Ein Unglück, das bis heute nachwirkt
Am 6. Februar 1979 kam es in der Rolandmühle zu einer Mehlstaubexplosion. 14 Menschen starben, das Feuer brannte rund 65 Tage. Die Mühle wurde danach wieder aufgebaut und arbeitet bis heute, mit 12 kleinen und 3 großen Silos. Das Unglück zeigt, was in Mühlen, Silos und Getreideanlagen auf dem Spiel steht, wenn Staub, Hitze und Funken zusammentreffen.
Wer heute an solchen Anlagen schweißt, trennt oder schleift, braucht deshalb eine Brandwache, die genau weiß, worauf sie achten muss. Staub sammelt sich auf Trägern, in Schächten und hinter Verkleidungen, wo er nicht sofort zu sehen ist.
Orte mit erhöhtem Brandrisiko
Diese Gebäude und Anlagen im Quartier verlangen bei Heißarbeiten besondere Aufmerksamkeit:
- Rolandmühle und Rickmers Reismühle mit Silos, Förderanlagen und Lagern für Getreide und Reis
- Getreideverkehrsanlage mit Speichern aus den Jahren 1916/19 und 1926/29
- Speicher XI, 1908 bis 1912 als Baumwolllager gebaut und seit 1994 Industriedenkmal
- das Kaffee-HAG-Ensemble an Hagstraße und Fabrikenufer mit dem Marmorsaal von 1914, als hochrangiges Bremer Denkmal geschützt
- Schuppen 1 von 1959 und Schuppen 2 von 1952, heute Veranstaltungs- und Kulturorte
- Maschinenhaus und Kesselhaus auf der Überseeinsel, deren Umbau für 2026 angekündigt ist
Dazu kommt der Umbau des früheren Kühlhauses zu einer Energieleitzentrale. Bei solchen Arbeiten in Bestandsbauten mit Dämmung, Holzbalken oder alten Leitungen ist eine Brandwache oft die verlangte Voraussetzung für die Freigabe.
Ablauf einer Brandwache
Vor Beginn der Arbeiten sehen wir uns den Arbeitsbereich an, prüfen die bereitgestellten Feuerlöscher und klären mit dem Betrieb, ob brennbare Materialien entfernt oder abgedeckt wurden. Während der Arbeiten beobachten unsere Kräfte Funkenflug, glühende Teile und Wärmeübertragung in angrenzende Bauteile, Hohlräume und Etagen.
Nach dem Ende der Heißarbeiten beginnt die Nachkontrolle. Ihre Dauer richtet sich nach der Freigabe Ihres Hauses und nach den Vorgaben des Versicherers. In dieser Zeit gehen wir den Bereich wiederholt ab und prüfen auch Räume darunter und dahinter. Erst wenn nichts mehr auffällt, melden wir das Ende der Brandwache an Ihren Ansprechpartner.
Brandwachen bei Veranstaltungen
Auch Versammlungsstätten können eine Brandwache brauchen, etwa bei Bühnenaufbauten mit Pyrotechnik oder offener Flamme. In der Überseestadt gibt es viele solche Orte, vom Schuppen Eins mit Platz für bis zu 1.200 Gäste bis zu den Sälen im Speicher XI. Wir stellen Kräfte, die mit Feuerlöschern umgehen können, Rettungswege freihalten und im Ernstfall die Räumung unterstützen.
Die Einsätze plant unsere Niederlassung Bremen aus dem eigenen Personalstamm, Bremen gehört zur Kernregion Nord. Für Arbeiten in benachbarten Stadtteilen wie Walle stellen wir die Brandwache aus demselben Team. Weitere Leistungen im Quartier finden Sie unter Sicherheitsdienst Bremen-Überseestadt.
Ausbildung der Brandwache
Unsere Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO und werden vor jedem Einsatz in Arbeitsbereich, Löschmittel und Meldewege eingewiesen. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert und dokumentieren jede Brandwache mit Beginn, Ende, Kontrollen und Auffälligkeiten. Allgemeine Informationen finden Sie unter Brandwachen, für das Land unter Brandwache in Bremen.
Revisionen in Mühlen und Lagern
In Mühlen werden größere Reparaturen oft in Stillstandszeiten gebündelt, wenn die Produktion ohnehin ruht. Dann arbeiten mehrere Fremdfirmen gleichzeitig an Förderanlagen, Silos und Rohrleitungen, häufig über Nacht oder am Wochenende. Für jede Arbeitsstelle mit Feuer braucht es eine eigene Aufsicht, und die Wege zwischen den Stellen sind lang.
Wir stimmen mit Ihrer Arbeitsvorbereitung ab, welche Arbeitsstellen wann laufen, und teilen die Kräfte so ein, dass keine Heißarbeit ohne Brandwache beginnt. Endet eine Arbeit, bleibt die Kraft für die Nachkontrolle, auch wenn das Gewerk schon den nächsten Abschnitt angeht.
Kosten einer Brandwache
Brandwachen werden oft kurzfristig und für einzelne Tage gebraucht. Unser Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Arbeiten in der Nacht oder am Wochenende, etwa bei Revisionen in Mühlen während eines Stillstands, liegen eher im oberen Bereich, eine Brandwache tagsüber an Werktagen eher im unteren. Die Zeit der Nachkontrolle gehört zum Einsatz und wird im Angebot ausgewiesen.


