Hitze ist ein Sicherheitsrisiko, kein Komfortthema
Auch im Norden gibt es Sommertage, an denen die Sonne auf einen Festplatz brennt und kaum Wind geht. Bei einem Stadtfest in Schleswig-Holstein, einem Konzert im Hamburger Stadtpark oder einem Straßenfest in Berlin stehen dann Tausende Menschen stundenlang dicht beieinander. Hitze verändert das Verhalten und die Belastbarkeit von Menschen: Kreislaufprobleme, Erschöpfung und im schlimmsten Fall ein Hitzschlag sind die Folge. Dazu kommen Alkohol, wenig Trinken und fehlender Schatten.
Für Veranstalter bedeutet das: Hitze gehört in die Gefährdungsbeurteilung und ins Sicherheitskonzept, genauso wie Sturm oder Gewitter. Wer erst am Veranstaltungstag reagiert, hat wenig Spielraum.
Vorbereitung: was ins Konzept gehört
Viele Maßnahmen lassen sich nur in der Planung umsetzen. Prüfen Sie rechtzeitig, ob Ihr Konzept diese Punkte abdeckt:
- Wasser: kostenlose Trinkwasserstellen oder Ausgabe an Wartebereichen und vor der Bühne.
- Schatten: Zelte, Sonnensegel oder Rückzugsbereiche, besonders an Einlass und Warteschlangen.
- Sanitätsdienst: Stärke und Standorte an die Wetterlage anpassen, Wege für Rettungskräfte freihalten.
- Einlass: Wartezeiten in praller Sonne vermeiden, mehr Spuren öffnen oder früher beginnen.
- Mitgebrachtes Wasser: klar regeln, ob und in welchen Behältern es erlaubt ist, und das vorher kommunizieren.
- Wetterbeobachtung: eine Person benennen, die Warnungen verfolgt und Entscheidungen vorbereitet.
Hilfreich ist, Schwellen festzulegen: Ab welcher Lage werden zusätzliche Wasserstellen geöffnet, Programmpunkte verschoben oder Durchsagen gemacht? Wer das vorher entscheidet, muss im Ernstfall nicht diskutieren. Mehr zur Planung im Freien im Ratgeber Open Air und Wetter.
Während der Veranstaltung: hinsehen und handeln
Ordner und Sicherheitskräfte sind oft die Ersten, die bemerken, wenn es jemandem schlecht geht. Sie stehen am Einlass, an den Wellenbrechern vor der Bühne und in den Gängen. Dazu müssen sie wissen, worauf sie achten sollen: blasse oder hochrote Gesichter, Taumeln, Verwirrtheit, Menschen, die sich hinsetzen oder an Absperrungen lehnen.
Vor der Bühne ist die Lage besonders heikel. Im Gedränge kann niemand einfach hinaus. Bewährt hat sich, dass Sicherheitskräfte im Bühnengraben Wasser ausgeben und Betroffene über den Graben zum Sanitätsdienst begleiten. Durchsagen von der Bühne, mehr zu trinken oder einen Schritt zurückzutreten, wirken oft besser als jedes Schild.
Die Abstimmung läuft über die Einsatzleitung: Wer meldet Auffälligkeiten an wen? Wie schnell ist der Sanitätsdienst an welchem Punkt? Eine klare Funkordnung hilft dabei, mehr dazu im Ratgeber Funk und Kommunikation im Einsatz.
Das eigene Personal nicht vergessen
Sicherheitskräfte stehen oft viele Stunden ohne Schatten, in dunkler Dienstkleidung, mit Weste und Funkgerät. Auch für sie gilt der Arbeitsschutz. Der Arbeitgeber muss die Belastung durch Hitze in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen und geeignete Maßnahmen treffen.
| Maßnahme | Umsetzung |
|---|---|
| Getränke | Ausreichend Wasser an jedem Posten, regelmäßige Versorgung |
| Pausen und Ablösung | Kürzere Intervalle an sonnigen Posten, Pausen im Schatten |
| Kleidung | Leichte, helle Kleidung soweit möglich, Kopfbedeckung, Sonnenschutz |
| Rotation | Sonnige und schattige Posten im Wechsel besetzen |
| Aufsicht | Teamleitung achtet aktiv auf Anzeichen von Erschöpfung |
Ein erschöpfter Ordner kann seine Aufgabe nicht mehr zuverlässig erfüllen. Gute Pausenplanung ist deshalb nicht nur Fürsorge, sondern Teil der Sicherheit.
Planen Sie dafür bei Hitze bewusst etwas mehr Personal ein. Wer Ablösungen und zusätzliche Wasserausgabe einplant, braucht Reserven, die nicht von festen Posten abgezogen werden.
Nach dem Event: aus dem Sommer lernen
Halten Sie nach der Veranstaltung fest, wie viele Hilfeleistungen es wegen Hitze gab, wo es eng wurde und welche Maßnahmen gewirkt haben. Diese Erkenntnisse fließen direkt in das nächste Konzept ein. Staffsec plant und stellt in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin Ordner- und Sicherheitsdienste für Veranstaltungen jeder Größe, mehr unter Veranstaltungsschutz.


