Der Winter ist Planungszeit
Viele Bauvorhaben in Norddeutschland starten nach der Frostperiode. Genehmigungen liegen vor, Gewerke sind vergeben, die Baustelleneinrichtung ist geplant. Die Sicherung der Baustelle wird dagegen oft erst dann Thema, wenn der erste Bagger nachts verschwunden ist. Dabei lassen sich die meisten Fragen schon im Winter am Schreibtisch klären, in Ruhe und ohne Zeitdruck.
Ein früher Blick auf die Sicherheit spart später Ärger. Er verhindert, dass die Einrichtung umgebaut werden muss, weil Zaun, Beleuchtung oder Zufahrt nicht zur Bewachung passen. Und er gibt dem Sicherheitsdienst die Zeit, das Gelände kennenzulernen, bevor die ersten Maschinen und Materialien anrollen.
Fragen, die vor dem ersten Spatenstich geklärt sein sollten
Die folgenden Punkte gehören in die Vorbereitung jeder größeren Baustelle. Sie betreffen Bauherr, Bauleitung und gegebenenfalls den Koordinator nach Baustellenverordnung gleichermaßen.
- Wer trägt die Verantwortung für die Sicherung? Bauherr, Generalunternehmer oder jedes Gewerk für sich? Das gehört in die Verträge.
- Wie wird das Gelände abgegrenzt? Lage von Bauzaun, Toren und Zufahrten, Sichtschutz, Abstand zu Nachbargrundstücken.
- Wo lagern Material und Maschinen? Ein gesicherter Lagerbereich ist leichter zu überwachen als verstreute Stapel.
- Wer darf auf die Baustelle? Regeln für Zutritt, Anlieferung und Besucher, wie im Ratgeber zur Zutrittsregelung auf Baustellen beschrieben.
- Welche Technik ist vorgesehen? Beleuchtung, Videoturm, Alarmmelder an Containern.
- Wie wird gemeldet? Ansprechpartner der Bauleitung, Notfallnummern, Umgang mit Schäden und Diebstählen.
Vieles davon steht ohnehin in der Baustelleneinrichtungsplanung. Es lohnt sich, den Sicherheitsdienst einmal auf diesen Plan schauen zu lassen. Ein erfahrener Blick erkennt schnell, wo eine dunkle Ecke entsteht oder wo ein Tor nachts nicht einsehbar ist.
Bewachung an die Bauphasen anpassen
Eine Baustelle verändert sich laufend. Was in der Erdbauphase sinnvoll ist, passt im Innenausbau oft nicht mehr. Gute Planung sieht deshalb verschiedene Stufen vor, die mit dem Baufortschritt wechseln.
| Bauphase | Typisches Risiko | Passende Sicherung |
|---|---|---|
| Baustelleneinrichtung und Erdbau | Diebstahl von Maschinen, Kraftstoff, Werkzeug | Kontrollfahrten, Videoturm, gesicherter Maschinenstellplatz |
| Rohbau | Material wie Stahl und Kupfer, unbefugtes Betreten | Revierdienst nachts und am Wochenende, Zutrittskontrolle tagsüber |
| Technische Gebäudeausrüstung | Kabel, Leitungen, Geräte mit hohem Wert | Verstärkte Bewachung, ggf. Präsenzdienst in Spitzenzeiten |
| Innenausbau | Werkzeug, Baustoffe, Schäden an fertigen Flächen | Schlüsselverwaltung, Kontrollgänge im Gebäude |
| Übergabe | Vandalismus, Wasserschäden im noch leeren Gebäude | Übergang zu Leerstands- oder Objektschutz |
Diese Stufen müssen nicht von Anfang an fest vereinbart sein. Hilfreich ist ein Rahmen, der Anpassungen ohne neuen Vertrag ermöglicht. Mehr zur Planung finden Sie im Ratgeber Baustellenbewachung planen.
Typische Versäumnisse beim Baustart
Aus der Praxis kennen wir einige Muster, die sich mit etwas Vorlauf vermeiden lassen. Häufig wird die Bewachung erst nach dem ersten Schaden beauftragt, dann unter Zeitdruck und ohne Begehung. Ebenso oft fehlt eine klare Regel, wer abends das Tor schließt und den Schlüssel verwahrt. Wenn mehrere Firmen auf der Baustelle arbeiten, fühlt sich am Ende niemand zuständig.
Ein weiterer Punkt ist die Dokumentation. Wenn Material fehlt, stellt sich die Frage, wann es zuletzt da war. Kontrollberichte mit Zeitstempel und Fotos helfen bei der Klärung mit Versicherung und Polizei. Sie zeigen auch, welche Bereiche wann kontrolliert wurden.
Schließlich werden die Nachbarn oft vergessen. Eine Baustelle in einem Wohngebiet in Hamburg-Eimsbüttel oder in einem Berliner Kiez braucht andere Rücksicht als ein Gewerbegebiet am Stadtrand. Beleuchtung und Kontrollfahrten sollten so geplant sein, dass sie schützen, ohne Anwohner unnötig zu stören.
Rechtzeitig anfragen
Im Frühjahr starten viele Baustellen gleichzeitig. Wer seine Bewachung schon im Winter abstimmt, kann eine gemeinsame Begehung einplanen und die Leistung passend zum Bauablauf festlegen. Staffsec übernimmt Baustellenbewachung in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin, auf Wunsch ergänzt durch Baulogistik. Sprechen Sie uns gern an, wenn Ihr Bauvorhaben im nächsten Jahr startet.


