Industriestadt auf schmalem Raum
Nordenham ist seit mehr als hundert Jahren Industriestandort. Die Norddeutschen Seekabelwerke kauften ihr Grundstück am Groden schon 1898/99, die Metallwerke Unterweser entstanden 1906 im heutigen Stadtteil Friedrich-August-Hütte, und im Zweiten Weltkrieg wurden hier Flugzeuge repariert und gebaut. Aus dieser Geschichte sind Werke hervorgegangen, die heute zu internationalen Konzernen gehören.
Für den Werkschutz ergibt sich daraus ein besonderes Bild: Mehrere Großbetriebe liegen zwischen Weser, Wohnsiedlungen und Bahnstrecke eng beieinander. Lkw, Werkspersonal, Montagefirmen und Schiffsbesatzungen nutzen dieselben Straßen. Wer hier ein Tor betreibt, muss schnell unterscheiden können, wer auf das Gelände gehört und wer nicht.
Werke mit typischem Bedarf an Torkontrolle
Die folgenden Standorte sind real und zeigen, welche Aufgaben dort anfallen. Sie sind keine Kundenliste.
- Airbus Aerostructures: Am Standort Nordenham entstehen Rumpfschalen für Airbus-Flugzeuge, hier wurde auch ein Laserschweißverfahren für Rumpfstrukturen entwickelt. Luftfahrtfertigung verlangt streng geregelten Zutritt.
- Norddeutsche Seekabelwerke: Mit rund 480 Beschäftigten werden Energie-, Telekommunikations- und Offshorekabel hergestellt. Verwaltungsbau und Pförtnerhaus stehen unter Denkmalschutz.
- Kabelgarnituren: Die NKT GmbH, früher Felten & Guilleaume, beschäftigt in Nordenham rund 270 Menschen.
- Friedrich-August-Hütte: Nordenhamer Zinkhütte und Nordenham Metall gehören zu Glencore. Metallvorräte auf dem Gelände haben einen hohen Materialwert.
- Industriegebiet Blexen: Das Titandioxidwerk ging 1969 in Betrieb. Chemische Produktion braucht feste Regeln für Fremdfirmen und Tankfahrzeuge.
- Blexer Reede: Steelwind fertigt seit 2014 Monopiles für Offshore-Windparks und verfügt über ein eigenes Schwerlastterminal mit Lagerfläche und Kaianlage.
- Hafen: Rhenus Midgard betreibt Seehafenanlagen in Nordenham und Blexen, über die Midgard-Pier läuft vor allem Massengut.
Was an der Pforte und im Gelände zu tun ist
Die Pforte ist der Ort, an dem sich entscheidet, ob ein Werk sicher ist. Unsere Kräfte vergleichen Lieferpapiere mit angemeldeten Anlieferungen, notieren Kennzeichen, weisen Fahrer in Warte- und Ladezonen ein und geben Besucherausweise aus. Bei Revisionen und Stillständen, wenn an einem Tag Dutzende Fremdfirmen auf das Gelände wollen, führen wir Listen, prüfen Ausweise und lassen nur freigegebene Personen durch.
Nach Schichtende geht die Arbeit im Gelände weiter. Die Streife kontrolliert Hallentore, Zäune und Beleuchtung, sieht nach abgestellten Fahrzeugen und läuft die Freilager ab. In Nordenham gehören dazu Kabeltrommeln, Metallbarren und tonnenschwere Stahlrohre, die auf die Verladung warten. Jede Feststellung halten wir mit Uhrzeit im Bericht fest und melden Auffälligkeiten nach der vereinbarten Kette an Ihre Bereitschaft oder an die Leitstelle Ihres Werks.
- Zufahrtskontrolle für Lkw, Tankwagen und Schwertransporte
- Besucher- und Fremdfirmenanmeldung mit Einweisung
- Material- und Schlüsselausgabe gegen Quittung
- Nachtstreife über Hallen, Kaiflächen und Freilager
- Unterstützung bei Werksfeuerwehr- und Räumungsübungen
Wasserseite, Fähre und Anfahrt
Viele Werke in Nordenham grenzen direkt an die Weser. Ein Zaun zur Landseite ist leicht zu kontrollieren, die Wasserseite mit Kaimauern und Anlegern dagegen nicht. Wir planen Rundwege so, dass auch diese Bereiche regelmäßig in den Blick kommen, und stimmen uns mit dem Hafenbetrieb ab, wenn Schiffe liegen.
Nordenham gehört zu unserer Kernregion Nord. Die Einsatzplanung läuft aus dem eigenen Personalstamm über Neumünster und die Niederlassung Bremen, ein Büro in Nordenham haben wir nicht. Die Stadt erreichen wir über die B 437 und den Wesertunnel oder über die B 212, von Bremerhaven aus mit der Fähre nach Blexen. Weil die Anfahrt eingeplant werden muss, setzen wir auf feste Teams, die Ihr Werk kennen, und auf Ablösungen, die vor Schichtende eintreffen.
Qualifikation und Vorschriften
Alle Kräfte im Werkschutz haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, an Pforten mit Zutrittsentscheidung setzen wir Personal mit Sachkundeprüfung ein. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Ihre Vorgaben zu Arbeitsschutz, Fotoverbot und Gefahrstoffbereichen nehmen wir in die Dienstanweisung auf und weisen jede Kraft vor dem ersten Dienst ein. Mehr zum Leistungsbild lesen Sie unter Werkschutz, einen Überblick über das Land unter Werkschutz Niedersachsen.
Preis für Werkschutz in Nordenham
Für Werkschutz rechnen Sie mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Eine Pforte, die das ganze Jahr in drei Schichten besetzt ist, verteilt sich auf viele Stunden und lässt sich gleichmäßig planen. Eine Streife, die nur am Wochenende oder während einer Revision kommt, wird anders kalkuliert.
Den größten Einfluss haben Nacht- und Feiertagsanteil, die Zahl der Posten, die geforderte Qualifikation und die Laufzeit. Ein festes Angebot erhalten Sie nach einem Rundgang über Ihr Gelände in Nordenham.


