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Räumungsübungder Plan im Praxistest

Sie wissen danach, warum geübt wird, wie eine Übung aufgebaut ist und welche Befunde typischerweise herauskommen.

Glossar · 2 Min. LesezeitVon Manuel Rutsch · Stand 7. Oktober 2026

Warum geübt werden muss

Eine Räumungsübung prüft, ob alle Menschen ein Gebäude im Ernstfall schnell und geordnet verlassen können. Der Flucht- und Rettungsplan an der Wand beschreibt den Weg, die Übung zeigt, ob er funktioniert. Arbeitgeber müssen nach § 10 ArbSchG Beschäftigte für Evakuierung benennen. Die Technische Regel für Arbeitsstätten zu Fluchtwegen und Notausgängen (ASR A2.3) sieht vor, in angemessenen Abständen anhand des Flucht- und Rettungsplans zu üben.

Für Schulen, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Versammlungsstätten gibt es teils eigene Vorgaben der Länder, Träger oder Behörden. Häufig verlangen auch Versicherer, Brandschutzkonzepte oder Auflagen aus der Baugenehmigung regelmäßige Übungen.

Ablauf einer Übung

  • Vorbereitung: Ziel festlegen, Szenario wählen (etwa Brand im zweiten Obergeschoss, Treppenhaus A gesperrt), Rollen besetzen, Feuerwehr und Alarmempfänger informieren.
  • Auslösen: Alarm über die Hausalarmierung oder Brandmeldeanlage, Zeit nehmen.
  • Räumen: Evakuierungshelfer gehen ihre Bereiche ab, prüfen Toiletten und Nebenräume, schließen Türen.
  • Sammeln: Vollständigkeitskontrolle an der Sammelstelle, Meldung an die Einsatzleitung.
  • Auswerten: Beobachter tragen Zeiten und Auffälligkeiten zusammen, Maßnahmen werden festgelegt.

Angekündigte Übungen eignen sich für den Einstieg und für Häuser mit vielen ortsfremden Personen. Unangekündigte Übungen zeigen ehrlicher, wie der Alarm wirklich ankommt.

Was Übungen fast immer zeigen

BefundTypische Ursache
Notausgang verschlossen oder zugestelltLagerfläche im Fluchtweg, Tür aus Diebstahlschutzgründen abgeschlossen
Sammelstelle ungünstigliegt in der Feuerwehrzufahrt oder ist zu klein
Alarm nicht gehörtLärm in Werkstatt oder Lager, keine optische Alarmierung
Vollständigkeit unklarkeine Anwesenheits- oder Besucherliste griffbereit
Helfer fehlenbenannte Personen ausgeschieden, Vertretung nicht geregelt

Rolle des Sicherheitsdienstes

Ein Sicherheitsdienst kann bei der Übung mehrere Aufgaben übernehmen: Er besetzt Evakuierungshelfer-Positionen, besonders außerhalb der Kernzeiten. Er sichert Zufahrten für die Feuerwehr, lenkt Besucher und führt die Vollständigkeitskontrolle anhand der Besucherliste vom Empfang. Als Beobachter dokumentiert er Zeiten und Befunde.

Wichtig ist, dass die Rollen in der Dienstanweisung stehen und die Kräfte die Wege kennen, bevor geübt wird. Staffsec unterstützt Auftraggeber in Schleswig-Holstein, Hamburg und Berlin bei Übungen im Rahmen von Objektschutz und Empfangsdiensten.

Häufige Fragen

Fragen zum Begriff kurz beantwortet

Wie oft sollte eine Räumungsübung stattfinden?+

Die ASR A2.3 spricht von angemessenen Zeitabständen, die sich nach der Gefährdungsbeurteilung richten. Für bestimmte Einrichtungen gibt es feste Vorgaben der Länder oder Behörden. In vielen Betrieben ist ein jährlicher Rhythmus üblich.

Muss die Feuerwehr vorab informiert werden?+

Wenn die Brandmeldeanlage auf die Feuerwehr aufgeschaltet ist, muss die Übung abgestimmt oder die Weiterleitung vorher ausgesetzt werden. Sonst rückt die Feuerwehr zu einem Einsatz aus, den es nicht gibt.

Was gehört in das Übungsprotokoll?+

Datum, Szenario, beteiligte Bereiche, Zeit bis zur vollständigen Räumung, Befunde und die daraus abgeleiteten Maßnahmen mit Zuständigkeit. Bei der nächsten Übung wird geprüft, ob die Maßnahmen umgesetzt sind.

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