Chemie, Pharma, Fahrzeugbau: Industrie mit langer Geschichte
Hinter dem Bild von Banken und Flughafen steht in Hessen eine kräftige Industrie. Am Main sitzen Chemie- und Pharmastandorte, die auf Gründungen aus dem 19. Jahrhundert zurückgehen. In Darmstadt hat einer der ältesten Pharma- und Chemiekonzerne der Welt seinen Stammsitz, in Rüsselsheim die Marke Opel. Nordhessen ist von Getriebefertigung, Medizintechnik und Heiztechnik geprägt, im Osten an der Werra wird seit mehr als hundert Jahren Kali gefördert.
Werkschutz bedeutet hier, den Übergang zwischen Straße und Betriebsgelände zu ordnen. An den Toren werden Mitarbeiter, Lieferanten und Fremdfirmen geprüft, Fahrzeuge angemeldet und Ladungen kontrolliert. Auf dem Gelände kommen Streifengänge, das Überwachen von Sperrbereichen und das Begleiten von Montagefirmen hinzu. In Chemie- und Pharmabetrieben gelten zusätzliche Regeln zu Zündquellen, Schutzkleidung und Gefahrstoffen, die das Wachpersonal kennen und konsequent umsetzen muss.
Industriestandorte in Hessen mit Werkschutzbedarf
Die genannten Standorte sind Beispiele für Gelände, auf denen Werkschutz eine Rolle spielt. Es handelt sich nicht um unsere Kunden. Große Chemieparks haben eigene Werkfeuerwehren und Sicherheitsdienste der Betreibergesellschaft; Bedarf an zusätzlichem Personal entsteht häufig bei ansässigen Firmen, Revisionen, Stillständen oder Nebenflächen.
- Industriepark Höchst in Frankfurt, betrieben von Infraserv Höchst, mit mehr als 90 Unternehmen aus Chemie, Pharma und Biotechnologie, eigenem Containerhafen und Werksbahn
- Industriepark Kalle-Albert in Wiesbaden-Biebrich am Rhein, entstanden 1997 auf den früheren Werken Kalle und Albert, mit Kraftwerk und Werkfeuerwehr
- Industriepark Wolfgang in Hanau, ein 82 Hektar großes Gelände für Spezialchemie, Werkstoff- und Edelmetalltechnik
- Merck-Stammsitz in Darmstadt mit Produktion, Forschung und Verwaltung
- Volkswagenwerk Kassel in Baunatal mit rund 16.000 Beschäftigten und Fertigung von Getrieben, Abgasanlagen und Pressteilen
- Opel-Stammsitz in Rüsselsheim, zugleich Sitz der deutschen Stellantis-Niederlassung
- B. Braun in Melsungen mit dem Werk auf den Pfieffewiesen
- Kaliwerk Werra der K+S-Gruppe mit dem Standort Hattorf in Philippsthal
- Viessmann-Werk in Allendorf (Eder) im Landkreis Waldeck-Frankenberg
- Optische und feinmechanische Industrie in Wetzlar, unter anderem mit Leica
Für Betriebe in Hanau, Baunatal oder Wetzlar unterscheiden sich die Anforderungen deutlich: Gefahrstoffwissen im Chemiepark, Taktung des Lieferverkehrs im Autowerk, Schutz von Entwicklungsbereichen in der Optik.
Südhessen, Mittelhessen, Nordhessen: Wege zum Werkstor
Die großen Chemiestandorte liegen im dicht besiedelten Süden zwischen Wiesbaden, Frankfurt, Hanau und Darmstadt. Hier ist die Erreichbarkeit gut, doch Werkstore liegen oft an stark befahrenen Zufahrten mit Pendler- und Lkw-Spitzen. Den Schichtwechsel unseres Personals legen wir deshalb nach Möglichkeit versetzt zum Schichtwechsel des Werks, damit die Toranlage nicht in der vollsten Minute unbesetzt wirkt.
