Ein Werksgelände mit vielen Hausherren
Die Behringwerke, 1904 von Emil von Behring mitgegründet, zogen 1913 auf das Gelände einer alten Ziegelei in Marbach. Nach der Aufspaltung des Unternehmens ab 1997 blieben die Flächen erhalten, die Eigentümer wechselten. Heute verteilen sich die Nachfolgebetriebe auf den Hauptstandort Marbach und die Teilflächen in Görzhausen. Anfang 2023 arbeiteten dort rund 7.000 Menschen in 16 Unternehmen auf etwa 67 Hektar.
Für den Werkschutz ist diese Aufteilung der Kern der Sache. Ein Betreiber kümmert sich um Infrastruktur und Versorgung, mehrere Hersteller führen eigene Produktionsbereiche mit eigenen Ausweisen, eigenen Sperrzonen und eigenen Notfallnummern. Eine Pfortenkraft muss also wissen, welcher Ausweis wo gilt und an wen eine Meldung im Einzelfall geht.
Produktion und Stilllegung nebeneinander
CSL Behring hat in Marburg seinen größten Standort und bildet dort weiter aus. BioNTech hat dagegen angekündigt, sein Werk auf dem Behringwerke-Gelände Anfang 2028 zu schließen, nachdem die Suche nach einem Käufer ohne Ergebnis blieb. Nach Berichten vom Mai 2026 sollte die letzte Charge noch in diesem Jahr laufen, danach ist der Rückbau vorgesehen. CSL hat zudem angekündigt, Forschung und Entwicklung in Marburg einzustellen und die Produktion zu verkleinern.
Für die Sicherheit bringt eine solche Phase eigene Aufgaben. Auf demselben Gelände laufen Reinräume unter vollem Regelwerk, während in Nachbargebäuden Demontagefirmen Anlagen abbauen, Container gefüllt und Geräte verkauft werden. Leere Hallen haben keine Zeugen mehr, und Material mit Wiederverkaufswert verlässt das Werk planmäßig, also muss unplanmäßiger Abtransport besonders auffallen.
- Ausfahrende Ladung gegen Lieferschein oder Verwertungsauftrag prüfen
- Tagesausweise für Demontage- und Entsorgungsfirmen ausgeben und zurücknehmen
- Stillgelegte Gebäude nachts in eigenem Rhythmus abgehen
- Zufahrten zu laufender Produktion von Rückbauverkehr trennen
Was an einer Pharmapforte zählt
Bei Arzneimitteln und Impfstoffen entsteht der Schaden selten durch Diebstahl. Er entsteht, wenn eine Person ohne Freigabe einen Hygienebereich betritt, eine Schleuse offen bleibt oder Kühltechnik ausfällt und die Meldung zu spät kommt. Unsere Kräfte betreten nur Bereiche, die Ihre Qualitätssicherung freigibt, und halten sich an die dortigen Kleidungs- und Hygieneregeln. In Produktionsräume greifen sie nicht ein.
Was wir übernehmen, ist die Kontrolle davor: Ausweis und Berechtigung am Eingang, Abgleich angemeldeter Besucher, Begleitung von Servicetechnikern, Rundgänge über Höfe, Tanklager und Technikgebäude außerhalb der Reinbereiche. Störmeldungen von Anlagen geben wir in der Reihenfolge weiter, die Ihre Alarmkette vorschreibt, und notieren Uhrzeit und Empfänger.
Werkfeuerwehr, Betreiber und Wachdienst abstimmen
Die Feuerwehr des Standorts wurde 2018 um hauptamtliche Kräfte im 24-Stunden-Dienst erweitert. Ein Werkschutz ersetzt eine solche Wehr nicht und soll es auch nicht. Vor dem ersten Dienst klären wir mit Ihnen, wer bei Brandmeldung, Austritt von Stoffen oder medizinischem Notfall verständigt wird, wie die Feuerwehr auf das Gelände kommt und welche Tore dafür frei bleiben müssen.
Ebenso klären wir die Rolle des Standortbetreibers: Wer gibt Ausweise aus, wer sperrt sie, wer pflegt die Fremdfirmenliste? Je klarer das schriftlich feststeht, desto weniger muss die Kraft an der Pforte im Zweifel selbst entscheiden.
So arbeiten wir in Mittelhessen
Unser Hauptsitz liegt in Neumünster, dazu kommen eine Zweigniederlassung in Berlin und eine Niederlassung in Bremen. Ein Büro in Hessen haben wir nicht. Einen Werkschutz in Marburg übernehmen wir deshalb vorhabenbezogen: Wir prüfen Postenzahl, Schichtfolge und Laufzeit und sagen nur zu, wenn wir die Besetzung über die gesamte Dauer stellen können. Reicht das nicht, sagen wir es Ihnen vor Vertragsbeginn.
Wer über Zutritt entscheidet, hat bei uns die Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, alle übrigen Kräfte mindestens die Unterrichtung. Wir arbeiten nach DIN 77200, unser Qualitätsmanagement ist nach ISO 9001 zertifiziert. Sie bekommen Dienstanweisungen je Posten, einen festen Ansprechpartner und erreichen uns rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590. Den landesweiten Rahmen beschreibt Werkschutz in Hessen.
Womit Sie beim Preis rechnen können
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Ein Werkschutz, der als Dauerauftrag über Jahre an derselben Pforte läuft, liegt meist im unteren Teil, weil Einarbeitung und Planung sich verteilen. Nach oben treiben den Preis Nacht- und Feiertagsstunden, Sachkunde auf jedem Posten und befristete Verstärkung, etwa für die Monate eines Rückbaus.
Gerade bei Gebäuden, die stillgelegt werden, lohnt eine gestaffelte Lösung: tagsüber eine besetzte Zufahrt für den Abtransport, nachts Rundgänge statt Daueranwesenheit, und mit dem Ende der Demontage ein geringerer Umfang. Was Marburg sonst an Sicherheitsaufgaben mit sich bringt, steht unter Sicherheitsdienst Marburg.


