Eine Stadt, die aus der Chemie gewachsen ist
Die Industriegeschichte Merseburgs beginnt nicht innerhalb der Stadtgrenze, sondern direkt daneben. Das Leunawerk geht auf die Ammoniakwerke Merseburg zurück, mit deren Bau 1916 begonnen wurde; im Norden entstanden 1936/37 die Buna-Werke in Schkopau. Beide Standorte grenzen heute unmittelbar an das Stadtgebiet, und die Stadt selbst beschreibt ihre Lage als Teil der Wirtschaftsachse Halle–Schkopau–Leuna.
In Merseburg selbst zählt die Wirtschaftsförderung etwa 2.000 Gewerbe. Getragen wird der Standort vom Mittelstand: Zulieferer, Handwerk, Dienstleister und Logistik, oft mit Aufträgen aus den beiden Werken. Für diese Betriebe ist ein geordnetes eigenes Tor häufig keine Kür, sondern Teil dessen, was ihre Auftraggeber erwarten.
Die Industrie- und Gewerbestandorte im Stadtgebiet
Die Stadt führt sechs Standorte für Industrie und Gewerbe. Jeder davon hat eine eigene Geschichte und damit eigene Anforderungen an ein Werkstor:
- Industrie- und Gewerbegebiet Merseburg-Süd: entstanden 1999 auf dem Gelände eines Beton- und Kieswerks, das bis 1998 Betonelemente fertigte
- Gewerbegebiet Merseburg-Nord: Gewerbeflächen in Richtung Schkopau
- Gewerbepark Geusa: im westlichen Ortsteil Geusa
- Airpark Merseburg an der Hans-Grade-Straße: Entwicklungsfläche mit Bebauungsplan, rund einen Kilometer von der B 91 und fünf Kilometer von der A 38 entfernt
- Gewerbestandort Ikarusstraße: Mischgebiet mit Betrieben und Wohnen
- Einkaufs- und Gewerbepark Pastorfeld: Handel und Dienstleistung
Die Gebiete sind über die Stadt und das Investorenportal des Landes belegt. Es handelt sich nicht um Kunden von uns.
Aufgaben am Werkstor eines Zulieferers
Ein Betrieb, der für die Chemie fertigt, wartet oder lagert, hat am Tor drei Arten von Verkehr: eigene Beschäftigte im Schichtwechsel, Lieferanten mit Ladung und Fremdfirmen mit Auftrag. Unsere Kräfte gleichen Kennzeichen und Firmen mit Ihrer Liste ab, geben Besucherausweise aus, weisen auf Ihre Sicherheitsregeln hin und notieren, wer wann kommt und geht.
Wo Gefahrstoffe, Gasflaschen oder teures Werkzeug lagern, gehören stichprobenartige Ausfahrtkontrollen nach Ihren Vorgaben dazu. Nach Schichtende geht eine Streife über Hof, Hallen und Zaun, prüft Rolltore, Beleuchtung und Technikräume und hält Auffälligkeiten mit Uhrzeit im Bericht fest.
Ein besonderer Fall ist die Freifläche: Auf großen Grundstücken wie im Airpark oder in Merseburg-Süd stehen Container, Maschinen und Material oft weit vom Tor entfernt. Dort ist eine Streife entlang der Umzäunung wirksamer als ein Posten, der nur die Einfahrt sieht.
Revisionen, Stillstände und Fremdfirmen
Wenn in den Werken nebenan Anlagen stillstehen, haben auch die Zulieferer in Merseburg Hochbetrieb. Dann kommen an einem Morgen Dutzende Monteure verschiedener Firmen, und das eigene Tor wird zum Engpass. Wir übernehmen in solchen Wochen die Fremdfirmenanmeldung: Namen, Firma, Unterweisungsnachweis, Ankunft und Abfahrt. Am Abend gleichen wir ab, ob alle das Gelände verlassen haben.
Innerhalb der Chemiestandorte Leuna und Schkopau bestimmen deren Betreiber die Regeln für Zutritt und Sicherheit. Wir treten dort nicht an ihre Stelle, setzen aber Vorgaben um, die Ihr Auftraggeber für Ihr eigenes Gelände macht, etwa zu Ausweisen oder Fahrzeugkontrollen.
Vorhabenbezogen geplant, fest besetzt
Unser Hauptsitz ist Neumünster, Niederlassungen haben wir in Berlin und Bremen. Sachsen-Anhalt gehört nicht zu unserer Kernregion im Norden, ein Büro im Land haben wir nicht. Werkschutz in Merseburg übernehmen wir deshalb vorhabenbezogen: Vor der Zusage prüfen wir Schichtmodell, Anfahrt und Personal und sagen Ihnen offen, ob der Einsatz über die ganze Laufzeit trägt.
Für Dauereinsätze setzen wir möglichst dieselben Kräfte ein, damit Lieferanten und Fremdfirmen am Tor bekannte Gesichter sehen. Das Personal ist nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft, unsere Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Erreichbar sind wir rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590.
Mehr zur Leistung lesen Sie unter Werkschutz, zum Land unter Werkschutz in Sachsen-Anhalt. Einen Überblick über die Stadt gibt die Seite Sicherheitsdienst Merseburg, für den nördlichen Nachbarn Sicherheitsdienst Schkopau.
Womit Sie beim Werkschutz rechnen
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Wo Ihr Auftrag in dieser Spanne liegt, hängt beim Werkschutz vor allem an der Zahl der Schichten, dem Anteil an Nacht-, Sonn- und Feiertagsstunden und daran, was am Tor zu tun ist: Ausweis ausgeben ist etwas anderes als Ladung prüfen.
Ein Dauerauftrag mit festem Schichtplan über Monate lässt sich günstiger planen als eine Pforte für zwei Wochen Revision. Da Merseburg außerhalb unserer Kernregion liegt, rechnen wir die Anfahrt mit ein; ein längerer, gleichmäßig besetzter Einsatz verteilt sie auf mehr Stunden.
Häufig sinnvoll ist eine Teilung: besetzte Pforte in den Stunden mit Anlieferung und Schichtwechsel, nachts und am Wochenende nur Streifen. Sie bezahlen den Posten am Tor dann nur, solange dort tatsächlich Verkehr ist.


