Drei typische Anlässe
Eine Brandwache ist eine Person oder ein kleines Team, das ausschließlich dafür da ist, einen Brand früh zu erkennen und sofort zu reagieren. In der Praxis gibt es drei Anlässe:
- Heiße Arbeiten: Schweißen, Brennschneiden, Trennschleifen, Löten oder Arbeiten mit offener Flamme in Bereichen mit brennbaren Stoffen. Grundlage ist meist der Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten, wie ihn Versicherer und die VdS-Richtlinien beschreiben.
- Ausgefallener Brandschutz: Eine Brandmeldeanlage oder Sprinkleranlage ist gestört, abgeschaltet oder im Umbau. Bis zur Wiederinbetriebnahme ersetzt die Wache die fehlende Technik.
- Behördliche Auflage: Bauaufsicht oder Feuerwehr ordnen eine Wache an, etwa bei einem Umbau im laufenden Betrieb oder wenn Flucht- und Rettungswege vorübergehend eingeschränkt sind.
Davon zu unterscheiden ist die Brandsicherheitswache bei Veranstaltungen nach der Versammlungsstättenverordnung. Sie wird in der Regel von der Feuerwehr gestellt oder von ihr anerkannt und folgt eigenen Regeln. Mehr dazu im Ratgeber zur Brandsicherheitswache.
Was die Wache vor Ort tut
Vor Beginn kontrolliert die Wache gemeinsam mit dem ausführenden Handwerker den Arbeitsbereich: Sind brennbare Stoffe entfernt oder abgedeckt? Sind Fugen, Durchbrüche und Kabelschächte, durch die Funken in Nachbarräume fallen können, verschlossen? Liegen geeignete Feuerlöscher bereit? Ist der nächste Handfeuermelder bekannt und der Weg für die Feuerwehr frei?
Während der Arbeit beobachtet sie den Funkenflug, auch unter und hinter dem eigentlichen Arbeitsplatz, und greift bei Glutnestern sofort ein. Sie hat keine andere Nebenaufgabe. Wer gleichzeitig Material holt oder den Handwerker unterstützt, ist keine Brandwache.
Die Zeit danach ist die gefährlichste
Viele Brände entstehen nicht während, sondern nach der Arbeit. Ein Funke fällt in eine Dämmschicht, glimmt dort unbemerkt und bricht erst Stunden später durch. Deshalb bleibt die Wache nach Arbeitsende die festgelegte Nachwachzeit vor Ort und kontrolliert anschließend noch einmal. Dauer und Kontrollen stehen im Erlaubnisschein oder in der Auflage.
Ein typisches Bild bei Hallensanierungen, etwa im Hamburger Hafengebiet: Schweißarbeiten an einer Stahlkonstruktion enden am frühen Nachmittag, bei der letzten Runde der Nachwache fällt eine warme Stelle in der Dachdämmung auf. Früh entdeckt genügt oft ein Feuerlöscher. Ohne Nachwache fiele der Schwelbrand womöglich erst nachts auf, wenn niemand mehr in der Halle ist.
Dokumentation und Qualifikation
Jede Brandwache gehört in einen Einsatzbericht mit Beginn, Ende, Kontrollen und Besonderheiten. Das ist der Nachweis gegenüber Versicherer und Behörde. Die Kräfte sollten im Umgang mit Löschmitteln geschult und in das Objekt eingewiesen sein. Staffsec stellt Brandwachen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin, auch kurzfristig für ungeplante Abschaltungen. Ausführlich: Brandwache bei Heißarbeiten.

