Ein Werk, das im Herbst den Takt angibt
Die Zuckerfabrik Anklam wurde 1883 als Aktiengesellschaft gegründet und ist heute die einzige Zuckerfabrik in Mecklenburg-Vorpommern. Seit Juli 2020 firmiert sie als Cosun Beet Company, Teil der niederländischen Royal-Cosun-Gruppe. Zwischen den Weltkriegen war es noch die Möbelfabrik Oldenburg, die als größter Arbeitgeber galt; heute prägt das Zuckerwerk an der Peene das industrielle Gesicht der Stadt.
Für den Werkschutz entscheidend ist der Jahreslauf. Die Rübenernte beginnt im September, die Verarbeitung dauert rund 120 Tage bis in den Januar, danach folgt teilweise noch eine Dicksaftkampagne bis ins Frühjahr. Die Fabrik ist für etwa 14.000 Tonnen Rüben am Tag ausgelegt. 2020 arbeiteten dort 192 Beschäftigte ganzjährig, 30 Saisonkräfte und 26 Auszubildende. In der Kampagne ändern sich also Fahrzeugzahl, Personal am Tor und die Zahl fremder Firmen auf dem Gelände deutlich.
Wo in Anklam Werkschutz gefragt ist
Die folgenden Standorte sind reale Betriebe und Anlagen in und um Anklam, an denen typischerweise Werkschutzaufgaben entstehen. Es handelt sich nicht um Kunden.
- Das Zuckerwerk mit Rübenannahme, Lagerflächen und eigenem Hafen an der Peene.
- Die Ethanolanlage auf dem Werksgelände, 2008 eröffnet, mit heute rund 66.000 Kubikmetern Jahresleistung.
- Die Biogasanlage seit 2013, die aus Rübenschnitzeln jährlich etwa zwölf Millionen Normkubikmeter Biomethan ins Gasnetz einspeist.
- Der Binnenhafen Anklam, über den der Güterverkehr auf der Peene läuft.
- Ein Schlachthof und ein fleischverarbeitender Betrieb vor der Stadt, in denen Hygienezonen auch für Fremdpersonal gelten.
- Das Forschungszentrum von Continental zur Kautschukgewinnung aus Löwenzahn sowie das BioÖkonomiezentrum in Murchin.
- Das Gewerbegebiet Süd-Ost mit freien Baugrundstücken für weitere Ansiedlungen.
Ethanol und Biomethan: Werkschutz mit Blick auf Gefahrstoffe
Wo Ethanol gelagert und Biomethan erzeugt wird, reicht ein Rundgang mit Taschenlampe nicht. Werkschutzkräfte müssen wissen, welche Bereiche sie nur mit Freigabe betreten, wo Zündquellen verboten sind und wen sie bei Auffälligkeiten zuerst anrufen. Diese Regeln stehen in Ihrer Betriebsanweisung, und wir weisen jede eingesetzte Person vor dem ersten Dienst darin ein.
Dass das Thema ernst ist, zeigt ein Vorfall aus dem September 2015: Damals gelangte Ethanol über einen Regenwasserablauf in die Peene, nachdem ein Verschluss blockiert war; mehr als vier Tonnen tote Fische wurden geborgen. Ein Werkschutz ersetzt nicht die Technik der Anlage, kann aber auf Rundgängen offene Schieber, ungewöhnliche Gerüche oder Flüssigkeit auf Flächen bemerken und sofort an die Schichtleitung melden.
Aufgaben am Tor und auf dem Gelände
In der Kampagne kommen Rübenfahrzeuge aus dem ganzen Umland, Monteure für Reparaturen und Saisonpersonal, das das Werk noch nicht kennt. Der Werkschutz gleicht Kennzeichen und Lieferpapiere ab, gibt Besucherausweise aus, hält Fremdfirmen nach Liste fest und weist sie in Sicherheitsregeln ein. Außerhalb der Kampagne verlagert sich der Schwerpunkt auf Revisionsarbeiten, Anlagenstillstand und die Frage, wer an Wochenenden aufs Gelände darf.
Nachts prüfen wir Hallen, Tanklager, Umschlagkante am Wasser und Zaunanlagen. Jede Abweichung steht mit Uhrzeit im Schichtbericht, der morgens bei Ihrem Ansprechpartner liegt.
- Zufahrtskontrolle mit Fahrzeug- und Fremdfirmenliste
- Abgleich von Lieferscheinen und Ladung
- Einweisung von Saisonkräften und Monteuren in Hausregeln
- Rundgänge über Tanklager, Hallen und Hafenkante
- Meldung an Schichtleitung und Feuerwehr nach Ihrem Alarmplan
Planung aus der Kernregion Nord
Anklam gehört zu Mecklenburg-Vorpommern und damit zu unserer Kernregion Nord. Ein Büro in der Stadt haben wir nicht; die Einsatzplanung läuft aus unserem Personalstamm mit Hauptsitz in Neumünster, Personal und Ablösung werden für die ganze Laufzeit fest eingeplant. Firmen mit weiteren Standorten in Greifswald oder Pasewalk bekommen einen Ansprechpartner für alle Orte.
Unsere Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft, das Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Was Werkschutz bei uns grundsätzlich umfasst, beschreibt die Seite Werkschutz; einen Überblick über die Stadt finden Sie unter Sicherheitsdienst Anklam.
Was Werkschutz in Anklam kostet
Ein Werk mit Kampagnenbetrieb braucht zwei Besetzungsstufen: eine schlanke für das ruhige Halbjahr und eine stärkere für die Monate mit Rübenannahme. Als Richtwert rechnen wir mit 23 bis 50 € netto je Stunde. Wo Ihr Auftrag liegt, hängt vom Nachtanteil, von Sonn- und Feiertagsschichten, der Zahl der besetzten Tore und dem Umfang der Rundgänge ab.
Wir legen Ihnen beide Stufen getrennt vor, damit Sie sehen, was die Kampagne zusätzlich bindet und was ganzjährig nötig ist.


