Ein Industriestandort mit mehr als 130 Jahren Geschichte
In Bitterfeld begann die chemische Produktion in den 1890er Jahren mit der Chloralkali-Elektrolyse, wenig später eröffnete Agfa in Greppin eine Farbenfabrik und 1909 in Wolfen die Filmfabrik. Nach 1990 wurde das frühere Kombinat in Nachfolgeunternehmen aufgeteilt und das Gelände nach dem Chemiepark-Modell neu geordnet. Die Betreibergesellschaft nennt heute rund 1.200 Hektar Fläche, mehr als 350 Unternehmen und rund 15.000 Beschäftigte.
Zum Netz des Parks gehören 34 Kilometer Straßen und 80 Kilometer Gleise, dazu Rohrbrücken, ein Gemeinschaftsklärwerk und ein Gaskraftwerk. Wer hier Werkschutz plant, hat es nicht mit einem geschlossenen Werk zu tun, sondern mit einem offenen Gefüge aus Arealen, in dem jedes Unternehmen seine eigenen Grenzen zieht.
Betriebe und Flächen mit Werkschutzbedarf
Die folgenden Standorte sind in Bitterfeld-Wolfen belegt. Wir nennen sie, um die Art der Aufgaben zu zeigen, nicht als Kunden.
- Bayer Bitterfeld: Herstellung rezeptfreier Arzneimittel, unter anderem Aspirin, seit 1995 am Standort
- Unternehmen wie Nobian, Dow, Lanxess, Evonik und Heraeus, die die Betreibergesellschaft als Ansiedler nennt
- Guardian in Thalheim mit dem größten deutschen Flachglaswerk des Konzerns
- TechnologiePark Mitteldeutschland, überwiegend auf Thalheimer Flur, mit 38 Firmen und mehr als 1.100 Beschäftigten
- Hanwha Qcells in Thalheim mit Forschung, Qualitätsmanagement und Vertrieb
- Der Wolfener Teil des Chemieparks, in dem unter anderem Filmotec und Soex arbeiten
Was am Tor im Chemiepark anders läuft
Arzneimittel, Grundchemikalien, Glas und Spezialprodukte stellen ganz unterschiedliche Anforderungen an den Zutritt. Ein Pharmabetrieb achtet auf Hygienezonen und dokumentierte Besucher, ein Chlor- oder Wasserstoffbetrieb auf Explosionsschutz und Gaswarnanlagen, ein Glaswerk auf schwere Lkw und Ladungssicherung. Unsere Kräfte arbeiten nach der Zutrittsregel Ihres Unternehmens: Ausweise prüfen, Fahrzeuge erfassen, Lieferscheine abgleichen, Besucher einweisen und an die zuständige Stelle übergeben.
Mehrere Anlagen im Park unterliegen der Störfallverordnung. Wo das zutrifft, stimmen wir Meldewege und Sammelplätze vor dem ersten Dienst mit Ihrer Betriebsleitung und gegebenenfalls Ihrer Werkfeuerwehr oder Leitwarte ab. Die Kräfte am Tor wissen dann, wen sie bei einem Alarm informieren und welche Bereiche sie sperren.
Stillstände, Revisionen und Neubauten
Die größte Belastung für den Werkschutz entsteht selten im Normalbetrieb, sondern bei geplanten Abstellungen. Dann kommen Montagefirmen, Gerüstbauer und Prüfer auf das Gelände, oft mehrere Hundert Personen für wenige Wochen. Wir führen Anmeldelisten, prüfen die von Ihnen verlangten Nachweise, geben Tagesausweise aus und achten darauf, dass Fremdfirmen nur die freigegebenen Bereiche betreten.
Hinzu kommt Wachstum. Nach einer Meldung vom August 2026 stehen im Park noch rund 90 Hektar zur Vermarktung, vorgesehen für Batteriechemie, Halbleiter-Vorprodukte und Energiespeichermaterialien. Neue Ansiedler brauchen schon während des Baus eine geregelte Zufahrt und später einen eingespielten Torbetrieb, der von Anfang an zu ihren Abläufen passt.
Vorhabenbezogen aus Neumünster und Berlin geplant
Sachsen-Anhalt gehört nicht zu unserer Kernregion im Norden, ein Büro in Bitterfeld-Wolfen haben wir nicht. Werkschutzaufträge übernehmen wir hier vorhabenbezogen: Zuerst klären wir, wie viele Posten zu welchen Zeiten zu besetzen sind und wie lange der Auftrag läuft, dann prüfen wir Anfahrt und Personal. Nur wenn beides dauerhaft trägt, erhalten Sie ein Angebot; andernfalls sagen wir das offen.
Sie bekommen eine feste Ansprechperson, eine Einweisung vor Ort und schriftliche Dienstanweisungen. Unser Personal ist nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft, das Unternehmen nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Allgemeines zur Leistung lesen Sie unter Werkschutz, den Landesüberblick unter Werkschutz in Sachsen-Anhalt. Für Betriebe in Sandersdorf-Brehna und Dessau-Roßlau gilt dasselbe Vorgehen.
Was Werkschutz im Chemiepark kostet
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Ein ganzjährig besetztes Tor mit festem Schichtmodell wird anders kalkuliert als zusätzliche Kräfte für eine vierwöchige Revision oder Nachtstreifen über eine Lagerfläche.
Weil die Anreise bei vorhabenbezogenen Einsätzen eine Rolle spielt, rechnen sich längere Laufzeiten und planbare Schichten meist günstiger als kurze, wechselnde Einzeltermine. Wir weisen Pforte, Streife und Sonderdienste getrennt aus, damit Sie die Posten einzeln beurteilen können.


