Industrie in der Landeshauptstadt
Wer an Wiesbaden denkt, denkt an Kurhaus, Landtag und Villenviertel. Am Rhein sieht die Stadt anders aus. Dort gründete Heinrich Albert 1858 eine Düngemittelfabrik, fünf Jahre später eröffnete Wilhelm Kalle eine Farbenfabrik, aus der später auch Pharmazie wurde. Hoechst führte beide Werke 1989 zusammen, seit 1997 sind sie ein Industriepark mit vielen Eigentümern. Seit 2025 trägt er auch den Namen Industriepark Wiesbaden.
Mitte 2025 arbeiteten dort knapp 6.000 Menschen in rund 75 Unternehmen, verteilt auf etwa 300 Gebäude für Produktion, Labor, Lager und Verwaltung. Die InfraServ Wiesbaden besitzt die Flächen und betreibt Strom-, Dampf-, Kälte- und Gasversorgung. Ein Teil der Anlagen unterliegt der Störfall-Verordnung und dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Für den Werkschutz eines einzelnen Betriebs heißt das: Er arbeitet nie allein, sondern neben dem Parkbetreiber und dessen Regeln.
Werke und Gewerbeflächen mit Werkschutzbedarf
Die folgenden Standorte nennen wir, um die Aufgaben greifbar zu machen. Es sind keine Auftraggeber von uns:
- Industriepark Kalle-Albert: rund ein Quadratkilometer zwischen Biebricher Ortskern und Bahntrasse, mit eigenem Hafen, Kraftwerk und Gleis zum Bahnhof Wiesbaden Ost
- Zementwerk Amöneburg der Dyckerhoff GmbH, die ihren Sitz an der Biebricher Straße hat und direkt neben dem Park produziert
- Kasteler Straße: Sitz von Mitsubishi Polyester Film, Hersteller von Polyesterfolien unter dem Namen Hostaphan
- Gewerbegebiet Äppelallee und Hagenauer Straße in Biebrich, eingefasst von A 66, A 643 und Rhein
- Gewerbeflächen Alte Schmelze und Stielstraße in Schierstein, mit Anschluss an den Bahnhof Schierstein
Als Mieter auf dem Parkgelände werden außerdem Kalle, ECO3 (bis 2023 Agfa) und SE Tylose genannt. Die Mischung aus Chemie, Folien und Baustoffen bestimmt, welche Regeln an jedem einzelnen Tor gelten.
Zwischen Parkbetreiber und eigenem Tor
In einem Chemiepark mit vielen Mietern gibt es mehrere Ebenen der Sicherheit. Der Betreiber regelt das Gelände als Ganzes, jeder Betrieb dagegen seine eigenen Hallen, Lager und Büros. Unser Auftrag beginnt dort, wo Ihre Zuständigkeit beginnt: an Ihrem Tor, Ihrer Rampe, Ihrem Empfang. Bevor der erste Dienst läuft, klären wir mit Ihnen und, wo nötig, mit dem Betreiber, wer bei einem Alarm informiert wird, welche Meldung an wen geht und an welcher Stelle unsere Kräfte nicht eingreifen.
Für den Alltag bedeutet das: Wir gleichen Besucher und Fremdfirmen mit Ihrer Anmeldung ab, geben Tagesausweise erst nach der Sicherheitsunterweisung aus, die Sie vorgeben, und begleiten Handwerker in Bereiche mit besonderen Schutzregeln. Lkw prüfen wir auf Lieferschein und Ladung, Gefahrgutfahrzeuge lassen wir nur zu der Zeit und an die Rampe, die Ihr Betrieb festgelegt hat.
Nachts, an Wochenenden und beim Stillstand
Viele Anlagen laufen durch, andere Bereiche stehen nachts und am Wochenende leer. Dann geht es um Zäune, Tore, Notausgänge und Außenlager. Unsere Kräfte laufen die Strecke in wechselnder Reihenfolge ab, prüfen Verschlüsse und Beleuchtung und notieren jede Auffälligkeit mit Uhrzeit. Was eine technische Anlage betrifft, geht an die Stelle, die Sie dafür bestimmt haben; selbst eingreifen gehört nicht zu unseren Aufgaben.
Besonders heikel sind geplante Stillstände für Revisionen. In wenigen Tagen kommen viele fremde Monteure auf das Gelände, die Tore sind länger offen, Werkzeug und Material liegen draußen. Für solche Phasen stellen wir zusätzliche Kräfte am Tor und an Sammelstellen, führen Listen über alle Firmen und Personen und schließen den Tag mit einer Kontrolle aller Zugänge ab.
So organisieren wir den Werkschutz in Wiesbaden
Unser Stammhaus steht in Neumünster, Niederlassungen betreiben wir in Berlin und Bremen. Ein Büro in Hessen haben wir nicht, und Wiesbaden gehört nicht zu unserer Kernregion. Werkschutzaufträge hier übernehmen wir deshalb vorhabenbezogen: Wir rechnen vorab durch, ob Schichtmodell, Zahl der Posten und Vertragslaufzeit mit unserem Personal und der Anreise verlässlich zu leisten sind. Passt das nicht, hören Sie das von uns vor Vertragsbeginn.
Kommt der Auftrag zustande, bekommen Sie einen festen Ansprechpartner, eine schriftliche Dienstanweisung je Posten und ein Torbuch, das alle Ein- und Ausfahrten festhält. Wer über Zutritt entscheidet, hat die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO abgelegt. Wir sind nach ISO 9001 zertifiziert und arbeiten nach DIN 77200. Rund um die Uhr erreichen Sie uns unter +49 4321 78 33 590.
Alle Leistungen in der Stadt im Überblick finden Sie unter Sicherheitsdienst Wiesbaden, Betriebe weiter mainaufwärts unter Flörsheim am Main.
Was ein Werkschutz in Wiesbaden kostet
Den Richtwert setzen wir mit 23 bis 50 € netto je Stunde an. Werkschutz in der Chemie läuft meist über Jahre mit festem Schichtrhythmus; diese Dauer und Planbarkeit halten den Preis eher im mittleren Bereich. Teurer wird es durch durchgehende Nachtbesetzung, Sonn- und Feiertagsdienste, Sachkunde an jedem Posten, Englisch am Tor für ausländische Fahrer und zusätzliche Aufgaben wie Ladungskontrolle oder Begleitung bei Revisionen.
Für Lagerflächen, die nur am Wochenende ruhen, kann eine Folge von Kontrollgängen günstiger sein als eine ständig besetzte Pforte. Wie wir den Werkschutz im übrigen Land aufstellen, beschreibt die Seite Werkschutz in Hessen.


