Warum Oktober schon spät ist
Wenn Ende November die ersten Buden öffnen, wirkt alles festlich und eingespielt. Hinter dieser Leichtigkeit stecken Wochen an Planung. Genehmigungen, Zufahrtsschutz und Personal lassen sich nicht in den letzten Tagen vor der Eröffnung organisieren. Ordnungsämter wollen Unterlagen sehen, Sperrelemente müssen bestellt und gestellt werden, und erfahrene Einsatzkräfte sind in der Adventszeit überall gefragt: auf Märkten, im Einzelhandel, bei Firmenfeiern.
Wer im Oktober beginnt, hat noch Spielraum. Wer erst im November anfängt, muss nehmen, was übrig ist. Das gilt für kleine Märkte auf dem Kirchplatz genauso wie für große Innenstadtmärkte in Kiel, Lübeck, Hamburg oder Berlin.
Das Sicherheitskonzept: auf dem Vorjahr aufbauen, aber nicht abschreiben
Die meisten Märkte finden jedes Jahr am selben Ort statt. Das verleitet dazu, das Konzept aus dem Vorjahr unverändert einzureichen. Besser ist ein kurzer, ehrlicher Rückblick: Wo staute es sich? Welche Zufahrt war zu Stoßzeiten blockiert? Wo kam der Rettungsdienst schlecht durch? Diese Erfahrungen gehören in die Fortschreibung.
Ein tragfähiges Sicherheitskonzept beantwortet mindestens diese Fragen:
- Flächen und Wege: Lageplan mit Budenreihen, Gassenbreiten, Rettungswegen und Aufstellflächen für die Feuerwehr
- Besucherzahlen: erwartete Spitzen, etwa am Eröffnungsabend, an Adventssamstagen und bei Bühnenprogramm
- Zufahrten: wo Fahrzeuge auf die Fläche gelangen könnten und wie das verhindert wird
- Zuständigkeiten: wer Veranstaltungsleiter ist, wer entscheidet, wer Polizei und Feuerwehr informiert
- Szenarien: Unwetter, Stromausfall, Brand an einem Stand, vermisstes Kind, medizinischer Notfall, Räumung
Je klarer diese Punkte sind, desto reibungsloser läuft die Abstimmung mit Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr. Viele Städte laden dafür zu einer gemeinsamen Besprechung ein, oft mehrere Wochen vor Marktbeginn.
Zufahrtsschutz und Sperrstellen
Der Schutz vor Fahrzeugen, die gezielt oder versehentlich in eine Menschenmenge fahren, ist auf Weihnachtsmärkten seit Jahren ein zentrales Thema. Welche Sperren nötig sind, legen in der Regel Behörden und Veranstalter gemeinsam fest. Für die Sicherheitsplanung entscheidend ist der Betrieb dieser Sperren im Alltag des Markts.
Denn Händler müssen morgens beliefern, Rettungsdienst und Feuerwehr brauchen jederzeit Durchfahrt, und der Müll wird abgeholt. Jede Durchlassstelle ist nur so sicher wie der Ablauf, mit dem sie geöffnet und wieder geschlossen wird. Klären Sie deshalb: Wer darf wann einfahren? Wer öffnet die Sperre, wer kontrolliert die Berechtigung, und wer stellt sicher, dass sie danach wieder geschlossen ist? Wo Sperrstellen dauerhaft besetzt sein müssen, plant man dafür eigenes Personal ein, das nicht nebenbei noch Streife läuft.
Personal planen: Tagdienst, Abenddienst, Nachtbewachung
Ein Weihnachtsmarkt hat drei sehr unterschiedliche Phasen, und jede braucht eine eigene Besetzung. Die folgende Übersicht hilft bei der Einteilung.
| Phase | Typische Aufgaben | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Aufbau und Anlieferung | Zufahrten regeln, Fläche sichern, Material bewachen | Abstimmung mit Marktleitung und Händlern |
| Marktbetrieb | Streife, Präsenz, Besucherlenkung, Ansprechpartner sein, erste Hilfe einleiten | Erfahrung mit Menschenmengen, ruhiges Auftreten |
| Nacht und Ruhetage | Buden, Waren, Technik und Fahrgeschäfte bewachen | Regelmäßige Rundgänge, Dokumentation, klare Meldewege |
Gerade die Nacht wird unterschätzt. Hütten aus Holz, gefüllte Lager, Kassen und Bühnentechnik stehen wochenlang im öffentlichen Raum. Neben Diebstahl geht es auch um Vandalismus und Brandgefahr. Eine ausführliche Übersicht zur Sicherheit auf Weihnachtsmärkten zeigt, wie sich Tag- und Nachtdienst sinnvoll ergänzen.
Alle eingesetzten Kräfte im Bewachungsgewerbe brauchen mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO und müssen über das Bewacherregister gemeldet sein. Fragen Sie danach, bevor der Vertrag unterschrieben ist.
Brandschutz, Strom und Wetter
Weihnachtsmärkte vereinen vieles, was Brandschutzbeauftragte nervös macht: Holzbuden, offene Flammen an Feuerschalen, Gasflaschen in Imbissständen, provisorische Stromverteilung und Heizstrahler. Legen Sie fest, wer vor Marktöffnung die Stände auf freie Rettungswege, ordnungsgemäß gelagerte Gasflaschen und zugängliche Feuerlöscher prüft. Bei Bühnen oder größeren Aufbauten kann zusätzlich eine Brandwache sinnvoll oder behördlich gefordert sein.
Im Norden spielt das Wetter mit. Sturmböen an der Küste, Glätte auf Pflaster und Platten oder Starkregen gehören zur Saison. Halten Sie im Konzept fest, ab welcher Wetterlage Aufbauten gesichert, Bühnen geräumt oder der Markt unterbrochen wird, und wer diese Entscheidung trifft.
Checkliste für die nächsten Wochen
Damit nichts untergeht, hier die wichtigsten Schritte in einer sinnvollen Reihenfolge:
- Vorjahr auswerten und Konzept fortschreiben
- Termin für die Abstimmung mit Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr festmachen
- Zufahrtsschutz und Durchlassregeln mit allen Beteiligten klären
- Sicherheitsdienst frühzeitig anfragen und Dienstzeiten für Aufbau, Betrieb und Nacht festlegen
- Händler über Anlieferzeiten, Brandschutz und Notfallnummern schriftlich informieren
- Funk- oder Telefonkette für Marktleitung, Sicherheitsdienst und Sanitätsdienst aufbauen
- Einweisung aller Kräfte vor Ort am ersten Tag einplanen
Staffsec unterstützt Veranstalter in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin beim Veranstaltungsschutz und bei der Bewachung über Nacht. Wenn Sie Ihren Markt planen, sprechen Sie uns gern frühzeitig über die Kontaktseite an.


