Eine Stadt mit vielen Gebäuden im Wartestand
Nach 1989 schlossen in Werdau zahlreiche Betriebe, im DDR-Wohngebiet Ernst Grube wurden zwischen 2003 und 2016 ganze Blöcke abgerissen. Die Kernstadt hat heute rund 12.000 Einwohner, das gesamte Stadtgebiet mit den vier Ortsteilen gut 20.000. Für viele Häuser ist die künftige Nutzung offen: Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Werdau 2030+, vom Stadtrat im Februar 2024 beschlossen, führt rund 40 Brachen mit eigenem Steckbrief.
Für Eigentümer bedeutet ein leerstehendes Gebäude laufende Pflichten. Wer ein Haus über Monate nicht nutzt, muss dennoch dafür sorgen, dass niemand eindringt, dass Fallrohre nicht abmontiert werden und dass Schäden an Dach und Fenstern früh auffallen. Genau hier setzt Objektschutz an.
Typische Objekte im Stadtgebiet
Aus der Liste der Brachen und den öffentlichen Gebäuden der Stadt ergeben sich unterschiedliche Aufgaben. Einige Beispiele:
- das ehemalige Finanzamt und die frühere Straßenmeisterei, beide als Brache erfasst
- der Lokschuppen und Flächen an der Crimmitschauer Straße
- Gebäude an der Richardstraße 1–3, der Mühlenstraße und der Nordstraße
- die Geschäfte an der August-Bebel-Straße, für deren Händler die Stadt eigens wirbt
- das Rathaus am Markt von 1911 und das Baumgartsche Haus mit Bibliothek und Museum
- das Hotel Katharinenhof, eine denkmalgeschützte Jugendstilvilla mit Glasperlenfenster
Jedes dieser Objekte braucht einen anderen Zuschnitt: Bei einer Brache steht der Zustand der Hülle im Vordergrund, bei einem Geschäft die Zeit nach Ladenschluss, bei einem Museum der Wert dessen, was hinter der Tür liegt.
Kontrollgang, Schließdienst oder Dauerposten
Für Leerstand genügt meist ein Kontrollgang in unregelmäßigem Abstand. Unsere Kräfte gehen um das Gebäude, prüfen Türen, Fenster und Kellerschächte, schauen nach frischen Graffiti, Müllablagerungen oder Spuren von Übernachtungen und gehen nach Absprache auch hinein, um Wasserschäden oder offene Dachluken zu entdecken. Jede Begehung halten wir mit Uhrzeit und Fotos im Bericht fest, damit Sie gegenüber Versicherung und Bauaufsicht belegen können, dass kontrolliert wurde.
In der Innenstadt geht es eher um Abläufe. Nach Abendveranstaltungen im Rathaus oder im Museum schließen wir Räume ab, prüfen Fenster und Notausgänge und schalten Licht aus. Bei Umbauten oder Ausstellungswechseln kann auch ein fester Posten sinnvoll sein, der Lieferungen annimmt und den Zugang für Handwerker regelt.
Sammlungen, Ausstellungen und Archive
Werdau bewahrt seine Geschichte in mehreren Häusern. Das Stadt- und Dampfmaschinenmuseum zeigt Modelle zur Stadt- und Industriegeschichte und eine große Sammlung Fraureuther Porzellans, 2026 läuft dort die Ausstellung „Schätze aus dem Depot“. Die Stadtbibliothek, 1868 gegründet, teilt sich mit dem Museum das Baumgartsche Haus. Solche Bestände sind schwer zu ersetzen, und Ausstellungswechsel bringen fremde Personen, offene Türen und Transportkisten mit sich.
Für Museen und Archive übernehmen wir Aufsicht bei Sonderöffnungen, begleiten Leihgaben beim Ein- und Ausladen und stellen Personal, wenn eine Alarmanlage gewartet wird oder ausfällt. Dabei richten wir uns nach den Vorgaben des Hauses und der Versicherung, berühren keine Exponate und melden Auffälligkeiten an die Museumsleitung, statt selbst einzugreifen.
Vorhabenbezogen aus dem Norden
Unsere Kernregion liegt im Norden Deutschlands, ein Büro in Sachsen haben wir nicht. Objektschutz in Werdau übernehmen wir deshalb nur, wenn sich ein Einsatz mit verlässlicher Besetzung planen lässt. Bei kurzen Kontrollgängen über Wochen ist das oft einfacher als bei einem Dauerposten. Vor der Zusage prüfen wir Anfahrt und Personal und sagen Ihnen offen, was machbar ist.
Zum Start begehen wir das Objekt mit Ihnen, legen Kontrollpunkte und Meldewege fest und benennen einen Ansprechpartner. Alle Kräfte verfügen über Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, das Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Mehr zur Leistung finden Sie unter Objektschutz, den Landesüberblick unter Objektschutz in Sachsen, Allgemeines zur Stadt auf Sicherheitsdienst Werdau.
Kosten für Objektschutz in Werdau
Den Rahmen bilden 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei einer Brache, die zwei- oder dreimal pro Woche begangen wird, fallen nur wenige Stunden an, dafür wiegt die Anfahrt stärker. Ein durchgehender Posten an einem Gebäude mit wertvollen Sammlungen liegt im Gesamtbetrag höher, ist je Stunde aber planbarer. Nacht-, Sonn- und Feiertagsanteile sowie zusätzliche Aufgaben wie Lieferannahme fließen ein. Im Angebot sehen Sie jede Position einzeln.


