Wozu das Konzept dient
Ein Sicherheitskonzept bündelt in einem Dokument, was an einem Ort passieren kann und was dagegen getan wird. Es verbindet die Analyse der Gefährdungen mit konkreten Maßnahmen, Zuständigkeiten und Abläufen. Damit ist es die gemeinsame Grundlage für Betreiber, Sicherheitsdienst und Behörden.
Zwei Anwendungsfelder sind typisch. Bei Veranstaltungen ist das Konzept oft Teil der Genehmigung; für größere Versammlungsstätten verlangt die Versammlungsstättenverordnung es ausdrücklich. Bei Objekten wie Verwaltungsgebäuden, Lagern oder Anlagen der kritischen Infrastruktur beschreibt es den dauerhaften Schutz.
Die Bausteine eines tragfähigen Konzepts
| Baustein | Leitfrage |
|---|---|
| Lage und Objekt | Wo liegt der Ort, wie ist er erreichbar, wer hält sich dort auf, wie viele Menschen? |
| Gefährdungen | Was ist realistisch: Diebstahl, Vandalismus, Brand, Überfüllung, Unwetter, Konflikte? |
| Bauliche und technische Maßnahmen | Zäune, Schließtechnik, Melde- und Videotechnik, Beleuchtung, Rettungswege |
| Personelle Maßnahmen | Wie viele Kräfte, mit welcher Qualifikation, an welchen Posten, zu welchen Zeiten? |
| Organisation und Kommunikation | Wer führt, wer entscheidet, über welche Kanäle wird gemeldet? |
| Störfälle und Räumung | Was passiert bei Alarm, Abbruch, Evakuierung, und wer löst es aus? |
Für Veranstaltungen kommen Besucherlenkung, Einlass, Ordnungsdienst und die Abstimmung mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst hinzu. Für Objekte stehen Zutrittskontrolle, Schlüsselverwaltung und der Alarmplan im Vordergrund.
Wer daran mitschreibt
Verantwortlich ist der Betreiber oder Veranstalter. Er kennt Nutzung, Publikum und Risiken am besten. Der Sicherheitsdienst bringt die Erfahrung aus dem Einsatz ein: wie viele Kräfte ein Einlass tatsächlich braucht, wo sich erfahrungsgemäß Engstellen bilden, welche Meldewege in der Nacht funktionieren. Bei Veranstaltungen sitzen außerdem Ordnungsamt, Feuerwehr und Polizei mit am Tisch, in Schleswig-Holstein genauso wie in Hamburg oder Berlin.
Ein häufiger Fehler ist die Übernahme eines Konzepts von einer anderen Veranstaltung. Ein Stadtfest in Neumünster und ein Hallenkonzert in Kiel haben andere Wege, andere Besucher und andere Engstellen. Das Gerüst darf wiederkehren, die Inhalte nicht.
Damit es nicht im Ordner verschwindet
- Jede eingesetzte Kraft kennt die Teile, die ihren Posten betreffen, über die Dienstanweisung und die Einweisung vor Ort.
- Das Konzept wird bei jeder Änderung fortgeschrieben, etwa bei Umbau, neuer Nutzung oder geänderter Besucherzahl.
- Räumungen und Alarmabläufe werden geübt, nicht nur beschrieben.
- Nach jedem größeren Ereignis folgt eine kurze Auswertung, deren Ergebnisse in die nächste Fassung einfließen.
Staffsec erarbeitet Sicherheitskonzepte gemeinsam mit Veranstaltern und Betreibern und setzt sie im Veranstaltungsschutz und im Objektschutz um.

