Ein Industriegebiet mit über hundert Jahren Geschichte
Schon 1907 beschloss der Gemeinderat von Naundorf, im Südwesten des Ortes ein Fabrikviertel mit Bahnanschluss und Ausschiffungsplatz an der Elbe anzulegen. 1912 übernahm dort die Dresdner Schnellpressenfabrik das Gelände des insolventen Stanz- und Emaillierwerks Victoria. Daraus wurde zu DDR-Zeiten Planeta, der größte Druckmaschinenhersteller des Landes, und nach der Privatisierung das Werk Radebeul von Koenig & Bauer. Dort entstehen Bogenoffsetmaschinen, ein großer Teil davon aus der Baureihe Rapida; 2024 arbeiteten rund 1.800 Menschen am Standort.
Rund um dieses Werk hat sich eine zweite Branche angesiedelt: das Drucken selbst. Für den Werkschutz bedeutet das ein Gebiet mit mehreren großen Toren, Lkw-Verkehr zu fast jeder Tageszeit und Hallen voller Maschinen, Papier und Ersatzteile.
Betriebe mit Bedarf an Werkschutz
Diese Standorte prägen die Radebeuler Industrie:
- Koenig & Bauer, Werk Radebeul, zuständig für die Bogenoffsetmaschinen des Konzerns
- Unitedprint an der Friedrich-List-Straße 3, ein Onlinedrucker, der seit 2003 hier produziert und seine Hallen bis 2006 auf rund 10.000 Quadratmeter erweitert hat
- Die Ellerhold Gruppe an der Friedrich-List-Straße 4, ein Hersteller von Druckerzeugnissen gegenüber von Unitedprint
- Ein Stahl-Servicecenter an der Kötitzer Straße 110, wo seit 1926 Stahlhandel betrieben wird
- Arevipharma an der Meißner Straße 35, wo pharmazeutische Wirkstoffe entwickelt, hergestellt und gelagert werden, mit Schwerpunkt auf Betäubungsmitteln
- Hasse Transport in Altlindenau, ein Logistikbetrieb, der seit 1894 in Radebeul sitzt
Die Stadt selbst nennt Maschinen- und Metallbau, Pharmazie und Chemie, Lebensmittelproduktion und Kommunikationstechnik als prägende Branchen. Viele kleinere Betriebe dieser Branchen haben keine eigene Pforte, brauchen aber nachts und am Wochenende Schutz.
Aufgaben an Tor und Halle
Im Maschinenbau kommen täglich Zulieferer, Monteure von Fremdfirmen und Speditionen, die fertige Baugruppen abholen. An der Pforte registrieren wir Besucher, geben Ausweise aus, weisen in Werksregeln ein und gleichen Kennzeichen, Frachtbriefe und Ladung ab. Bei übergroßen Transporten achten wir darauf, dass Rangierflächen frei sind und nur freigegebene Fahrwege genutzt werden.
In Druckereien zählt der Schichtwechsel. Wenn eine Schicht kommt und die andere geht, entstehen Momente, in denen Türen offen stehen und Fremde unbemerkt hereinkommen können. Wir besetzen in diesen Zeiten das Tor oder gehen nach Produktionsende durch Hallen, Papierlager und Versand. Jeden Kontrollpunkt halten wir mit Uhrzeit im Bericht fest.
Sperrbereiche in der Wirkstoffherstellung
Wo Betäubungsmittel hergestellt oder gelagert werden, gelten strenge Vorgaben für Zutritt und Aufbewahrung. Werkschutz ersetzt dort nicht die Sicherungsmaßnahmen, die der Betrieb gegenüber den Behörden nachweisen muss, er ergänzt sie. Unsere Kräfte betreten Sperrbereiche nur nach Ihrer Freigabe, folgen den Hygiene- und Schutzregeln Ihres Hauses und beschränken sich auf das, was in der Dienstanweisung steht: Zutrittskontrolle, Rundgänge entlang der Außenhaut, Begleitung von Fremdfirmen.
Vor dem ersten Dienst werden alle eingesetzten Personen von Ihnen eingewiesen. Wechsel im Personal stimmen wir vorher ab, damit am Tor nur bekannte Gesichter stehen.
Vorhabenbezogen aus dem Norden
Unsere eigene Planung aus dem Personalstamm deckt die Länder im Norden ab. In Sachsen arbeiten wir vorhabenbezogen und ohne Büro im Land, gesteuert von Neumünster und Berlin. Werkschutz ist meist ein Dauerauftrag mit festen Schichten über Monate oder Jahre. Deshalb prüfen wir vorher genau, ob wir Posten, Vertretung bei Urlaub und Krankheit und Einarbeitung neuer Kräfte über die gesamte Laufzeit leisten können, und sagen nur zu, wenn das trägt.
Am Tor setzen wir Personal mit Sachkundeprüfung nach § 34a GewO ein. Grundsätzliches zur Leistung steht unter Werkschutz, die Lage im Land unter Werkschutz in Sachsen. Für Betriebe jenseits der Stadtgrenze lohnt ein Blick auf Sicherheitsdienst Coswig.
Kosten für Werkschutz in Radebeul
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei einem Werk mit durchgehend besetzter Pforte wirkt sich vor allem der Anteil an Nacht-, Sonn- und Feiertagsstunden aus, bei einem Betrieb mit Wochenendschutz eher die Zahl der Rundgänge. Zusatzaufgaben wie Ladungskontrolle mit Waage, Begleitung von Fremdfirmen in Sperrbereiche oder ein zweiter Posten zum Schichtwechsel fließen ebenfalls ein. Eine längere Laufzeit macht die Planung leichter und den Preis berechenbarer.


