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ISPS-Codedas Regelwerk für Sicherheit in Häfen

Sie wissen danach, woher der ISPS-Code kommt, welche Pflichten er Hafenanlagen auferlegt und welche Anforderungen an eingesetztes Sicherheitspersonal daraus folgen.

Glossar · 3 Min. LesezeitVon Manuel Rutsch · Stand 7. Oktober 2026

Herkunft und Geltung

Der ISPS-Code (International Ship and Port Facility Security Code) wurde von der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO als Teil des SOLAS-Übereinkommens beschlossen und gilt seit 2004. Er soll Schiffe und Hafenanlagen gegen vorsätzliche Angriffe schützen, etwa Terrorismus, Sabotage oder das Einschleusen von Personen und Gütern.

In der Europäischen Union wurde er durch eine Verordnung verbindlich gemacht und teilweise verschärft. In Deutschland setzen die Küstenländer die Vorgaben für Hafenanlagen mit eigenen Hafensicherheitsgesetzen um. Für Schleswig-Holstein mit Häfen wie Kiel, Lübeck, Puttgarden oder Brunsbüttel ist damit Landesrecht maßgeblich, für den Hamburger Hafen das Hamburger Recht.

Was der ISPS-Code verlangt

  • Risikobewertung für jede Hafenanlage, die von der zuständigen Behörde genehmigt wird.
  • Gefahrenabwehrplan, der Zugangsregeln, überwachte Bereiche, Abläufe und Zuständigkeiten festlegt.
  • Beauftragter für die Gefahrenabwehr in der Hafenanlage, auf Schiffen und in der Reederei.
  • Zugangskontrolle für Personen, Fahrzeuge, Gepäck und Ladung.
  • Übungen und Schulungen in festgelegten Abständen.
  • Drei Gefahrenstufen, die von der Behörde festgesetzt werden und abgestufte Maßnahmen auslösen.

Die drei Gefahrenstufen

StufeBedeutungFolgen im Betrieb
1NormalbetriebMindestmaßnahmen dauerhaft: Zugangskontrolle, Überwachung, Stichproben.
2erhöhtes Risikozusätzliche Maßnahmen für einen begrenzten Zeitraum, etwa mehr Kontrollen und eingeschränkte Zugänge.
3unmittelbar drohende Gefahrbesondere Maßnahmen, oft nur für kurze Zeit, bis hin zur Einstellung des Betriebs.

Für Sicherheitsdienstleister bedeutet ein Stufenwechsel, dass Personal kurzfristig aufgestockt und Abläufe geändert werden müssen. Das muss im Gefahrenabwehrplan vorbereitet sein, nicht erst in der Nacht des Wechsels.

Anforderungen an Sicherheitspersonal

Wer in einer ISPS-Hafenanlage Kontrollaufgaben übernimmt, arbeitet in einem deutlich strengeren Rahmen als im übrigen Objektschutz. Neben der Qualifikation nach § 34a GewO sind eine Schulung zu den Aufgaben im Gefahrenabwehrplan und häufig eine zusätzliche behördliche Überprüfung nötig. Die Kontrollen an Tor und Terminal folgen festgelegten Verfahren, die dokumentiert werden.

In der Praxis geht es um die Zutrittskontrolle an Zufahrten, das Prüfen von Ausweisen und Berechtigungen, Streifen entlang des Zauns und an Kaikanten sowie die Meldung von Auffälligkeiten an den Beauftragten. Viele Hafenanlagen zählen zudem zur kritischen Infrastruktur, was zusätzliche Pflichten mit sich bringen kann.

Staffsec ist im KRITIS-Schutz in Norddeutschland tätig. Ob ein Einsatz im ISPS-Bereich möglich ist, klären wir im Einzelfall mit dem Betreiber und dessen Beauftragtem.

Häufige Fragen

Fragen zum Begriff kurz beantwortet

Gilt der ISPS-Code für jeden Hafen?+

Er gilt für Hafenanlagen, die Schiffe in der internationalen Fahrt abfertigen, sowie für diese Schiffe. In der EU wurde der Anwendungsbereich teilweise auf weitere Verkehre ausgedehnt. Ob eine Anlage erfasst ist, legt die zuständige Behörde fest.

Wer legt die Gefahrenstufe fest?+

Die zuständige staatliche Behörde. Die Hafenanlage muss die zur Stufe gehörenden Maßnahmen dann umsetzen.

Reicht eine Sachkundeprüfung für den Einsatz im Hafen?+

Sie ist eine Grundlage, aber meist nicht ausreichend. Hinzu kommen Schulungen zum Gefahrenabwehrplan und oft eine eigene Überprüfung durch die Behörde.

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