Ein Industriestandort auf aufgespültem Land
Große Teile der Wilhelmshavener Industrie stehen auf Land, das dem Meer abgerungen wurde. Ab 1938 entstand der Heppenser Groden mit gut 640 Hektar, ab 1963 der Rüstersieler Groden, ab 1971 der Voslapper Groden mit über 1.300 Hektar und zuletzt die rund 344 Hektar des Containerhafens. In den 1970er Jahren siedelten sich dort Aluminiumhütte, Kraftwerke, Mineralölwirtschaft und Chemie an. Bis heute ist Wilhelmshaven der größte Erdölumschlagplatz Deutschlands, über den etwa 72 Prozent des Rohöls aller deutschen Seehäfen laufen.
Für den Werkschutz ergibt sich daraus ein besonderes Profil: weite, flache Gelände mit langen Zaunlinien, Anleger am Fahrwasser, Tanklager, Rohrleitungen und ein hoher Anteil an Fremdfirmen bei Revisionen und Ausbauten. Hinzu kommt, dass nach den Anschlägen auf die Ostseepipelines 2022 die Polizei die Sicherung am Flüssiggasterminal verstärkt hat. Betriebe achten deshalb genau darauf, wer ihr Gelände betritt.
Werke und Anlagen mit Werkschutzbedarf
Die folgenden Beispiele nennen reale Standorte in Wilhelmshaven und die Aufgaben, die dort typischerweise anfallen. Es handelt sich nicht um Referenzen.
- Chemiewerk Voslapp: Vynova produziert im Voslapper Groden, die nahe Umschlaganlage hat drei Liegeplätze für die chemische Industrie. Zutritt nur mit Unterweisung, Sperrbereiche und Gefahrgut prägen den Alltag an der Pforte.
- Ehemaliges Raffineriegelände: Hier ist HES International tätig, mit einem Inselanleger für zwei große Rohöltanker und einem Küstenanleger.
- Nord-West Oelleitung: Seit 1958 wird an der Tankerlöschbrücke Mineralöl angelandet, das Tanklager liegt am Festland, die Leitung führt bis nach Wesseling bei Köln.
- Kraftwerk im Heppenser Groden: Ein Kraftwerk mit rund 800 Megawatt ging Ende Oktober 2015 ans Netz und verlangt bei Revisionen eine strenge Steuerung des Zugangs.
- Flüssiggasterminals: Zwei schwimmende Anlagen der Deutschen Energy Terminal speisen seit 2023 und 2025 regasifiziertes LNG ins Netz.
- Metall und Werft: Der Kranbauer Manitowoc ist der größte Metallarbeitgeber der Stadt, die Neue Jadewerft betreibt ein Schwimmdock für 8.000 Tonnen, ein Metallrecycler nutzt rund 50.000 Quadratmeter Betriebsgelände.
- Logistikzone am Containerhafen: Kühlhäuser für Tiefkühl- und Frischware auf 32 Hektar, eine Fahrzeuglogistikhalle mit 40.000 Quadratmetern und weitere Hallen liegen hinter der Kaje.
Aufgaben an Pforte, Anleger und Zaun
Am Werkstor prüfen unsere Kräfte Ausweise und Fahrzeugpapiere, gleichen Lieferungen mit Ihren Anmeldelisten ab und halten Kennzeichen und Zeiten fest. Bei Stillständen und Revisionen kommen in kurzer Zeit viele Fremdfirmen auf das Gelände: Wir prüfen dann, ob Unterweisungen vorliegen, geben Besucherausweise erst nach Freigabe Ihres Ansprechpartners aus und achten darauf, dass Sperrbereiche gesperrt bleiben.
Außerhalb der Pforte laufen oder fahren unsere Kräfte Zaunlinien, Tanklagerränder, Parkflächen und Lagerplätze ab. Offene Tore, beschädigte Zäune, auffällige Fahrzeuge an der Grundstücksgrenze oder Austritte an Leitungen melden sie nach der festgelegten Kette an Ihre Schichtleitung. In Hafenanlagen, die dem ISPS-Code unterliegen, stimmen wir die Zutrittsregeln mit Ihrem Beauftragten für die Gefahrenabwehr ab.
- Tor- und Pfortendienst im Schichtsystem
- Fremdfirmensteuerung bei Revisionen und Ausbau
- Fahrzeug- und Materialkontrolle bei Ein- und Ausfahrt
- Streifen entlang Zaun, Anleger und Tanklager
- Alarmverfolgung nach Ihrer Meldekette
Anbindung, Ablösung und feste Mannschaften
Die Autobahn A 29 führt als Jadelinie bis an den Containerhafen, die Bahnstrecke nach Oldenburg ist seit 2022 elektrifiziert. Für Ablösungen bei Schichtwechseln ist die Anreise damit gut planbar, auch wenn die Industriegebiete im Norden der Stadt weit vom Zentrum entfernt liegen.
Wilhelmshaven liegt in unserer Kernregion Nord. Wir planen Einsätze aus dem eigenen Personalstamm über den Hauptsitz Neumünster und die Niederlassung Bremen, ein eigenes Büro in Wilhelmshaven gibt es nicht. Wir setzen deshalb auf feste Teams, die Ihr Werk, Ihre Wege und Ihre Ansprechpartner kennen. Betriebe mit weiteren Standorten in Oldenburg oder Emden können diese in eine gemeinsame Planung einbeziehen. Einen Überblick über alle Leistungen in der Stadt gibt die Seite Sicherheitsdienst Wilhelmshaven.
Qualifikation und Dienstanweisung
Im Werkschutz setzen wir Kräfte mit mindestens der Unterrichtung nach § 34a GewO ein, für Pfortenleitung und Bereiche mit erhöhtem Schutzbedarf Personal mit Sachkundeprüfung. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Vor Beginn legen wir gemeinsam mit Ihnen eine Dienstanweisung fest: Zufahrtsregeln, Sperrzonen, Fotoverbote, Notrufnummern, Vorgaben zum Arbeitsschutz und das Vorgehen bei Gasalarm oder Brand. Weitere Informationen zu unserem Ansatz finden Sie auf der Seite Werkschutz.
Kosten für Werkschutz in Wilhelmshaven
Als Richtwert für Werkschutz nennen wir 23 bis 50 € netto je Stunde. Ein durchgehend besetztes Werkstor in einem Chemie- oder Energiebetrieb verlangt mehr Personal und oft höhere Qualifikation als eine Wochenendstreife über einen Logistikhof. Entscheidend sind die Zahl der Posten, der Anteil an Nacht-, Sonn- und Feiertagsstunden und die Anforderungen aus Ihren Genehmigungen.
Bei langen Laufzeiten lassen sich feste Teams und Dienstpläne verlässlich aufbauen, das wirkt sich im Angebot aus. Verbindlich wird es nach einer Begehung, bei der wir Tore, Zaunlinien und Abläufe mit Ihnen durchgehen.


