Ein Quartier, das in zwanzig Jahren dicht geworden ist
Die Überseestadt ist kein gewachsenes Viertel mit eingespielten Nachbarschaften. Anfang der 2000er Jahre zählte die Wirtschaftsförderung auf der früheren Hafenfläche rund 300 Unternehmen mit etwa 6.000 Beschäftigten, 2023 waren es ungefähr 1.370 Betriebsstätten mit rund 26.680 Beschäftigten. Die Zahl der Einwohner stieg von 288 im Jahr 2011 auf 5.515 im Jahr 2024. Für die Gebäude bedeutet das: Viele sind jung, viele haben mehrere Eigentümer oder Mieter, und eingespielte Hausgemeinschaften, die von selbst aufeinander achten, bilden sich gerade erst.
Objektschutz hat hier deshalb weniger mit Abschreckung als mit Ordnung zu tun. Wer darf wann in welches Gebäude, wer hat welchen Schlüssel, wer kontrolliert die Tiefgarage nach 22 Uhr? Diese Fragen beantworten wir gemeinsam mit Verwaltung und Eigentümern, bevor der erste Dienst beginnt.
Gebäude, die in der Überseestadt Schutz brauchen
Die Aufgaben unterscheiden sich stark danach, welche Art von Objekt Sie betreuen:
- Bürohochhäuser wie der Weser Tower mit 22 Geschossen und der Landmark-Tower, in denen mehrere Unternehmen auf getrennten Etagen arbeiten
- neue Firmensitze wie das Büro- und Geschäftshaus der abat Gruppe am Johann-Reiners-Platz, fertig seit März 2026
- Behördenstandorte wie GeoInformation Bremen in der Lloydstraße 4 mit Publikumsverkehr zu festen Zeiten
- denkmalgeschützte Speicher, allen voran der 403 Meter lange Speicher XI mit Hochschule, Museum und Büros
- Wohnanlagen mit Tiefgaragen, etwa am Kaffeequartier, wo die GEWOBA zwei Häuser mit 72 geförderten Wohnungen, Kita und Gewerbe errichtet hat
Insgesamt standen im Dezember 2023 bereits 2.772 Wohnungen im Quartier. Jede neue Hausgemeinschaft braucht eine Weile, bis Zuständigkeiten klar sind. Gerade in dieser Phase hilft ein fester Dienst, der Fremde anspricht und offene Türen schließt.
Empfang, Schließdienst und Nachtkontrolle
In Bürohäusern mit mehreren Mietern beginnt der Objektschutz am Empfang. Unsere Kräfte melden Besucher an, geben Gästeausweise aus, verwalten Schlüssel und Transponder und wissen, welche Etage zu welchem Mieter gehört. Nach Dienstschluss gehen sie die Flure ab, prüfen Notausgänge, schalten vergessene Beleuchtung aus und verschließen Nebeneingänge.
In Speichern und Altbauten ist die Ortskenntnis entscheidend. Lange Flure, mehrere Treppenhäuser und dicke Wände machen es schwer, einen ausgelösten Melder zu finden. Wir legen deshalb mit Ihnen eine Rundgangsfolge mit festen Kontrollpunkten fest, damit jede Kraft auch beim ersten Dienst den kürzesten Weg kennt.
In Wohnanlagen liegt der Schwerpunkt auf Tiefgaragen, Fahrradräumen und Müllplätzen. Dort fallen Aufbrüche und Vandalismus zuerst an. Wir kontrollieren zu wechselnden Zeiten, sprechen Personen ohne erkennbaren Anlass freundlich an und melden Schäden mit Foto an die Hausverwaltung.
Wasserlage und offene Wege
Viele Grundstücke grenzen an Kaikanten, Uferpromenaden oder öffentliche Parks. Der Hilde-Adolf-Park soll die Schlachte mit dem Europahafen verbinden, rund um die Marina und am Waller Sand sind abends viele Menschen unterwegs. Für den Objektschutz heißt das: Die Grenze zwischen öffentlichem Weg und Privatgelände ist oft nur eine Treppe oder ein Pflanzbeet. Wir klären vorab, wo Ihr Hausrecht beginnt, und setzen es dort zurückhaltend, aber eindeutig durch.
Die Planung übernimmt unsere Niederlassung Bremen. Bremen gehört zu unserer Kernregion Nord, wir besetzen Ihre Objekte aus dem eigenen Personalstamm. Wer weitere Häuser in der Nachbarschaft betreut, etwa in Walle oder in Bremen-Mitte, kann sie in denselben Dienstplan aufnehmen. Einen Überblick über alle Leistungen im Quartier finden Sie unter Sicherheitsdienst Bremen-Überseestadt.
Qualifikation und Dokumentation
Unsere Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, für Kontrollgänge in öffentlich zugänglichen Bereichen setzen wir Kräfte mit Sachkundeprüfung ein. Wir arbeiten nach ISO 9001 und DIN 77200. Jeder Rundgang wird mit Uhrzeit und Kontrollpunkt erfasst, Vorkommnisse beschreiben wir sachlich und mit Foto. Die Nachweise erhalten Sie zur Abrechnung, auf Wunsch auch täglich. Was Objektschutz grundsätzlich umfasst, lesen Sie auf unserer Seite Objektschutz, den Überblick für das ganze Land unter Objektschutz in Bremen.
Womit Sie beim Objektschutz rechnen können
Für einen Empfangsposten am Tag oder einen nächtlichen Wachdienst setzen wir einen Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde an. Ob Sie eher im unteren oder oberen Bereich liegen, hängt vor allem von der Aufgabe ab: Ein reiner Empfang zu Bürozeiten ist anders zu planen als ein Posten in der Nacht oder an Sonn- und Feiertagen. Für Wohnanlagen ist oft eine Kombination aus wenigen festen Stunden und Kontrollgängen sinnvoll. Nach einer Begehung bekommen Sie ein Angebot mit allen Positionen.


