Was einen Weihnachtsmarkt besonders macht
Ein Weihnachtsmarkt ist kein Wochenendfest, sondern eine Veranstaltung über mehrere Wochen. Er findet mitten in der Innenstadt statt, oft auf Plätzen, die sonst Durchgangsverkehr haben. Es wird früh dunkel, die Wege sind manchmal glatt, und an den Glühweinständen steigt der Alkoholpegel im Laufe des Abends. Dazu kommen Hütten mit Ware und Kasse, die nachts unbeaufsichtigt stehen.
Die Sicherheitsplanung muss deshalb drei Zeiträume abdecken: den ruhigen Tagesbetrieb, die vollen Abende und Wochenenden sowie die Nacht, in der der Markt geschlossen ist. Jeder Zeitraum hat eigene Risiken und braucht eigene Maßnahmen.
Zufahrten schützen, ohne Rettungswege zu blockieren
Spätestens seit dem Anschlag in Berlin im Dezember 2016 gehört der Schutz vor Fahrzeugen, die gezielt in die Menge gesteuert werden, zu jeder Weihnachtsmarktplanung. Wer die Zufahrten plant, schaut sich jede Straße an, die auf den Markt führt, und fragt: Kann hier ein Fahrzeug Geschwindigkeit aufnehmen und ungebremst auf eine belebte Fläche gelangen?
Die Lösung ist selten eine einzige Sperre. Meist ist es ein Zusammenspiel aus festen Elementen, mobilen Fahrzeugsperren und baulichen Gegebenheiten wie Pollern, Treppen oder Hochbeeten. Behörden und Polizei geben dazu Hinweise, und viele Kommunen arbeiten inzwischen mit geprüften mobilen Systemen.
- Jede Zufahrt prüfen, auch Nebenstraßen und Zufahrten über Parkplätze
- Durchlässe für Feuerwehr und Rettungsdienst einplanen und im Notfall schnell öffnen können
- Lieferzeiten für Standbetreiber festlegen, etwa nur vor Marktöffnung
- Für jeden Durchlass festlegen, wer ihn bedient und wer den Schlüssel hat
- Sperren täglich auf Lage und Vollständigkeit kontrollieren
Ein häufiger Fehler: Sperren werden morgens für die Anlieferung geöffnet und danach nicht wieder vollständig geschlossen. Ein fester Kontrollgang vor Marktöffnung schließt diese Lücke.
Personal über mehrere Wochen planen
Die lange Laufzeit ist für die Personalplanung die größte Herausforderung. Ein Weihnachtsmarkt hat ruhige Vormittage unter der Woche und sehr volle Freitag- und Samstagabende. Die Stärke des Sicherheitsdienstes sollte diesem Verlauf folgen und nicht über alle Tage gleich sein.
| Zeitraum | Typische Lage | Schwerpunkt des Sicherheitsdienstes |
|---|---|---|
| Werktags tagsüber | Ruhig, Familien, Schulklassen | Präsenz, Zufahrten, Ansprechpartner |
| Werktags abends | After-Work-Publikum, mehr Alkohol | Streifen an Ausschankständen, Konflikte früh entschärfen |
| Wochenende | Sehr voll, Tagestouristen | Engstellen, Besucherlenkung, Kinder suchen |
| Sonderabende | Eröffnung, Konzerte, Lichterumzug | Bühnenvorfeld, Abstrom |
| Nacht | Markt geschlossen | Nachtbewachung der Hütten und Technik |
Für die Einsatzkräfte bedeutet die Saison Kälte und lange Standzeiten. Wechselnde Posten, warme Aufenthaltsmöglichkeiten und geplante Pausen sind nicht nur eine Frage der Fürsorge, sondern auch der Aufmerksamkeit. Wer seit Stunden friert, sieht weniger. Hinzu kommt die Arbeitszeit: Die Einsatzpläne müssen das Arbeitszeitgesetz einhalten, gerade wenn Spätdienst und Nachtwache aufeinander folgen.
