Eine Stadt mit Brandgeschichte
Merseburg hat in seiner Geschichte sechs schwere Stadtbrände erlebt, der erste zerstörte 1323 große Teile der Stadt. Im Zweiten Weltkrieg wurden der Ostflügel des Schlosses und große Teile der Innenstadt fast vollständig zerstört; der Schlossflügel wurde bis 1971 originalgetreu wieder aufgebaut.
Was heute steht, ist deshalb eine Mischung aus mittelalterlicher Substanz, Wiederaufbau und Neubauten. Für Handwerker, die an solchen Gebäuden arbeiten, heißt das: unter Putz und Dach kann altes Holz, Schüttung oder Staub liegen, das man von außen nicht sieht.
Denkmäler, an denen Heißarbeiten heikel sind
Auf dem Domhügel stehen die Bauten, bei denen ein Funke den größten Schaden anrichten würde:
- Dom St. Johannes der Täufer und St. Laurentius: Grundstein 1015, zwischen 1510 und 1517 zur spätgotischen Hallenkirche umgebaut, mit Ladegast-Orgel und einer Domstiftsbibliothek, in der die Merseburger Zaubersprüche liegen
- Schloss Merseburg: ab 1245 errichtet, um 1500 zur Dreiflügelanlage umgebaut; heute Sitz der Kreisverwaltung, des Kulturhistorischen Museums und der Kreismusikschule
- Ständehaus: früheres Provinziallandtagsgebäude mit Monumentalgemälden von Hugo Vogel, heute Kultur- und Kongresszentrum
- Neumarktkirche und Altes Rathaus in der Altstadt
Bei Dachdecker-, Klempner- oder Installationsarbeiten an solchen Bauten verlangt der Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten in der Regel eine Brandwache während der Arbeiten und eine Nachkontrolle danach.
Heißarbeiten in Gewerbe, Klinik und Hochschule
Nicht nur Denkmäler brauchen Brandwachen. In den Gewerbegebieten Merseburg-Süd, Merseburg-Nord und Geusa arbeiten Metallbau, Anlagenbau und Instandhaltung für die Chemiestandorte nebenan. Wird in einer Halle mit Lager, Verpackung oder Öl geschweißt, muss jemand den Bereich beobachten, der selbst nicht am Werkstück arbeitet.
Im Carl-von-Basedow-Klinikum, dem einzigen Krankenhaus im Saalekreis mit rund 650 Betten, laufen Umbauten bei laufendem Betrieb. Wenn dort eine Brandmeldeanlage für Arbeiten abgeschaltet wird, braucht es Ersatz durch Menschen. An der Hochschule Merseburg mit Laboren und dem Deutschen Chemie-Museum auf dem Campus gilt dasselbe für Arbeiten in Technikräumen und Werkstätten.
So arbeitet unsere Brandwache
Vor Beginn lassen wir uns vom Verantwortlichen einweisen: Wo wird gearbeitet, welche Löschmittel stehen bereit, wo ist der nächste Feuermelder, welche Bereiche darunter oder dahinter sind gefährdet. Die Brandwache steht während der Arbeiten am Ort, beobachtet Funkenflug und Glutnester und greift mit Feuerlöscher oder Löschdecke ein, bevor ein Entstehungsbrand größer wird.
Nach Ende der Arbeiten bleibt sie so lange, wie es der Erlaubnisschein vorsieht, und kontrolliert angrenzende Räume, Zwischendecken und Dachbereiche. Stellt sie Rauch oder Wärme fest, alarmiert sie sofort die Feuerwehr. Alles wird mit Uhrzeit im Bericht festgehalten.
Wo eine Brandmeldeanlage abgeschaltet ist, übernehmen wir auch die Rolle einer Ersatzmaßnahme: regelmäßige Rundgänge durch die betroffenen Abschnitte, bis die Anlage wieder in Betrieb ist.
Was wir vor dem Einsatz von Ihnen brauchen
Für eine reibungslose Brandwache klären wir vorab den Erlaubnisschein mit den festgelegten Schutzmaßnahmen, den Namen des Verantwortlichen vor Ort, die Arbeitszeiten und die Dauer der Nachkontrolle. Bei Denkmälern kommen oft Vorgaben des Eigentümers hinzu, etwa zu Zugängen, Schlüsseln oder Bereichen, die nicht betreten werden dürfen.
Hilfreich ist außerdem ein kurzer Plan mit Löschmitteln, Feuermeldern und Rettungswegen. So weiß die Brandwache vom ersten Tag an, wohin sie im Ernstfall greift und welchen Weg die Feuerwehr nimmt.
Einsatz in Merseburg ohne eigenes Büro
Unser Hauptsitz ist Neumünster, Niederlassungen haben wir in Berlin und Bremen. Merseburg liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, ein Büro in Sachsen-Anhalt haben wir nicht. Brandwachen hier übernehmen wir vorhabenbezogen. Wichtig ist deshalb eine frühe Anfrage, damit wir Personal und Anreise planen können.
Unsere Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet und werden vor Ort in Objekt und Löschmittel eingewiesen, die Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Mehr zur Leistung unter Brandwachen, zum Land unter Brandwache in Sachsen-Anhalt, zur Stadt unter Sicherheitsdienst Merseburg.
Kosten einer Brandwache
Wir rechnen mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei der Brandwache treiben vor allem Nachtanteil und Nachkontrollzeit den Preis: Arbeiten, die erst nach Betriebsschluss beginnen dürfen, enden oft spät, und die Wache bleibt danach noch.
Für einzelne Tage rechnen wir Mindeststunden, weil die Anreise aus dem Norden unabhängig von der Dauer anfällt. Eine Sanierung über mehrere Wochen mit täglicher Brandwache lässt sich dagegen mit fester Besetzung planen und wird dadurch je Stunde günstiger.


