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§ 34a GewOdie Grundnorm des Bewachungsgewerbes

Sie wissen danach, wer eine Bewachungserlaubnis braucht, welche Qualifikation für welche Tätigkeit gilt und was Sie als Auftraggeber prüfen können.

Glossar · 3 Min. LesezeitVon Manuel Rutsch · Stand 6. Oktober 2026

Was der Paragraf regelt

§ 34a der Gewerbeordnung macht die gewerbliche Bewachung von Leben oder Eigentum fremder Personen erlaubnispflichtig. Wer einen Wachdienst, einen Empfangsdienst mit Sicherungsaufgaben oder einen Veranstaltungsordnerdienst gewerblich anbietet, braucht vorher die Erlaubnis der zuständigen Behörde. Ohne sie darf das Gewerbe nicht ausgeübt werden.

Die Erlaubnis bekommt nur, wer zuverlässig ist, in geordneten Vermögensverhältnissen lebt, eine Haftpflichtversicherung nachweist und selbst die Sachkundeprüfung abgelegt hat. Bei juristischen Personen gilt das für die gesetzlichen Vertreter. Die Einzelheiten zu Prüfungsinhalten, Dienstausweis, Kennzeichnung und Aufzeichnungspflichten stehen in der Bewachungsverordnung.

Zwei Qualifikationswege für das Personal

Auch jede Einsatzkraft muss eine Mindestqualifikation nachweisen. Der Paragraf kennt dafür zwei Stufen, die sich nicht nach Ausbildungsdauer, sondern nach der Tätigkeit richten.

StufeFür welche TätigkeitenAbschluss
Unterrichtungallgemeine Bewachung, etwa Objektschutz ohne Publikumsverkehr, Pforte, BaustelleTeilnahmebescheinigung der IHK nach der Unterrichtung
SachkundeprüfungStreifen im öffentlichen Verkehrsraum oder in Bereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr, Schutz vor Ladendieben, Einlass in Diskotheken, Bewachung von Flüchtlingsunterkünften, leitende Funktion bei zugangsgeschützten Großveranstaltungenbestandene Prüfung vor der IHK, schriftlich und mündlich

Höherwertige Abschlüsse wie die Fachkraft für Schutz und Sicherheit oder die Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft ersetzen die Sachkundeprüfung. Mehr dazu im Ratgeber Unterrichtung oder Sachkunde.

Zuverlässigkeit und Bewacherregister

Bevor eine Kraft eingesetzt werden darf, meldet das Unternehmen sie im Bewacherregister an. Die Behörde prüft dann die Zuverlässigkeit, unter anderem über das Bundeszentralregister und eine Abfrage bei der Verfassungsschutzbehörde. Erst mit positivem Ergebnis ist der Einsatz zulässig. Die Prüfung wird in regelmäßigen Abständen wiederholt.

Für Auftraggeber heißt das: Die Frage nach der Qualifikation endet nicht bei der Firma. Jede Person, die bei Ihnen im Dienst steht, muss für ihre konkrete Aufgabe passend qualifiziert und registriert sein.

Was Sie als Auftraggeber prüfen sollten

  • Liegt die Erlaubnis nach § 34a GewO vor, und deckt sie das Unternehmen, mit dem Sie den Vertrag schließen?
  • Passt die Qualifikation der eingesetzten Kräfte zur Tätigkeit? Wer im öffentlichen Raum Streife geht, braucht die Sachkundeprüfung, nicht nur die Unterrichtung.
  • Tragen die Kräfte einen gültigen Dienstausweis mit Bewacher-ID?
  • Gilt das alles auch für Nachunternehmer? Lassen Sie sich den Einsatz von Subunternehmern vertraglich anzeigen.
  • Besteht die vorgeschriebene Haftpflichtversicherung?

Staffsec arbeitet mit Erlaubnis nach § 34a GewO und setzt nur Kräfte mit Unterrichtung oder Sachkundeprüfung ein, die über das Bewacherregister überprüft sind — im Objektschutz ebenso wie bei Veranstaltungen.

Häufige Fragen

Fragen zum Begriff kurz beantwortet

Braucht ein Hausmeister, der abends abschließt, eine Erlaubnis nach § 34a?+

Wer nur für den eigenen Arbeitgeber tätig ist, übt kein Bewachungsgewerbe aus. Die Erlaubnispflicht gilt für die gewerbliche Bewachung fremden Eigentums. Wird der Schließdienst an ein externes Unternehmen vergeben, das dabei Sicherungsaufgaben übernimmt, braucht dieses die Erlaubnis.

Reicht für einen Ordner bei einem Stadtfest die Unterrichtung?+

Für viele Ordneraufgaben ja. Wer bei einer zugangsgeschützten Großveranstaltung leitend tätig ist oder im öffentlichen Verkehrsraum Streife geht, braucht dagegen die Sachkundeprüfung. Entscheidend ist die konkrete Aufgabe, nicht die Bezeichnung.

Wie erkenne ich, ob eine Kraft registriert ist?+

Jede Kraft trägt einen Dienstausweis mit ihrer Bewacher-ID. Die Registrierung selbst führt das Unternehmen im Bewacherregister. Sie können sich vom Dienstleister bestätigen lassen, dass alle eingesetzten Personen dort mit positiver Zuverlässigkeitsprüfung geführt sind.

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