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VdSder Maßstab der Versicherer für Sicherheitstechnik

Sie wissen danach, was VdS-Anerkennung bedeutet, wann sie gefordert wird und wie sie mit dem Sicherheitsdienst zusammenspielt.

Glossar · 3 Min. LesezeitVon Manuel Rutsch · Stand 7. Oktober 2026

Wer oder was ist VdS?

VdS steht für die VdS Schadenverhütung GmbH mit Sitz in Köln, eine Tochter des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft. Sie prüft und zertifiziert Produkte, Anlagen, Fachfirmen und Fachkräfte rund um Brandschutz und Einbruchschutz und gibt dazu eigene Richtlinien heraus. Diese Richtlinien sind keine Gesetze. Sie haben trotzdem großes Gewicht, weil Versicherer sie in ihren Bedingungen voraussetzen.

Für Betreiber von Gewerbeobjekten in Schleswig-Holstein, Hamburg oder Berlin begegnet VdS meist an drei Stellen: im Versicherungsvertrag, im Leistungsverzeichnis einer Ausschreibung und beim Angebot des Errichters einer Alarmanlage.

Die drei Ebenen der Anerkennung

Wer „VdS-anerkannt“ liest, sollte nachfragen, worauf sich das genau bezieht. Es gibt mehrere Ebenen, die unabhängig voneinander geprüft werden.

EbeneWas geprüft wirdPraktische Bedeutung
Produkteinzelne Geräte wie Melder, Zentralen, Schlösser oder Übertragungsgerätedas Bauteil erfüllt die Anforderungen seiner Klasse
Errichterdie Fachfirma, die plant, montiert und wartetnur ein anerkannter Errichter darf eine Anlage als VdS-gerecht übergeben
Anlagedas fertige System im Objekt mit AttestNachweis gegenüber dem Versicherer
LeitstelleNotruf- und Serviceleitstellen, die Alarme annehmenAufschaltung mit geregelten Abläufen und Redundanz

Ein VdS-geprüfter Melder macht also noch keine VdS-Anlage. Erst wenn ein anerkannter Errichter die Anlage nach den Richtlinien plant, errichtet und regelmäßig instand hält, entsteht der Nachweis, den der Versicherer sehen will.

VdS-Klassen bei Einbruchmeldeanlagen

Bei Einbruchmeldeanlagen unterscheidet VdS Klassen, die sich nach dem Risiko richten. Grob gilt: Je höher die Klasse, desto widerstandsfähiger die Technik gegen Sabotage, desto engmaschiger die Überwachung der Übertragungswege und desto höher der Aufwand. Welche Klasse nötig ist, legt in der Regel der Versicherer anhand von Branche, Warenwert und Lage fest.

Für Brandmeldeanlagen gibt es eigene VdS-Richtlinien, die neben der DIN VDE 0833 und den Normen der Reihe DIN 14675 stehen. Wer eine Brandmeldeanlage plant, sollte früh klären, ob neben den baurechtlichen Anforderungen auch eine VdS-Anerkennung verlangt wird.

  • Versicherungsvertrag lesen: Steht dort eine bestimmte Klasse oder nur „VdS-anerkannt“?
  • Errichter-Nachweis anfordern: Die Anerkennung ist befristet und auf bestimmte Anlagenarten bezogen.
  • Attest aufbewahren: Es ist der Beleg im Schadenfall.
  • Wartung einhalten: Eine nicht gewartete Anlage verliert ihren Wert für den Versicherungsschutz.

Technik und Personal greifen ineinander

Eine gute Anlage meldet. Handeln muss jemand anderes. Deshalb ist die Frage nach VdS immer auch eine Frage nach der Reaktion: Wer nimmt den Alarm an, wer fährt hin, wer hat den Schlüssel? Versicherer achten zunehmend darauf, dass zwischen Alarmaufschaltung und Eintreffen vor Ort ein geregelter Ablauf steht.

Hier setzt der Interventionsdienst an. Staffsec übernimmt im Revier- und Interventionsdienst die Alarmverfolgung vor Ort und stimmt Schlüsselübergabe und Alarmplan mit dem Auftraggeber und seinem Errichter ab.

Häufige Fragen

Fragen zum Begriff kurz beantwortet

Ist VdS gesetzlich vorgeschrieben?+

Nein. VdS-Richtlinien sind private Regelwerke. Verbindlich werden sie, wenn ein Versicherungsvertrag, eine Ausschreibung oder ein Vertrag sie ausdrücklich verlangt.

Was passiert, wenn die geforderte Anlage nicht VdS-gerecht ist?+

Das hängt vom Versicherungsvertrag ab. Im Schadenfall kann der Versicherer prüfen, ob vereinbarte Sicherungen vorhanden und funktionsfähig waren. Deshalb sollten Betreiber Attest und Wartungsnachweise griffbereit halten.

Muss ein Sicherheitsdienst VdS-zertifiziert sein?+

Für die Bewachung selbst ist die Erlaubnis nach § 34a GewO maßgeblich, ergänzt etwa durch DIN 77200 und DIN EN ISO 9001. VdS-Anerkennungen betreffen vor allem Technik, Errichter und Leitstellen. Ob eine solche Anerkennung verlangt wird, steht in den Vergabeunterlagen.

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