Eine Nacht mit eigenen Regeln
Silvester ist für Gastronomie, Hotels, Clubs und Veranstalter einer der umsatzstärksten Abende des Jahres. Gleichzeitig ist es eine Nacht, in der vieles zusammenkommt: volle Säle, viel Alkohol, Feuerwerk auf den Straßen und ein Zeitpunkt, an dem alle gleichzeitig nach draußen wollen. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind stark ausgelastet. Wer in dieser Nacht Hilfe braucht, muss damit rechnen, dass sie länger dauert als sonst.
Daraus folgt eine einfache Planungsregel: Was Sie an Silvester selbst regeln können, sollten Sie selbst regeln. Das betrifft die Gäste im Haus ebenso wie das Gebäude, das Außengelände und den Weg nach Hause.
Einlass und Hausrecht
Bei Feiern mit Eintrittskarten oder Gästeliste entscheidet der Einlass über den Verlauf des Abends. Wer stark alkoholisiert ankommt, Pyrotechnik in der Jackentasche trägt oder keine gültige Karte hat, sollte gar nicht erst hineinkommen. Das setzt voraus, dass die Regeln vorher feststehen und am Eingang sichtbar sind.
Eine strukturierte Einlasskontrolle umfasst an Silvester meist diese Punkte:
- Ticket- oder Listenabgleich mit klarer Regel für Nachzügler und Gäste ohne Anmeldung
- Alterskontrolle, wenn Alkohol ausgeschenkt wird oder die Feier erst ab einem bestimmten Alter offen ist
- Taschen- und Sichtkontrolle auf Feuerwerkskörper, Glasflaschen und gefährliche Gegenstände, nur mit Einverständnis der Gäste
- Wiedereinlass mit Stempel oder Band, weil viele Gäste zum Feuerwerk kurz hinausgehen
- Kapazitätszählung, damit die zulässige Personenzahl des Raums nicht überschritten wird
Die Einsatzkräfte handeln dabei im Auftrag des Gastgebers und üben dessen Hausrecht aus. Sie dürfen den Zutritt verweigern und Gäste des Hauses verweisen. Polizeiliche Befugnisse haben sie nicht. Bei Straftaten gelten für sie dieselben Jedermannsrechte wie für alle Bürger.
Feuerwerk: Regeln kennen, Grenzen setzen
Feuerwerk der Kategorie F2 dürfen Privatpersonen ab 18 Jahren grundsätzlich nur am 31. Dezember und am 1. Januar abbrennen. Die Erste Verordnung zum Sprengstoffgesetz verbietet das Abbrennen in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden. Zusätzlich richten einzelne Städte, auch in Hamburg und Berlin, an stark besuchten Plätzen eigene Verbotszonen ein. Die genauen Flächen werden jedes Jahr neu bekannt gegeben.
Für Sie als Gastgeber zählt vor allem: Auf Ihrem Grundstück bestimmen Sie, ob und wo geknallt wird. Legen Sie fest, ob Gäste eigenes Feuerwerk mitbringen dürfen. Wenn ja, weisen Sie eine Fläche mit Abstand zu Gebäuden, Fahrzeugen, Zelten und Zuschauern aus. Wenn nein, kommunizieren Sie das schon mit der Einladung und setzen es am Eingang durch. Ein professionelles Feuerwerk gehört in die Hände eines Pyrotechnikers mit entsprechender Erlaubnis.
Die Minuten vor und nach Mitternacht
Kurz vor zwölf strömen Gäste gleichzeitig zu Ausgängen, Terrassen und Dachflächen. Das ist der kritischste Moment der Nacht. Engstellen an Türen, Treppen und Garderoben entstehen in Sekunden. Planen Sie diese Phase bewusst:
- Ausgänge, die zum Feuerwerk führen, rechtzeitig öffnen und besetzen
- Notausgänge und Rettungswege frei halten, auch wenn sie draußen der beste Platz zum Zuschauen wären
- Gläser und Flaschen möglichst drinnen lassen
- Rückweg nach drinnen geordnet ermöglichen, damit niemand im Kalten wartet und drängelt
Danach beginnt die zweite schwierige Phase: die Abreise. Taxis und Bahnen sind knapp, Gäste warten draußen, Stimmungen kippen. Eine Einsatzkraft am Ausgang, die freundlich lenkt und bei Streit früh dazwischengeht, verhindert viel. Wer größere Veranstaltungen plant, findet im Ratgeber zum Crowd Management weitere Hinweise zum Umgang mit Besucherströmen.
Objekt und Gelände nicht vergessen
Silvester betrifft nicht nur Häuser, in denen gefeiert wird. Leerstehende Gebäude, Baustellen, Lagerplätze und Gewerbehöfe sind in dieser Nacht besonderen Gefahren ausgesetzt: Raketen landen auf Dächern, Böller in Containern, und Gruppen nutzen offene Flächen zum Feiern. Brandschäden in der Neujahrsnacht entstehen oft dort, wo niemand hinsieht.
Sinnvoll sind deshalb einfache Maßnahmen: Container und Mülltonnen leeren oder verschließen, brennbares Material von Fassaden wegräumen, Tore schließen und das Gelände in der Nacht durch einen Revierdienst kontrollieren lassen. Bei Veranstaltungen mit Pyrotechnik im Außenbereich oder in Hallen kann eine Brandwache erforderlich sein.
Rechtzeitig planen
Für die Silvesternacht sind Einsatzkräfte begehrt, und Zuschläge für Feiertags- und Nachtarbeit spielen bei der Kalkulation eine Rolle. Wer bereits im Herbst anfragt, hat die größte Auswahl und kann Einweisung, Dienstzeiten und Abläufe in Ruhe abstimmen. Staffsec übernimmt Veranstaltungsschutz und Objektkontrollen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin. Ihre Anfrage erreicht uns über die Kontaktseite.