Nordhessen und das Werratal sind ländlich geprägt. Werke wie in Baunatal, Melsungen, Allendorf oder Philippsthal liegen an Autobahnen oder Bundesstraßen, aber fernab großer Städte. Unterkünfte und Ersatzpersonal müssen dort früher organisiert werden. Für Mittelhessen um Wetzlar und Gießen gilt ein Mittelweg: gute Anbindung über A 45 und A 5, aber weniger Auswahl an kurzfristig verfügbaren Kräften.
Vorhabenbezogene Planung: so läuft ein Werkschutzauftrag
Unsere Kernregion mit eigener Personalplanung liegt im Norden und Osten Deutschlands. Für Hessen gilt: Wir übernehmen Werkschutz nach einer Prüfung, ob wir Ihr Schichtmodell über die gesamte Laufzeit verlässlich besetzen können. Ist das nicht der Fall, sagen wir es Ihnen offen.
Nach der Zusage begehen wir das Werk mit Ihnen, legen Torabläufe, Ausweisregeln und Meldewege fest und halten alles in einer Dienstanweisung fest. Neue Kräfte werden eingewiesen, bevor sie allein am Tor stehen. Ein fester Ansprechpartner bleibt für die Dauer des Auftrags derselbe.
- Werksbegehung und Abstimmung der Torabläufe
- Regeln für Fremdfirmen, Besucher und Fahrzeuge
- Einweisung in Sicherheits- und Gefahrstoffregeln des Werks
- Lückenlose Schichtberichte und Übergaben
- Einsatzleitung rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590
Revisionen und Stillstände als besondere Lage
In Chemie- und Pharmabetrieben werden Anlagen regelmäßig für Wartung abgestellt. Dann arbeiten für einige Wochen deutlich mehr Fremdfirmen auf dem Gelände als sonst, mit eigenem Werkzeug, Kränen und Containern. Der Werkschutz muss in dieser Zeit mehr Ausweise ausgeben, mehr Fahrzeuge abfertigen und Baustelleneinrichtungen nachts sichern.
Solche zeitlich begrenzten Spitzen sind ein typischer Anlass für vorhabenbezogene Unterstützung. Wichtig ist eine frühe Anfrage, weil die Personalplanung über die Revisionswochen stehen muss, bevor die erste Firma anreist.
Am Tor: was Werkschutzkräfte täglich leisten
Das Werkstor ist die Visitenkarte eines Betriebs und zugleich seine wichtigste Kontrollstelle. Morgens kommen Pendler im Minutentakt, über den Tag folgen Lieferungen, Abholungen, Servicetechniker und Besucher. Jede Gruppe hat eigene Regeln: Mitarbeiter mit Ausweis, Fremdfirmen mit gültiger Sicherheitsunterweisung, Lkw mit Zeitfenster und Ladepapieren, Besucher nur mit Anmeldung und Begleitung.
Unsere Kräfte gleichen diese Angaben mit den Listen des Werks ab, geben Tagesausweise aus, weisen Fahrer auf Wege und Ladestellen ein und dokumentieren Ein- und Ausfahrten. Bei Unstimmigkeiten wird nicht diskutiert, sondern der zuständige Ansprechpartner im Werk gerufen. Nachts verlagert sich die Arbeit vom Tor auf das Gelände: Kontrollgänge zu festen Prüfpunkten, Blick auf Zäune, Hallentore und Tanklager, Meldung technischer Störungen an die Schichtleitung.
- Ausweis- und Fahrzeugkontrolle
- Fremdfirmenregistrierung mit Prüfung der Unterweisung
- Stichprobenartige Ausgangskontrollen nach Werksregel
- Nächtliche Streifengänge mit Prüfpunkten
Qualifikation, Normen und Kosten
Bewachung im Werk erfordert die Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO. Unsere Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Werksspezifische Unterweisungen, etwa zu Explosionsschutzbereichen oder Schutzausrüstung, übernehmen wir nach den Vorgaben des Betreibers.
Der Richtwert für Werkschutz liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Den konkreten Wert bestimmen vor allem die geforderte Qualifikation, das Schichtmodell mit Nacht- und Wochenendanteil, die Laufzeit und der Aufwand für Anfahrt und Unterbringung außerhalb unserer Kernregion.


