Eine Stadt der Werkstoffe
Aus dem Silberbergbau ist in Freiberg eine Industrie geworden, die heute mit Kristallen, Metallen und Reststoffen arbeitet. Die Wirtschaftsförderung der Stadt ordnet ihre Betriebe in Halbleiter und Messtechnik, Recycling und Kreislaufwirtschaft, Maschinenbau, Werkstoffe und Chemie, Pyrotechnik und Automobilzulieferung sowie Lebensmittel. Täglich pendeln nach Angaben der Stadt rund 12.000 Menschen zur Arbeit nach Freiberg.
Für den Werkschutz heißt das: In einer einzigen Stadt treffen Reinraumfertigung mit strengen Zutrittszonen, Hüttenbetriebe mit Schwerlastverkehr und Betriebe mit explosionsgefährlichen Stoffen aufeinander. Jeder dieser Betriebe hat eigene Regeln am Tor, und die Dienstanweisung muss genau diese Regeln abbilden.
Werke und Gebiete mit Werkschutzbedarf
Die folgenden Standorte zeigen, wie unterschiedlich die Aufgaben in Freiberg ausfallen:
- Siltronic an der Berthelsdorfer Straße: Fertigung von Einkristallen und Wafern mit 300 Millimetern Durchmesser; die erweiterte Kristallziehhalle mit rund 20.000 Quadratmetern Nutzfläche wurde im September 2023 eingeweiht
- Freiberger Compound Materials: Substrate aus Galliumarsenid, Indiumphosphid und Galliumnitrid für Mikro- und Optoelektronik
- Industriegebiet Muldenhütten und Gewerbe- und Industriegebiet Freiberg Ost: Bleihütte von Ecobat, Zinkrecycling von BEFESA, Aluminiumschmelzwerk und Pyrolyse von Prezero Pyral
- Gießereien: Kupfergusslegierungen beim Sächsischen Metallwerk, Modellkerne und Prototypen bei ACTech
- Joyson Safety Systems mit Gasgeneratoren für Airbags und die 2022 gegründete Feuerwerk Kultur Fabrik
- Lebensmittel: Freiberger Brauhaus und die Molkerei Hainichen-Freiberg
Hinzu kommen weitere Gewerbe- und Industriegebiete wie SAXONIA, Süd und Nord-West. Die Stadt nennt außerdem Betriebe aus Stahlbau, Sondermaschinenbau, Fördertechnik und Umweltanalytik.
Am Tor: Zonen, Ladung, Fremdfirmen
Bei einem Halbleiterwerk steht die Frage im Vordergrund, wer welchen Bereich betreten darf. Unsere Kräfte gleichen Besucher mit der Voranmeldung ab, geben Ausweise aus, begleiten Techniker externer Firmen nach Ihrer Vorgabe und halten fest, wer das Gelände außerhalb der Regelzeiten betritt. Was in Reinbereiche führt, bleibt Sache Ihres Personals; wir sorgen dafür, dass niemand ohne Berechtigung bis dorthin kommt.
In Hütten und Recyclingbetrieben dreht sich vieles um Fahrzeuge. Lkw mit Schrott, Batterien, Stäuben oder Barren fahren über Waage und Rampe. Wir prüfen Kennzeichen, Lieferschein und Zeitfenster, lotsen Fahrer auf die vorgesehenen Wege und melden Abweichungen sofort an die Schichtleitung. Auf Wunsch kontrollieren wir ausgehende Ladungen stichprobenartig gegen die Papiere.
In Brauerei und Molkerei beginnt der Verkehr am Tor oft schon in den frühen Morgenstunden mit Tank- und Kühlfahrzeugen. Dort gelten Hygieneregeln, die auch für Wachpersonal bindend sind, etwa beim Betreten von Produktions- und Abfüllbereichen. Wir übernehmen diese Regeln in die Dienstanweisung und halten uns ohne Ausnahme daran.
Explosionsgefährliche Stoffe und Schmelzbetriebe
Betriebe, die Gasgeneratoren oder Feuerwerk herstellen, unterliegen eigenen Vorschriften für Lagerung, Zutritt und Brandschutz. Wachpersonal setzt diese Vorschriften um, legt sie aber nicht selbst aus. Wir lassen uns Lager- und Sperrbereiche zeigen, nehmen Ihre Rauch-, Feuer- und Handyverbote in die Dienstanweisung auf und melden jede Unregelmäßigkeit nach der Meldekette des Betriebs.
In Schmelz- und Gießbetrieben laufen Öfen auch nachts. Dort achten wir bei der Runde auf Zugänge, offene Hallentore und Personen, die dort nichts zu suchen haben, und halten uns aus dem Anlagenbetrieb heraus. Störungen an Anlagen meldet die Kraft an Ihre Rufbereitschaft, eingegriffen wird nicht.
Vorhabenbezogen aus dem Norden
Unser Hauptsitz liegt in Neumünster, dazu kommen Berlin und Bremen. In Sachsen haben wir kein Büro und arbeiten vorhabenbezogen: Vor einer Zusage prüfen wir Schichtmodell, Postenzahl, Vertretung und Anfahrt, und nur wenn das trägt, sagen wir zu. Sie bekommen einen festen Ansprechpartner, der die Dienstanweisung mit Ihnen pflegt, und erreichen uns rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590.
Alle Kräfte haben die Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO; wer an der Pforte über Zutritt entscheidet, bringt die Sachkunde mit. Vor dem ersten Dienst weist Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit in Werksordnung und Schutzausrüstung ein. Wir arbeiten nach ISO 9001 und DIN 77200. Einen Überblick geben Werkschutz und Werkschutz in Sachsen; zur Stadt siehe Sicherheitsdienst Freiberg, für Betriebe im Umland Chemnitz und Döbeln.
Was ein Werkschutzauftrag kostet
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei einer Pforte, die an sieben Tagen rund um die Uhr läuft, prägen Nacht- und Feiertagsstunden den Durchschnitt; bei reinen Wochenendrunden ist es die Zahl der Kontrollgänge. Zusatzaufgaben wie Waagebetrieb, Ausweisverwaltung oder Begleitung von Fremdfirmen in Sperrbereiche schlagen sich ebenfalls nieder.
Nach einer Begehung legen wir ein Angebot mit Stunden je Posten und Woche vor, damit Sie Varianten vergleichen können.


