Revierdienst in einem Satz
Beim Revierdienst betreut eine mobile Streife mehrere Objekte in einem Gebiet und fährt sie im Laufe einer Schicht nacheinander an. Statt einer festen Wache vor Ort gibt es also wiederkehrende Kontrollen von begrenzter Dauer. Das passt für Objekte, bei denen eine dauernde Anwesenheit nicht nötig ist, aber regelmäßig jemand nach dem Rechten sehen soll: Gewerbebetriebe nach Feierabend, Lagerplätze, Wohnanlagen, leer stehende Gebäude oder Baustellen am Wochenende.
Was die Streife bei jedem Besuch tut, ist der Kontrollgang. Sein Umfang entscheidet darüber, ob Sie für Ihr Geld eine echte Prüfung bekommen oder nur ein Fahrzeug, das kurz am Tor hält.
Außenkontrolle: der Standard
Fast jeder Revierauftrag beginnt mit der Außenhaut. Die Kraft geht oder fährt das Gelände ab und achtet auf alles, was auf ein Eindringen, einen Schaden oder eine Gefahr hindeutet. Typische Prüfpunkte:
- Zaun, Tore und Schranken: geschlossen, unbeschädigt, Schloss und Kette vorhanden
- Türen und Fenster im Erdgeschoss: verschlossen, keine Hebelspuren, keine eingeschlagenen Scheiben
- Rolltore und Laderampen: unten, verriegelt
- Außenbeleuchtung: funktioniert sie, sind Strahler verdreht oder abgeklebt?
- Fremde Fahrzeuge, abgestellte Gegenstände, Anzeichen für Übernachtungen auf dem Gelände
- Sichtbare Schäden: umgestürzte Bauzaunelemente, Sturmschäden, Wasser auf Wegen
- Brand- und Rauchgeruch, ungewöhnliche Geräusche, laufende Maschinen
Innenkontrolle: wenn mehr gebraucht wird
Bei einer Innenkontrolle schließt die Kraft das Gebäude auf, schaltet gegebenenfalls die Alarmanlage unscharf und geht einen festgelegten Rundweg. Das kostet mehr Zeit pro Besuch, deckt aber Risiken ab, die von außen unsichtbar bleiben: ein tropfender Heizkörper, ein Kühlraum mit Störmeldung, ein vergessenes Bügeleisen im Sozialraum, offene Innentüren zu Bereichen mit Wertgegenständen.
Für die Innenkontrolle braucht es eine klare Vorgabe: Welche Räume, in welcher Reihenfolge, welche Geräte und Anzeigen werden angesehen? Ohne diese Festlegung entscheidet jede Kraft nach eigenem Ermessen, und Sie wissen hinterher nicht, was geprüft wurde. Am besten halten Sie den Weg in einer Dienstanweisung mit Grundriss fest.
Eine Zwischenform ist die Teil-Innenkontrolle: Die Kraft betritt nur ausgewählte Räume, etwa den Technikraum mit Heizung und Hauptverteilung, den Serverraum oder ein Lager mit hochwertiger Ware. So bleibt der Besuch kurz, und die Stellen mit dem größten Schadenspotenzial werden trotzdem regelmäßig angesehen. Gerade in der Heizperiode lohnt ein Blick auf Druckanzeigen und Störleuchten, denn ein unbemerkter Ausfall über ein langes Wochenende kann bei Frost teure Folgeschäden an Leitungen verursachen.
Prüfpunkte nach Objektart
Was wichtig ist, hängt stark vom Objekt ab. Die Tabelle zeigt Beispiele, wie sich der Kontrollgang je nach Nutzung verschiebt.
| Objekt | Schwerpunkte beim Kontrollgang |
|---|---|
| Gewerbehalle | Rolltore, Lagerflächen außen, Maschinen aus, Brandschutztüren zu |
| Bürogebäude | Eingänge, Fenster im Erdgeschoss, Licht aus, Teeküchen und Serverraumtür |
| Baustelle | Bauzaun, Container, Maschinen und Tanks, Material, Absperrungen zu Gruben |
| Leerstand | Siegel und Verschlüsse, Wasser und Heizung, Spuren von Nutzung, Post und Müll |
| Wohnanlage | Haus- und Kellertüren, Tiefgarage, Müllplätze, Beleuchtung der Wege |
Zeiten variieren – aber geplant
Wer jeden Abend um 22:15 Uhr eine Streife sieht, weiß, wann er ungestört ist. Revierkontrollen sollten deshalb zu wechselnden Zeiten stattfinden. Das heißt nicht zufällig im Sinne von beliebig: Sinnvoll ist ein Rahmen, etwa eine bestimmte Zahl von Kontrollen in einem Zeitfenster, deren genaue Uhrzeit die Einsatzplanung von Nacht zu Nacht verschiebt.
