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Krisenmanagementvorbereitet sein, bevor es ernst wird

Sie wissen danach, was ein funktionierendes Krisenmanagement braucht, wie es sich vom Notfallmanagement abgrenzt und wo die Sicherheitskräfte eingebunden sind.

Glossar · 2 Min. LesezeitVon Manuel Rutsch · Stand 7. Oktober 2026

Notfall, Krise, Katastrophe

Ein Notfall lässt sich mit eingespielten Abläufen bewältigen: Brandalarm, Stromausfall, ein verletzter Mitarbeiter. Eine Krise beginnt dort, wo diese Abläufe nicht mehr reichen, weil die Lage ungewöhnlich, groß oder unklar ist und Entscheidungen auf Leitungsebene verlangt: ein Großbrand im Lager, ein Cyberangriff, der die Produktion stoppt, eine Bedrohungslage am Standort, der Ausfall eines wichtigen Lieferanten.

Krisenmanagement ist die vorbereitete Organisation für genau diese Lagen. Es entsteht vorher, nicht in der Krise selbst. Bewährte Orientierung geben der BSI-Standard 200-4 zum Business Continuity Management und die ISO 22301.

Die Bausteine

  • Krisenstab: benannte Personen mit Vertretern, meist Leitung, Kommunikation, Personal, Technik, IT und Sicherheit
  • Alarmierung: aktuelle Listen, wer wen wie erreicht, auch nachts und im Urlaub
  • Lageraum: ein vorbereiteter Raum oder virtueller Treffpunkt mit Plänen, Kontakten und Technik
  • Lagebild: ein einheitlicher Stand, auf dessen Grundlage entschieden wird
  • Kommunikation: abgestimmte Botschaften an Beschäftigte, Kunden, Behörden und Presse
  • Fortführungspläne: welche Prozesse wie schnell wieder laufen müssen und womit

Ohne Übung bleibt das Papier. Schon eine Planbesprechung im Jahr, in der eine realistische Lage durchgespielt wird, deckt Lücken in Listen und Zuständigkeiten auf.

Die Rolle der Sicherheitskräfte

Der Sicherheitsdienst ist oft als Erster vor Ort und damit Augen und Ohren des Stabes. Er sichert Zugänge, lenkt Einsatzkräfte, hält Unbefugte fern, unterstützt bei einer Evakuierung und liefert Meldungen für das Lagebild. Damit das klappt, muss er im Alarmplan stehen, die Meldewege kennen und eine klare Ansprechperson im Stab haben.

Für KRITIS-Betreiber ist ein belastbares Krisen- und Notfallmanagement besonders wichtig, weil der Ausfall ihrer Leistung viele Menschen trifft.

Häufige Schwachstellen

Veraltete Telefonlisten, ein Stab, dessen Mitglieder sich nie gemeinsam getroffen haben, und eine Krisenkommunikation, die erst im Ernstfall formuliert wird: Das sind die Klassiker. Hinzu kommt, dass externe Dienstleister wie der Sicherheitsdienst nicht eingebunden sind und im Ernstfall eigene Wege gehen.

Staffsec stimmt Meldewege und Aufgaben der Einsatzkräfte im Rahmen des KRITIS-Schutzes und des Werkschutzes mit den Verantwortlichen beim Auftraggeber ab.

Häufige Fragen

Fragen zum Begriff kurz beantwortet

Braucht ein mittelständisches Unternehmen einen Krisenstab?+

Ein großer Stab ist nicht nötig, eine Vorbereitung schon. Schon wenige benannte Personen mit Vertretung, aktuellen Kontaktlisten und einem einfachen Ablauf machen im Ernstfall einen großen Unterschied.

Wie oft sollte Krisenmanagement geübt werden?+

Mindestens einmal im Jahr, etwa als Planbesprechung am Tisch. Nach größeren Änderungen in Organisation, Gebäuden oder Personal empfiehlt sich eine zusätzliche Übung.

Wer leitet den Krisenstab?+

In der Regel eine Person aus der Unternehmensleitung oder eine von ihr bestimmte Führungskraft mit Entscheidungsbefugnis. Wichtig ist eine benannte Vertretung.

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