Heißarbeiten in einer Chemiestadt
Seit den 1890er Jahren wird in Bitterfeld Chemie produziert. Im heutigen Chemiepark entstehen unter anderem Chlor, Natronlauge, Wasserstoff, Salz- und Phosphorsäure, Eisen(III)-chlorid, Farbstoffe und Feinchemikalien, versorgt von einem Gaskraftwerk aus dem Jahr 1976. Mehrere Anlagen fallen unter die Störfallverordnung, die Betreibergesellschaft hält für das Gelände eigene Brandschutzpläne bereit.
In einem solchen Umfeld sind Schweiß-, Schneid- und Schleifarbeiten Alltag, und zugleich ist jeder Funke ein Thema. Instandhalter wechseln Rohrstücke an Rohrbrücken, Montagefirmen bauen Behälter um, Hallendächer werden saniert. Fast immer verlangt der Betrieb dafür einen Erlaubnisschein, der eine Brandwache während und nach den Arbeiten vorschreibt.
Gebäude mit Geschichte und Brandlast
Außerhalb des Parks prägen Bauten aus mehreren Jahrhunderten die Stadt. Wer dort mit Flamme oder Funken arbeitet, trifft auf Holzbalken, alte Dachstühle und Hohlräume, in denen sich Glut lange halten kann. Die folgenden Gebäude sind als Denkmale oder Versammlungsorte belegt; wir nennen sie als Beispiele, nicht als Kunden.
- Fürstenherberge in Bitterfeld von 1579 mit Renaissanceportal
- Wohn- und Geschäftshaus Badergasse 7 mit Kern aus dem 16. Jahrhundert und Volutengiebel
- Herz-Jesu-Kirche an der Röhrenstraße von 1894/95, Turm von 1928
- Evangelische Stadtkirche Bitterfeld, ein Backsteinbau von 1905 bis 1910
- Johanneskirche Wolfen von 1898, saniert 1999 bis 2000
- Rathaus Wolfen, 1936 bis 1939 als Agfa-Gebäude errichtet
- Städtisches Kulturhaus Wolfen von 1927 mit großem Saal
- Kulturpalast Bitterfeld mit einem Saal für 1.000 Gäste, derzeit ohne Nutzung
Was eine Brandwache vor Ort tut
Vor Beginn sehen wir uns mit dem ausführenden Betrieb den Arbeitsbereich an: Wo fliegen Funken hin, welche Öffnungen führen in Nachbarräume, wo stehen Löschmittel? Brennbares wird entfernt oder abgedeckt, Fugen und Durchbrüche werden geprüft. Während der Arbeiten beobachtet die Brandwache den Bereich, auch unter und hinter der Arbeitsstelle, und greift bei einem Entstehungsbrand mit dem bereitgestellten Löscher ein.
Nach dem Ende der Heißarbeiten bleibt die Brandwache so lange, wie der Erlaubnisschein es vorgibt, und kontrolliert danach in den vereinbarten Abständen. Alles wird mit Uhrzeit festgehalten, sodass Bauleitung und Betreiber nachvollziehen können, wann welcher Bereich geprüft wurde. Eine Wärmebildkamera setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen.
In Kirchen und Fachwerkbauten gelten oft zusätzliche Auflagen der Denkmalpflege. Abdeckungen dürfen keine Spuren hinterlassen, Löschwasser soll möglichst wenig Schaden anrichten, und Zugänge zum Dachraum sind eng. Wir planen deshalb mit dem Dachdecker oder Klempner, an welcher Stelle die Brandwache steht, damit sie die Arbeitsstelle und den Raum darunter zugleich im Blick hat.
Brandsicherheitswache bei Veranstaltungen und Leerstand
Neben Heißarbeiten fragen Betreiber eine Brandwache auch an, wenn eine Brandmeldeanlage ausfällt oder abgeschaltet werden muss, etwa bei Umbauten im Kulturhaus oder in Hallen. Dann ersetzt eine Kraft mit Rundgängen die technische Überwachung, bis die Anlage wieder läuft. In leerstehenden Großbauten wie dem Kulturpalast oder alten Werksgebäuden kann eine regelmäßige Kontrolle helfen, Brandgefahren wie offene Zugänge, abgelagertes Material oder defekte Leitungen früh zu erkennen.
Unsere Kräfte werden vor dem ersten Einsatz in Ihr Objekt, die Fluchtwege und die Meldewege eingewiesen. Die Abstimmung mit der Feuerwehr und gegebenenfalls einer Werkfeuerwehr läuft über Sie als Auftraggeber.
Vorhabenbezogen geplant
Bitterfeld-Wolfen gehört nicht zu unserer Kernregion im Norden, ein eigenes Büro haben wir hier nicht. Brandwachen übernehmen wir deshalb vorhabenbezogen: Sie nennen uns Arbeiten, Termine und Dauer, wir prüfen Anfahrt und Personal und bestätigen nur, was wir tatsächlich besetzen können. Bei Revisionen mit vielen gleichzeitigen Heißarbeitsstellen klären wir vorab, wie viele Kräfte parallel benötigt werden.
Alle Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet und werden vor Ort eingewiesen; das Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Mehr zur Leistung unter Brandwachen und auf der Landesseite Brandwache in Sachsen-Anhalt. Für Dessau-Roßlau prüfen wir Anfragen ebenso.
Kosten der Brandwache
Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Brandwachen fallen oft am Abend, nachts oder am Wochenende an, wenn Anlagen stillstehen oder Kirchen nicht genutzt werden; diese Zeiten wirken sich auf den Preis aus.
Hinzu kommt die Nachkontrolle nach dem Ende der Heißarbeiten, die zur Einsatzzeit gehört. Wir rechnen Arbeitsphase und Nachlauf getrennt aus, damit Sie sehen, wie sich die Stunden zusammensetzen.


