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Wegezeitdie Stunden zwischen den Einsatzorten

Sie wissen danach, wie Wegezeit arbeitsrechtlich einzuordnen ist und warum sie bei Revier- und Kontrolldiensten in jede Planung gehört.

Glossar · 2 Min. LesezeitVon Manuel Rutsch · Stand 7. Oktober 2026

Was mit Wegezeit gemeint ist

Wegezeit ist die Zeit, die eine Einsatzkraft für den Weg zu einem Einsatzort oder zwischen mehreren Einsatzorten braucht. Im Sicherheitsdienst ist sie bei allen mobilen Leistungen allgegenwärtig: im Revierdienst, bei Kontrollfahrten, bei Alarmverfolgung und bei Schließdiensten.

Zwei Fragen werden dabei oft vermischt: Ist die Wegezeit Arbeitszeit im Sinne des Arbeitszeitgesetzes? Und wird sie bezahlt und dem Auftraggeber berechnet? Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe.

Arbeitsrechtliche Einordnung

WegEinordnung in der Regel
Von zu Hause zum festen Objektkeine Arbeitszeit — normaler Arbeitsweg
Zwischen zwei Objekten während der SchichtArbeitszeit, weil die Fahrt Teil der Tätigkeit ist
Revier- oder StreifenfahrtArbeitszeit, die Fahrt ist die Dienstleistung selbst
Ohne festen Arbeitsort direkt zum ersten Einsatznach der europäischen Rechtsprechung grundsätzlich Arbeitszeit
Vom Betrieb zum Einsatzort mit Dienstfahrzeugin der Regel Arbeitszeit

Für die Vergütung kommt es zusätzlich auf Arbeitsvertrag und den geltenden Tarifvertrag an. Was als Arbeitszeit zählt, ist außerdem bei Höchstarbeitszeit und Ruhezeiten nach dem Arbeitszeitgesetz mitzurechnen. Gerade bei langen Nachtschichten im Revierdienst ist das ein Planungsthema. Im Einzelfall entscheidet die genaue Gestaltung; bei Unsicherheiten lohnt fachkundiger Rat.

Wegezeit in Angebot und Kalkulation

Für Auftraggeber ist Wegezeit der Grund, warum mobile Dienste wirtschaftlich sind. Eine Revierkraft fährt in einer Nacht mehrere Objekte an. Die Fahrt zwischen den Objekten verteilt sich auf alle Kunden der Tour. Ein einzelnes Objekt muss daher nicht die Kosten einer ganzen Nachtschicht tragen.

Umgekehrt gilt: Liegt ein Objekt weit abseits der übrigen Touren, steigt der Anteil der Wegezeit. Das betrifft in Schleswig-Holstein etwa Standorte auf dem Land oder an der Küste, in Berlin und Hamburg eher Stoßzeiten im Stadtverkehr. Seriöse Angebote berücksichtigen das offen.

  • Fragen Sie, ob Anfahrt und Wegezeit im Angebot enthalten sind oder gesondert berechnet werden.
  • Klären Sie, wie die Zeit gerechnet wird, wenn ein Alarm außerhalb der Tour verfolgt werden muss.
  • Vergleichen Sie bei mehreren Angeboten, ob alle die Wegezeit gleich behandeln.
  • Bedenken Sie, dass besonders knapp kalkulierte Touren zu Lasten der Zeit am Objekt gehen können.

Staffsec plant Touren im Revier- und Interventionsdienst und bei Kontrollfahrten so, dass Wegezeit und Zeit am Objekt in einem nachvollziehbaren Verhältnis stehen.

Häufige Fragen

Fragen zum Begriff kurz beantwortet

Ist die Fahrt zur Arbeit im Sicherheitsdienst Arbeitszeit?+

Der normale Weg von zu Hause zu einem festen Objekt ist in der Regel keine Arbeitszeit. Fahrten zwischen Objekten während der Schicht und Streifenfahrten dagegen schon.

Warum ist ein Revierdienst oft wirtschaftlicher als ein fester Posten?+

Weil sich Wegezeit und Personal auf mehrere Objekte verteilen. Jedes Objekt erhält nur die vereinbarten Kontrollen, nicht eine ganze Schicht.

Muss die Wegezeit im Angebot stehen?+

Sie sollte zumindest erkennbar berücksichtigt sein. Nur so lassen sich Angebote vergleichen und spätere Nachforderungen vermeiden.

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