Warum die Gefahr nach der Arbeit beginnt
Die Nachwachzeit ist der Zeitraum, in dem eine Brandwache nach Ende von Schweiß-, Schneid-, Trenn-, Löt- oder Brennarbeiten am Arbeitsort bleibt und die Umgebung kontrolliert. Sie ist kein Anhängsel der eigentlichen Brandwache, sondern oft ihr wichtigster Teil.
Der Grund liegt in der Physik: Funken und Schweißperlen fliegen mehrere Meter weit, fallen durch Fugen, Kabeldurchführungen und Deckenöffnungen und bleiben in Dämmung, Staub, Holz oder Verpackung liegen. Dort glimmen sie unbemerkt weiter. Ein offenes Feuer entsteht häufig erst lange nachdem die Handwerker die Baustelle verlassen haben, oft am Abend oder in der Nacht, wenn niemand mehr da ist.
Wer die Dauer festlegt
Die Nachwachzeit wird nicht geschätzt, sondern im Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten festgelegt. Diesen Schein stellt der Auftraggeber oder sein Beauftragter vor Beginn der Arbeiten aus. Er nennt den Arbeitsbereich, die Schutzmaßnahmen, die Löschmittel, die Brandwache während der Arbeit und die Dauer der Brandwache danach.
Grundlagen sind die Regeln der Unfallversicherung zu Schweißarbeiten, die Vorgaben der Sachversicherer und die betriebliche Brandschutzordnung. Viele Versicherungsverträge machen die Brandwache samt Nachkontrolle ausdrücklich zur Bedingung. Wie lange sie dauert, hängt vom Einzelfall ab: Bei Dachabdichtungen, in Altbauten mit Holzbalkendecken oder in Hallen mit Lagergut ist sie deutlich länger als bei Arbeiten an einem freistehenden Stahlträger. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren Versicherer oder Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit, bevor gearbeitet wird.
Was die Brandwache in der Nachwachzeit tut
- den Arbeitsbereich und alle angrenzenden Räume, auch darunter, darüber und hinter Wänden, wiederholt kontrollieren
- auf Brandgeruch, Rauch, Wärme an Wänden und Böden und Verfärbungen achten, wo vorhanden mit Wärmebildkamera
- Löschmittel griffbereit halten und Entstehungsbrände sofort bekämpfen, sofern das ohne Eigengefährdung möglich ist
- bei Feuer oder Rauch die Feuerwehr alarmieren und den Ansprechpartner informieren
- jede Kontrolle mit Uhrzeit und Ergebnis dokumentieren und das Ende der Nachwachzeit im Erlaubnisschein bestätigen
Die Brandwache arbeitet in dieser Zeit ausschließlich als Brandwache. Wer nebenbei aufräumt, Material verlädt oder schon die nächste Baustelle vorbereitet, schaut nicht dorthin, wo es glimmt.
Typische Fehler in der Praxis
Der häufigste und teuerste Fehler ist die verkürzte Nachwachzeit: Der Schweißer ist fertig, es ist spät, und die Brandwache geht mit ihm. Ebenso riskant ist eine Nachwache, die nur den direkten Arbeitsplatz anschaut und die Etage darunter vergisst. Auch ein fehlender oder nachträglich ausgefüllter Erlaubnisschein fällt spätestens beim Versicherer auf. Staffsec stellt Brandwachen für heiße Arbeiten auf Baustellen und in Betrieben in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin und dokumentiert jede Kontrolle digital mit Zeitstempel.

