Funktion: Vereinbarung in Handlung übersetzen
Der Vertrag sagt, dass bewacht wird. Die Dienstanweisung, oft auch Objektanweisung oder kurz DA genannt, sagt, wie. Sie beschreibt für jede Position im Objekt, was die Kraft zu tun hat, wann, in welcher Reihenfolge und mit welchen Befugnissen. Sie ist das Dokument, das eine neue Kraft am ersten Tag liest und auf das sich alle berufen, wenn später etwas schiefgelaufen ist.
Für den Sicherheitsdienst ist sie zudem Pflicht: Die Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 23 verlangt, dass der Unternehmer Dienstanweisungen erlässt, die auch Gefahren und Schutzmaßnahmen am Einsatzort berücksichtigen. Eine allgemeine Dienstanweisung für alle Objekte ergänzt die objektbezogene, ersetzt sie aber nicht.
Gliederung einer brauchbaren Dienstanweisung
| Kapitel | Beispielinhalte |
|---|---|
| Objekt | Adresse, Lageplan, Zufahrten, Gebäudeteile, Besonderheiten wie Gefahrstofflager |
| Positionen und Zeiten | Pforte, Streife, Empfang; Dienstbeginn, Übergabe, Pausenregelung |
| Aufgaben je Position | Besucheranmeldung, Torkontrolle, Schließrunde, Kontrollgänge mit Kontrollpunkten |
| Befugnisse und Grenzen | Hausrecht, Taschenkontrolle nur nach Vereinbarung, was die Kraft ausdrücklich nicht darf |
| Alarm und Störung | Verhalten bei Brand, Einbruch, Wasserschaden, Unfall; Verweis auf den Alarmplan |
| Ansprechpartner | Auftraggeber, Objektleitung, Leitstelle, Notdienste |
| Schlüssel und Technik | Schlüsselverwaltung, Bedienung von Anlagen, Funk und Telefon |
| Dokumentation | was in den Wachbericht gehört, Meldefristen, Fotos |
Wie sie entsteht und lebendig bleibt
Am Anfang steht eine gemeinsame Objektbegehung. Der Sicherheitsdienst bringt die Struktur und seine Erfahrung ein, der Auftraggeber kennt seine Abläufe und Risiken. Der Entwurf wird abgestimmt, freigegeben und jeder Kraft nachweislich zur Kenntnis gegeben, in der Regel mit Unterschrift oder digitaler Bestätigung.
Danach beginnt der unterschätzte Teil: die Pflege. Neue Mieter, geänderte Öffnungszeiten, ein ausgetauschtes Schließsystem, ein Wechsel beim Ansprechpartner — jede Änderung muss in die Anweisung. Bewährt hat sich ein Änderungsstand mit Datum auf jeder Seite und eine feste gemeinsame Durchsicht, etwa im Rahmen der Qualitätskontrolle.
Woran Sie eine schwache Dienstanweisung erkennen
- Sie ist älter als die letzte Änderung im Objekt.
- Sie liegt nur im Büro des Dienstleisters, nicht am Arbeitsplatz der Kraft.
- Sie enthält Floskeln wie „für Ordnung sorgen“ statt konkreter Aufgaben.
- Befugnisse fehlen, sodass die Kraft im Konflikt nicht weiß, was sie darf.
- Es gibt keinen Nachweis, wer sie gelesen hat.
Wie Sie Schritt für Schritt eine Dienstanweisung erstellen, zeigt der Ratgeber Dienstanweisung erstellen. Bei Staffsec ist die Dienstanweisung Teil jeder Objektübernahme im Objektschutz.

