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Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel:mehr Kunden, mehr Diebstahl

Sie wissen, wo im Dezember die Lücken entstehen und welche Maßnahmen Sie schon im Herbst festlegen sollten.

Praxis-Blog · 5 Min. LesezeitVon Manuel Rutsch · Stand 7. Oktober 2026

Warum die Wochen vor Weihnachten so anfällig sind

Ab Ende November ändert sich der Alltag im Laden spürbar. Die Gänge sind voller, an der Kasse bilden sich Schlangen, Aushilfen stehen zum ersten Mal auf der Fläche. Genau diese Mischung nutzen Diebe aus. Wo viel los ist, fällt ein Einzelner weniger auf – und das Personal ist mit Beratung und Kasse so ausgelastet, dass es kaum noch auf die Ware achtet.

Hinzu kommt das Sortiment. In der Saison liegen besonders viele kleine, hochwertige Artikel aus: Parfüm, Elektronik, Spirituosen, Spielwaren, Geschenksets. Sie stehen oft auf Aktionsflächen im Eingangsbereich, also dort, wo der Weg nach draußen am kürzesten ist. Und weil die Lager voll sind, steht Ware auch dort, wo sie sonst nicht hingehört: auf Paletten im Gang oder in Kartons neben der Rampe.

Die typischen Schwachstellen im Dezember

Aus der Praxis in Innenstädten und Einkaufszentren zwischen Kiel, Hamburg und Berlin zeigen sich jedes Jahr ähnliche Muster. Nicht jeder Laden hat alle davon, aber fast jeder hat einige:

  • Aktionsflächen am Eingang mit hochwertiger Ware und ohne Sichtkontakt von der Kasse
  • Umkleiden, die bei Andrang nicht mehr gezählt oder kontrolliert werden
  • Ablenkung im Team: Eine Person verwickelt das Personal in ein Gespräch, eine zweite räumt das Regal leer
  • Warenannahme und Hinterausgang, die wegen der vielen Lieferungen länger offen stehen
  • Neue Aushilfen, die Abläufe, Warensicherung und Ansprechpartner noch nicht kennen
  • Kassenzone, in der unter Zeitdruck Etiketten übersehen oder Rückgaben nicht sauber geprüft werden

Auch der Schaden durch eigene Fehler wächst in der Saison. Falsch gebuchte Rückgaben, nicht entsicherte Ware oder vergessene Inventurdifferenzen sind kein Diebstahl, wirken sich aber genauso auf das Ergebnis aus. Ein Blick auf die eigenen Abläufe gehört deshalb immer mit dazu.

Was Sie schon im Herbst festlegen sollten

Wer erst Mitte Dezember reagiert, findet oft kein Personal mehr und hat keine Zeit, Abläufe zu ändern. Die Planung beginnt sinnvollerweise im Oktober. Dabei hilft eine einfache Übersicht, welche Maßnahme wofür taugt:

MaßnahmeWirkt vor allem gegenWorauf es ankommt
Sichtbares Sicherheitspersonal am EingangGelegenheitsdiebstahl, AbschreckungFreundliches Auftreten, klare Position, Kontakt zum Team
Ladendetektiv in ZivilGezielte Diebstähle, BandenErfahrung, sauberes Vorgehen nach Hausrecht und § 127 StPO
Warensicherung und VitrinenDiebstahl kleiner, teurer ArtikelWare vor der Saison sichern, Antennen prüfen lassen
Umplatzierung der AktionswareSchneller Griff am AusgangTeure Ware in Sichtweite der Kasse
Kurze Einweisung der AushilfenAblenkung, Fehler an der KasseWas tun bei Verdacht, wen ansprechen

Die meisten Händler kombinieren mehrere dieser Bausteine. Ein Ladendetektiv allein schützt keine offene Rampe, und eine Kraft am Eingang sieht nicht, was in der Umkleide passiert. Wichtig ist, dass jede Maßnahme zur Fläche, zum Sortiment und zu den Öffnungszeiten passt.

Sicherheitspersonal richtig einsetzen

Sicherheitskräfte im Laden sollen zuerst eines: sichtbar sein und Präsenz zeigen. Eine Kraft, die Kunden grüßt, den Eingang im Blick hat und bei Fragen hilft, schreckt viele Gelegenheitsdiebe ab, ohne dass es zu einer einzigen Kontrolle kommt. Abschreckung ist im Weihnachtsgeschäft wertvoller als jede Festnahme.

Kommt es doch zu einem Verdacht, gelten klare Grenzen. Eine Sicherheitskraft hat keine Polizeibefugnisse. Sie handelt aus dem übertragenen Hausrecht und, wenn jemand auf frischer Tat betroffen wird, nach dem Jedermann-Festnahmerecht. Taschen darf sie nur mit Einverständnis durchsehen, andernfalls wird die Polizei gerufen. Mehr dazu lesen Sie in unseren Ratgebern zum Festnahmerecht und zur Taschenkontrolle.

  • Einsatzzeiten an den Kundenstrom anpassen: Nachmittage, Samstage und die letzten Tage vor dem Fest
  • Eine feste Ansprechperson im Team benennen, die bei Verdacht entscheidet
  • Abläufe für Hausverbote und den Anruf bei der Polizei vorab abstimmen
  • Vorfälle knapp dokumentieren, damit sich Muster über die Saison erkennen lassen

Nach Ladenschluss nicht nachlassen

Volle Lager machen auch die Nacht interessanter. In der Saison lohnt es sich, die Schließroutine schriftlich festzuhalten: Wer prüft Hintertür und Rolltor, wer schaltet die Alarmanlage scharf, wer hat welche Schlüssel? Bei größeren Flächen oder Lagern außerhalb der Innenstadt kann ein Revierdienst mit Kontrollfahrten sinnvoll sein, der das Objekt nachts mehrmals anfährt und bei einem Alarm vor Ort nachsieht.

Auch die Zeit zwischen den Jahren gehört in die Planung. Viele Geschäfte haben verkürzte Öffnungszeiten, die Inventur steht an, und die Belegschaft ist dünn. Wer hier eine Lücke lässt, verliert im Januar, was im Dezember verdient wurde.

Rechtzeitig planen lohnt sich

Sicherheitskräfte für den Einzelhandel sind im Dezember gefragt. Wer früh anfragt, hat bessere Chancen auf eingespielte Kräfte, die das Geschäft und das Team schon vor dem ersten Adventssamstag kennenlernen. Eine kurze Begehung im Herbst reicht oft, um Schwachstellen und den passenden Umfang festzulegen.

Staffsec unterstützt Händler in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin mit Diebstahlschutz und Objektschutz. Sprechen Sie uns gern über das Kontaktformular an.

Häufige Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet

Ab wann sollte ich Sicherheitspersonal für das Weihnachtsgeschäft anfragen?+

Am besten im Oktober oder Anfang November. Dann bleibt Zeit für eine Begehung, eine Einweisung und die Abstimmung mit dem Team. Kurz vor dem Fest sind viele Kräfte bereits verplant.

Darf eine Sicherheitskraft im Laden Taschen kontrollieren?+

Nur mit Einverständnis der Kundin oder des Kunden. Wird jemand auf frischer Tat beim Diebstahl beobachtet, darf er bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten werden. Eine Durchsuchung gegen den Willen ist Sache der Polizei.

Lohnt sich ein Ladendetektiv nur für große Geschäfte?+

Nicht unbedingt. Auch kleinere Geschäfte mit hochwertigem Sortiment profitieren, etwa an umsatzstarken Tagen. Entscheidend sind Sortiment, Fläche und die bisherigen Inventurdifferenzen.

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