Begriff
Ein Lagebild ist die verdichtete Darstellung dessen, was zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem Ort geschieht und was absehbar geschehen wird. Es stammt aus der Führungslehre von Polizei und Feuerwehr, die nach dem Kreislauf aus Lagefeststellung, Planung und Befehlsgebung arbeiten, und wird im Sicherheitsdienst genauso gebraucht: bei Veranstaltungen, in großen Objekten, auf Baustellen und im Krisenmanagement.
Ein gutes Lagebild beantwortet drei Fragen: Was ist los? Was droht? Was haben wir zur Verfügung?
Woraus ein Lagebild entsteht
- Meldungen der Einsatzkräfte über Funk und App, etwa aus Kontrollgängen und Eingängen
- Zählungen und Füllstände, zum Beispiel Besucherzahlen je Bereich
- Technik: Videobilder, Brandmeldeanlage, Zutrittskontrolle
- Externe Informationen: Wetterwarnungen, Verkehrslage, Hinweise der Polizei
- Erfahrungswerte aus früheren Einsätzen am selben Ort
Entscheidend ist die Verdichtung. Hundert Einzelmeldungen sind noch kein Lagebild. Erst wenn jemand sie sortiert, bewertet und auf das Wesentliche bringt, können Entscheider damit arbeiten.
Beispiel Veranstaltung
Auf einem Stadtfest in Schleswig-Holstein meldet der Eingang Nord stark steigenden Andrang, gleichzeitig zieht laut Wetterdienst ein Gewitter heran. Im Lagebild stehen beide Meldungen nebeneinander, zusammen mit der Belegung der Flächen und den freien Kräften. Daraus folgt eine Entscheidung: Eingang Nord drosseln, Ausweichflächen öffnen, Durchsagen vorbereiten. Ohne Lagebild würden zwei Abschnittsleiter getrennt reagieren, möglicherweise gegensätzlich.
Bei Veranstaltungen führt der Einsatzleiter des Sicherheitsdienstes das Lagebild seines Bereichs und stimmt es in der Sicherheitsbesprechung mit Veranstalter, Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst ab.
Typische Fehler
Das häufigste Problem ist die Aktualität: Ein Lagebild, das eine Stunde alt ist, beschreibt eine Lage, die es nicht mehr gibt. Ebenso schädlich sind Lücken, wenn ein Bereich keine Meldungen liefert und deshalb als ruhig gilt, und fehlende Zuständigkeit, wenn niemand ausdrücklich für die Führung des Lagebilds verantwortlich ist. Feste Meldezeiten, eine einfache Lagekarte und ein benannter Verantwortlicher beheben das meiste.
Im Veranstaltungsschutz von Staffsec melden die Einsatzkräfte über feste Meldewege an die Einsatzleitung, die daraus das Lagebild für ihren Bereich führt.