Zusätzlich lassen sich Schwerpunkte setzen. Ein Betrieb mit Schichtende um 22 Uhr profitiert von einer Kontrolle kurz danach, wenn erfahrungsgemäß Türen offen bleiben. Bei einem Leerstand in einer belebten Gegend in Kiel oder Berlin-Neukölln sind die Stunden nach Mitternacht am Wochenende kritischer als ein Dienstagvormittag. Besprechen Sie solche Erfahrungen mit dem Dienstleister, statt nur eine Zahl von Kontrollen pro Nacht festzulegen.
Passen Sie den Plan auch an Jahreszeit und Anlässe an. Im Winter wird es früh dunkel, und die erste Kontrolle kann sinnvollerweise schon am frühen Abend liegen. Vor Feiertagen, in Betriebsferien oder nach einem Einbruch in der Nachbarschaft lohnt es sich, vorübergehend dichter zu kontrollieren.
Was tun bei Auffälligkeiten?
Ein Kontrollgang ist nur so gut wie die Reaktion auf das, was er findet. Halten Sie vorab fest, welche Befunde welche Folge haben. Ein offenes Fenster im ersten Stock schließt die Kraft, wenn sie hinkommt, und meldet es. Ein aufgebrochenes Tor führt zu einer Meldung an die Leitstelle und gegebenenfalls an die Polizei. Bei Wasser oder einem Defekt an der Heizung entscheidet der Interventionsplan, wer angerufen wird.
Bei einem laufenden Vorfall endet der Kontrollgang und es beginnt eine Intervention. Wie diese abläuft, beschreibt der Beitrag zum Interventionsdienst. Für die Kraft gilt auch hier: keine Alleingänge gegen mögliche Täter, Eigensicherung hat Vorrang. Die Regeln der DGUV Vorschrift 23 zu Wach- und Sicherungsdiensten gelten auch für Streifen.
Nachweis: woran Sie gute Kontrollen erkennen
Früher bestand der Nachweis aus einer Unterschrift im Wachbuch oder einem Stempel der Stechuhr. Heute setzen viele Dienstleister Wächterkontrollsysteme ein: An festen Punkten im Objekt hängen Codeträger, die mit einem Smartphone oder Lesegerät erfasst werden. So entsteht ein Protokoll mit Ort und Uhrzeit.
Ein guter Kontrollbericht enthält mindestens Datum, Beginn und Ende des Kontrollgangs, die erfassten Kontrollpunkte, Befunde mit Foto und die Maßnahmen, die daraus folgten. Wichtig ist auch der Satz „ohne Befund“ – er zeigt, dass kontrolliert und nichts gefunden wurde, und ist damit mehr wert als ein leeres Feld. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag zu digitalen Kontrollberichten.
Checkliste für Ihren Revierauftrag
Staffsec fährt Revierkontrollen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin und liefert digitale Kontrollberichte mit Zeitstempel und Fotos. Gern stimmen wir Prüfpunkte und Zeiten für Ihr Objekt mit Ihnen ab – sprechen Sie uns über die Kontaktseite an.
- Außen- oder Innenkontrolle, oder beides – und für welche Bereiche?
- Anzahl der Kontrollen je Nacht oder Tag und das Zeitfenster dafür
- Feste Kontrollpunkte und Rundweg, möglichst mit Grundriss
- Zugang: Schlüssel, Karten, Alarmanlagen-Codes, Schlüsseldepot
- Reaktion auf typische Befunde: schließen, melden, Polizei, Notdienst
- Form und Zeitpunkt des Nachweises, z. B. täglicher Bericht oder Wochenübersicht
- Ansprechpartner und Weg für Änderungen, etwa bei Betriebsferien