Die Abendstunden im Blick
Die meisten Einsätze auf Weihnachtsmärkten entstehen am Abend. Gruppen bleiben lange an den Ständen, die Stimmung wird lauter, kleine Rangeleien entstehen. Ein erfahrener Sicherheitsdienst ist dann vor allem sichtbar und ansprechbar. Präsenz an den Ausschankständen, ein freundliches Wort im richtigen Moment und die Abstimmung mit den Standbetreibern verhindern vieles, bevor es eskaliert.
Standbetreiber sind dabei wichtige Partner. Sie sehen als Erste, wenn ein Gast zu viel getrunken hat oder sich eine Gruppe aufschaukelt. Vereinbaren Sie, wie Standbetreiber den Sicherheitsdienst schnell erreichen, zum Beispiel über eine Telefonnummer der Einsatzleitung. Beim Ausschank an Jugendliche gelten die Regeln des Jugendschutzgesetzes, mehr dazu im Ratgeber Jugendschutz auf Veranstaltungen.
Zum Marktschluss sollten Ausschank, Musik und Beleuchtung abgestimmt heruntergefahren werden. Wenn das Licht plötzlich ausgeht, während noch viele Gäste auf dem Platz stehen, wird der Abstrom unübersichtlich.
Nachtbewachung der Hütten
Nach Marktschluss beginnt eine ganz andere Aufgabe. Die Hütten enthalten Ware, Kassen, Kühlgeräte und Dekoration. Hinzu kommen Bühnentechnik, Stromverteiler und Fahrgeschäfte. Ohne Bewachung sind Einbrüche, Diebstahl und Vandalismus ein echtes Risiko. Außerdem können Heizlüfter oder defekte Kabel Brände auslösen, die nachts niemand bemerkt.
Bewährt haben sich zwei Modelle: eine feste Nachtwache, die das Gelände durchgehend bestreift, oder mehrere Kontrollfahrten durch einen Revierdienst. Welche Lösung passt, hängt von Größe, Lage und Wert des Inventars ab. Ein großer Markt in einer Innenstadt mit viel Nachtpublikum braucht eher eine feste Wache, ein kleiner Markt in einem Ortszentrum kommt oft mit Revierkontrollen aus. Digitale Kontrollberichte mit Zeitstempel und Fotos zeigen dem Veranstalter am Morgen, wann welcher Bereich kontrolliert wurde.
Ernstfall: Räumung und Wetter
Auch auf einem Weihnachtsmarkt kann es nötig werden, Bereiche oder den ganzen Markt zu räumen, zum Beispiel bei Sturm, einem Brand an einer Hütte oder einem verdächtigen Gegenstand. Dafür braucht es vorbereitete Abläufe: Wer entscheidet über die Räumung, welche Durchsage wird gemacht, über welche Wege verlassen die Besucher den Platz, und wo sammeln sich Standbetreiber? Der Ratgeber Evakuierung planen erklärt die Grundlagen.
Glätte ist ein unterschätztes Thema. Ein Winterdienstplan für Laufwege und Rettungswege gehört zur Vorbereitung, ebenso Streugut an zentralen Stellen. Sicherheitskräfte, die bei ihren Streifen vereiste Stellen melden, helfen, Stürze zu vermeiden.
Checkliste für Veranstalter
Die folgenden Punkte sollten vor der Eröffnung geklärt sein. Sie ersetzen kein Sicherheitskonzept, helfen aber bei der Abstimmung mit Behörden und Dienstleistern.
- Zufahrtsschutz mit Behörden abgestimmt, Durchlässe und Lieferzeiten festgelegt
- Personalplan mit Stärke je Wochentag und Tageszeit
- Erreichbarkeit der Einsatzleitung für Standbetreiber bekannt
- Rettungswege, Sammelstellen und Räumungsablauf geplant
- Nachtbewachung oder Revierkontrollen für die Schließzeit beauftragt
- Winterdienst für Laufwege organisiert
- Treffpunkt für verlorene Kinder festgelegt und beschildert
Staffsec übernimmt Veranstaltungsschutz und Nachtbewachung für Märkte in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin. Für Ihre Planung fragen Sie gern ein Angebot an.


